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Andrea Nagele„Man wirft mir zu wenige Tote in meinen Krimis vor“

Die Krimis von Psychotherapeutin Andrea Nagele sind Bestseller, kommende Woche liest die einzige Kärntnerin beim Krimifestival am Wörthersee.

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Krimiautorin Andrea Nagele
Krimiautorin Andrea Nagele © Raunig
 

Als Psychotherapeutin sind Sie ständig mit den Abgründen der menschlichen Seele konfrontiert. Mittlerweile haben Sie aber auch schon neun Krimis, korrekter müsste man sagen Psychothriller, geschrieben. Arbeiten Sie darin Ihren Beruf auf?
ANDREA NAGELE: Also das kann ich versprechen: Kein einziger meiner Patienten kam je in einem meiner Romane vor. Obwohl mittlerweile einige gefragt haben, ob das möglich wäre, wenigstens als Opfer. Aber ich habe 15 Jahre ein Kassenambulatorium geleitet, habe viele Gespräche geführt und Diagnosen erstellt, das hat selbstverständlich dabei geholfen, zu erkennen, warum und wie Menschen reagieren. Aber weder Menschen mit irgendwelchen Störungen noch Simon Rosner, mein Kärntner Polizist mit einem Alkoholproblem, lag so bei mir auf der Couch.

Wohl aber echte Mörder.
Die Therapie ist ein Raum des Vertrauens, daher sage ich nichts zu den Fällen. Aber es waren Menschen, die verstanden haben, was sie getan haben, die wissen, dass sie falsch gehandelt haben, aber die herausfinden wollten, warum sie in einer gewissen Situation so reagiert haben. Man geht mit diesen Menschen dann zurück an den letzten sicheren Ort und arbeitet sich von dort auf mehreren Ebenen weiter um letztlich zu verstehen.

Was war Ihre Motivation, Autorin zu werden?
Meine Mutter ist schuld. Vor dem Adventkranz hat sie meinem Bruder und mir immer „Romantic Thriller“, so hießen diese Bücher, vorgelesen, sie mochte halt keine Märchen. Unlängst meinte ein italienischer Journalist: Aber Märchen wären ja auch nicht weniger brutal, da gibt es auch Kämpfe mit Drachen, Hexen und oft gehen die schlecht aus. Aber gut, ihr gefiel das nicht, so kamen wir zum Thriller. Und irgendwann wollte ich als begeisterte Krimileserin auch einmal einen schreiben – aber eben nicht als klassischen Krimi, sondern darüber, was sich unter der Oberfläche abspielt.

Ist das Schreiben eine Therapie für die Therapeutin?
Nein, da reise ich, koche oder rede mit meinem Mann. Wobei ich in Lokalen Menschen beobachte und meinem Mann sage: Der ist so, hat das gemacht.

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