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DiskussionFragen und Antworten zum "Wald-Stadion"

Selten ist ein Projekt auf derart viel Widerstand gestoßen. Im Salon der Kleinen Zeitung wurde hitzig über den Wald im Klagenfurter Stadion diskutiert, der im September gepflanzt wird.

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Hitzige Diskussion: Gert Unterköfler (Sportpark), Angelika Hödl (Mitglied Kärntner Kulturgremium), Projekt-Initiator Klaus Littmann mit den Moderatoren Thomas Cik und Wolfgang Fercher © Markus Traussnig
 

1. Was soll mit der Kunstinstallation „For Forest“ erreicht werden?
Ein Wald steht mitten in einer Kraterarchitektur. „Wenn das Bild davon in den Köpfen hängen bleibt, das wäre ein Erfolg“, sagt „For Forest“-Initiator Klaus Littmann. Es gehe ihm nur um eine neue Form von Wahrnehmung. Für Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SPÖ) könne dieses Bild Mahnmal sein: „Dass wir uns heute schon in einer Situation finden, dass wir unsere Natur in einem Stadion betrachten wie die Tiere in einem Zoo.“ Angelika Hödl, Mitglied im Kärntner Kulturgremium, fehlt die inhaltliche Brisanz: „Kunst muss die Finger auf die Wunden legen“, sagt sie. Das fehle ihr bei dem Projekt.

2. Warum stößt das Waldprojekt auf so heftigen Widerstand?
Sportliche Interessen treffen auf Kunst. Nach der überraschenden Qualifikation des Fußballvereins WAC für die Europa League kann dieser wegen des Waldes nicht in dem Stadion spielen. Fußballfans und die FPÖ forderten eine Verschiebung. Littmann verweist auf bestehende Verträge: „Eine Verschiebung wäre genauso absurd, wie wenn man sagen würde, man verschiebe den Klimawandel um ein Jahr.“ Sportpark-Geschäftsführer Gert Unterköfler hält die Diskussion um die Stadionnutzung für fadenscheinig: „Alle sagen, wir wollen Fußball, aber keiner kommt hin. Die Leute wollen mehr Konzerte und Großveranstaltungen.“ Der WAC habe außerdem ein Stadion. „Graz ist ja nicht auf dem Mond, sondern 80 Kilometer von Wolfsberg entfernt und Klagenfurt 76 Kilometer.“

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Danke für Ihr Verständnis.

tturbo
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PS: Schaffen wir es wieder ein international beachtetes Event schlecht zu reden?

Bei der Euro 2008 liefen auch nur Vergewaltiger durch Klagenfurt und viele blieben trotz toller Stimmung zu Hause. Wir sind tiefste Provinz.

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gintonicmiteis
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Was wir von der EM 2008 in Klagenfurt gelernt haben:

- Dass der Größenwahn im Klagenfurter Rathaus herrscht
- Dass das Stadion in München nicht nur besser aussieht, sondern auch billiger gebaut wurde (sogar mit ausreichend Parkplätzen)
- Dass Polizisten aus Deutschland freundlicher und motivierter sind
- Dass sowohl der große Reichtum als auch die nachhaltigen Touristen aus Kroatien und Polen ausgeblieben sind

Was wurde daran also schlechter geredet als es tatsächlich war?

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GordonKelz
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WAS SOLL DAS......?

" Sie wären froh wieder in der Schweiz zu sein " .....Wer hindert Sie? Sie haben für den
" Eingriff " in die Natur, namhafte Fürsprecher wie die einzige Regionalzeitung Kärntens gewonnen, die Bürgermeisterin der
Landeshauptstadt und dafür bedanken Sie sich mit den Worten: " Wäre froh wieder........
Das zeigt ihre Wertschätzung gegenüber unserem Land, herzlichen Dank!
Gordon Kelz

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CuiBono
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Littmann vom Feinsten

Drei Zitate zu Littmann-Aussagen im o.a. Artikel zur Diskussion:

"1. Was soll mit der Kunstinstallation „For Forest“ erreicht werden?
Ein Wald steht mitten in einer Kraterarchitektur. „Wenn das Bild davon in den Köpfen hängen bleibt, das wäre ein Erfolg“, sagt „For Forest“-Initiator Klaus Littmann. Es gehe ihm nur um eine neue Form von Wahrnehmung".

"Fußballfans und die FPÖ forderten eine Verschiebung. Littmann verweist auf bestehende Verträge: „Eine Verschiebung wäre genauso absurd, wie wenn man sagen würde, man verschiebe den Klimawandel um ein Jahr.“ ".

" Littmann zeigt sich entnervt von dem politischen Hickhack: „Das ist übel. Ich bin froh, wenn ich wieder in der Schweiz bin.“"

Danke "Herr" Littmann für die Offenbarung.
Allein diese drei Sager (und genügend adäquate gab es bereits vorher) reichen MIR um mir ein Bild von Ihrer Person zu machen.
ABER: ich muss Ihnen auch gratulieren.
Offensichtlich instinktsicher haben Sie in diesem Klagendorf willfährige Politiker und in der KlZ DAS Lokalmedium gefunden, die Ihnen für Ihr "Kunstprojekt" den roten Teppich ausrollen.
SIE werden damit Ihr Ziel erreichen und die Installation durchziehen.
Bleiben wird nichts.
Weder für Sie als "Künstler", noch für die Stadt.

Und die Nichtinanspruchnahme der Steuerzahler ist ein nettes Märchen. Haben wir (die Bürger und Steuerzahler) schon so oft gehört und wurden jedes Mal eines Besseren belehrt.
DAS ist aber wohl nicht mehr IHRE Baustelle, "Herr" Littmann.
Viel Erfolg in Ihrer Schweiz!

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CuiBono
3
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Etikettenschwindel

Heute am letzten Tag des Juni wird hier ein Artikel eingestellt, der eine Diskussion die schon vor etlichen Tagen stattgefunden hat, als aktuell darstellt.

Dazu ein abschließender Hindweis auf ein Buch zu diesem - und ich sag das ganz bewusst - idiotischen Projekt.

Das Engagement der KlZ pro Forest ist immens und durchgängig.
WARUM?

WEM nützt das?
Der aktuellen Redakteurin - Frau Claudia Odebrecht - nicht wirklich. Zumindest nicht journalistisch.
Da steckt andere Motivation dahinter.

Daher nochmals - cui bono?

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gintonicmiteis
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Naja, irgendwer wird dieses seltsame Buchprojekt ja bezahlt haben

Wie so immer in Klagenfurt: Folge dem Geld... ;)

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joe1406
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Wir wollen Fußball, aber keiner kommt hin

Toll was Herr Unterköfler und sein Team in den letzten Jahren geschafft haben. Aber in einem Punkt muss ich widersprechen. Wenn man das Nationalteam als Maßstab nimmt, kommen auch in anderen Stadien Österreichs nicht mehr Zuschauer zu den Spielen. Nimmt man Wien als Maßstab, noch wesentlich weniger als in Klagenfurt - Top-Gegner wie Deutschland oder Brasilien sind überall ausverkauft. Den Schwarzen Peter jetzt den Fußballfans zuzuschieben, wenn es um Gegnerschaft gegen "For Forest" geht, ist absolut falsch. Ob die WAC Fans lieber nach Klagenfurt fahren als nach Graz würde ich sehr bezweifeln. Sie haben auch Klagenfurt nur dann beehrt wenn es überhaupt nicht anders ging. Der einzige wirkliche Grund warum "For Forest" zu Recht unter Beschuss geraten ist (und damit meine ich nicht die Kritikpunkte der FPÖ) ist wie man von der Stadt das Projekt kommuniziert hat. Erst jetzt kommen Fakten auf den Tisch. Und das Projekt kostet Steuergeld - Endabrechung folgt im November. Wenn der Wald mal steht wird er sicher niemanden mehr aufregen. Auch das Argument, er hat dem Tourismus was gebracht, wird nicht wirklich zu widerlegen sein. Besser als nix ist er auf alle Fälle.

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CuiBono
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@joe1406

WAS das EM-Stadion der Stadt und dem Land bringen sollte, haben uns schon der damalige Bürgermeister Scheucher und Konsorten verzapft.
Absolut NICHTS davon wurde realisiert.
Was blieb ist ein Projekt größenwahnsinniger Provinzpolitiker auf Kosten der (ungefragten) Steuerzahler. Geldverbrennung vom Feinsten.

Die Jörgl-selig Eventpolitik wird durch die Rote Löwin und LH Kaiser nahtlos fortgesetzt.
Fantastisch unterstützt durch die KlZ.

So oder so - unbegreiflich für jeden halbwegs verantwortlich denkenden Staatsbürger.

Bin schon neugierig, was den Politkapazundern als nächstes einfallen wird.

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joe1406
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Verantwortlich denkend

Wären alle Politiker immer verantwortlich denkend, gäbe es auch keinen Eifelturm - der hatte fast nur Gegner. Das Stadion wäre auf alle Fälle irgendwo in Österreich gebaut worden. Man darf nicht immer nur an die Pensionisten denken. In einer Stadt muss sich auch was tun und es ist sicherlich kein Zufall, dass die Einwohnerzahl in Klagenfurt zunimmt. Das ganze Jahr nur auf den Wörther See hinauszuschauen hält die Wirtschaft nicht in Schwung. Die Frage ob ein Großprojekt sinnvoll war, stellt sich nach 20 Jahren nicht mehr - fast alle haben vergessen, dass es ja auch Widerstände gegeben hat. Wir dürfen nie vergessen das die größte Pleite für den Steuerzahler nicht ein Stadion, sondern eine Bank war.

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CuiBono
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@joe1406

Sie relativieren. Sehr "freihändig".

Rechnens bitte nach. Eine Hilfestellung - die EM war 2008.

Ob das Stadion irgendwo anders gebaut worden wäre ist ein selten dämliches Argument.
Das ursprüngliche Projekt - eh schon größenwahnsinnig - hatte eine Auftragssumme von EUR 70 Mio. Dieser Auftrag an die Generalunternehmer (Arge Porr - Alpine) beinhaltete bereits den RÜCKBAU des Oberrangs auf eine endgültige Kapazität von 12T. Für Kärnten immer noch viel zu groß, aber was solls.
Und WAS haben wir heute?
Und WIEVIEL kostet uns das?

Fakt ist, bis heute gibt es keine Endabrechung. Alle Zahlen dazu werden vom "Imperium" aus Politik und Wirtschaft tot geschwiegen und der Eigentümer&Finanzierer - der Steuerzahler - grandios verarxxxt.

Fakt ist weiters, dass der Bevölkerungszuwachs passiert, allerding die Stadt nicht einmal annähernd in der Lage ist, die BESTEHENDE Infrastruktur dazu instand zu halten, geschweige denn dringend nachhaltige aktuelle Investitionen und vorausschauend in die Zukunft vorzunehmen.
Was es gibt ist ein Fleckerlteppich von Showprojekten - tlw nur gemacht weil es anders wirklich nicht mehr geht - ohne auch nur irgendeinen roten Faden ausmachen zu können.
Im Klartext - Loch auf, Loch zu.

Dieses Klagendorf ist seit Jahren pleite und die handelnden Politiker das Letzte.

Dank an die "Wirtschaft" und an Rot, Blau, Schwarz und Grün.
Tanzt weiter um Euer goldenes Kalb.

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joe1406
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Was ist so schlecht an der Infrastruktur?

Der Rückbau des Stadions war von Anfang an ein Unsinn. Was kosten uns andere wirklich sinnlose Projekte? Klar - ist immer Ansichtssache was sinnvoll und sinnlos ist. Für alles werden sich immer 80% Gegner finden, die das Geld lieber wo anders investiert sehen wollen. Welche Investitionen wären sinnvoll ihrer Meinung nach? Ich wüsste ehrlich gesagt nicht welche Infrastruktur notleidend ist. Ich sehe keine Menschen die auf der Straße leben müssen, Strum und Wasser gibts, Internet ziemlich am neuesten Stand, Uni und Schulen sind auch keine Brucbuden, am See schauts nicht schlecht aus also was?

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joe1406
1
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PS: Endabrechnungen

für Großprojekte habe ich noch nie gesehen. Was hat das AKH am Ende gekostet? Weiss kein mehr Mensch - nicht mal annähernd. Jetzt steht es und keiner redet mehr drüber. Das meine ich im Kern - da haben sie vollkommen recht. Aber ist eben keien Forderung mit der man Stimmen sammeln kann. Weil es eben den meisten egal ist wie die Steuermittel verbraten werden. Wenn es nicht so wäre würde es ganz sicher im Wahlkampf ein Thema sein.

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