Lehrer klagen"Einige Schüler radikalisieren sich im Ramadan"

An den Kärntner Schulen ist der Fastenmonat „Ramadan“ ein umstrittenes Thema.

Sujetfoto: Beten im Ramadan
Sujetfoto: Beten im Ramadan © (c) Weichselbraun (Weichselbraun Helmuth)
 

Ein Schreiben der Kärntner Bildungsdirektion wird derzeit heftig unter Lehrern diskutiert. Darin fordert die Rücksichtnahme gegenüber muslimischen Schülern in der Zeit des Ramadan ein. „Durch das Fasten, das ab der Pubertät für Muslime zur Pflicht wird, sind einige Schüler geschwächt und unkonzentriert. Mit ihnen ist ein Regelunterricht nur schwer möglich“, klagt eine Lehrerin an einer Kärntner HTL. Sie will ihren Namen nicht in der Zeitung wissen, da das Thema auch unter den Schülerinnen und Schülern kontrovers debattiert wird. „Ausnahmen für die einen stoßen nun einmal auf Widerspruch bei den anderen.“

Offen über das Thema spricht Peter Kusstatscher, Direktor der HTL Villach, der größten Schule des Landes. Er hat einige muslimische Schüler in einer so genannten Übergangsklasse. Während aus seiner Beobachtung für viele von ihnen der Glauben während des restlichen Jahres nur eine nachrangige Rolle spiele, „merkt man nun, wie sie sich in der Thematik radikalisieren und ihren Glauben geradezu drastisch ausleben.“ Ein Schüler beschimpfte sogar eine muslimische Mitschülerin, weil sie geschminkt war. „Da setzte es natürlich Konsequenzen, da zuzuschauen hätte nichts mehr mit Toleranz gegenüber einer Glaubensgemeinschaft zu tun.“

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