Die erste Nacht und den ersten Tag ohne ihren liebsten täglichen Begleiter erleben gerade zahlreiche Mittelschüler. Im wissenschaftlich begleiteten „Handyexperiment - 3 Wochen ohne Smartphone” haben sich auch 30 Schülerinnen und Schüler der 4. Klassen der Mittelschule Bad St. Leonhard für einen Totalverzicht entschieden und kommen seit Mittwoch, dem 4. März, ohne ihr Handy aus. Für Leonie Trippolt war die Umstellung extrem schwer. „Ich konnte lange nicht einschlafen, das Handy ging mir voll ab. Ich hoffe, ich gewöhne mich daran.“ Auch Leonie Bojer zeigte Entzugserscheinungen. „Ich musste sogar weinen und musste von meinem Bruder und meiner Schwester getröstet werden.“

Eine schwierige „Notfallsituation“

Elena Ziery hatte bereits am ersten Tag ohne Handy eine „Notfallsituation“ zu meistern und musste zu ihrem „Notfallhandy“, einem alten „Nokia“ Tastenhandy, das ihr Papa für Notfälle gegeben hatte, greifen. „Ich brauchte den Busplan, um von Wolfsberg nach Hause zu gelangen und musste meine Mama um Hilfe anrufen“. Um Musik auch weiterhin zu hören, hat sie ihren alten MP3 Player ausgegraben. Hanna Gaber hingegen vermisste ihr Handy „nicht so sehr“ und wird „sich jetzt halt mehr dem Bücherlesen widmen“. Raffael Karner gibt auch zu, dass ihm das Handy „ein wenig“ abging. „Aber ich bin auch ohne Handy gut eingeschlafen“. Treffen mit seinen Freunden will er bereits in der Schule oder am Nachhauseweg fixieren. Melanie Raffling hat sich vorgenommen, in der „handylosen Zeit“ mehr auf ihrer Steirischen Harmonika zu üben. Florian Juritsch war ohne Handyerinnerung viel zu früh beim Fußballtraining. „Aber ich habe jetzt mehr Zeit, um mehr mit den Leuten zu reden“. Über die „handylose Zeit“ führen die Schülerinnen und Schüler auch ein Tagebuch.