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Klagenfurt

So vernetzen sich jetzt die Nachbarn

Die Internet-Plattform „FragNebenan“ gibt es jetzt auch in Klagenfurt. 500 machen schon mit, österreichweit sind es 44.000.

Gründeten 2014 FragNebenan: Andreas Förster, Stefan Theißbacher, Valentin Schmiedleitner und Mathias Müller (von links)
Gründeten 2014 FragNebenan: Andreas Förster, Stefan Theißbacher, Valentin Schmiedleitner und Mathias Müller (von links) © FragNebenan/PABIS
 

Die Milch ist ausgegangen, es ist Sonntag und alle Geschäfte haben zu. Man will ein Regal montieren, hat aber keine Leiter oder man verreist und sucht jemanden, der die Katze füttert. Solche Situationen sind quasi klassisch, um nebenan zu klingeln und den Nachbarn um Hilfe zu bitten. Doch traut man sich überhaupt, um solche Dinge zu fragen, wenn man seinen Nachbarn gar nicht kennt? Genau diese Frage hat vor dreieinhalb Jahren Stefan Theißbacher beschäftigt. Er wohnte zu diesem Zeitpunkt bereits einige Zeit in einem Mehrparteienhaus in Wien. Bis auf den unmittelbaren Nachbarn kannte der gebürtige Kärntner jedoch niemanden in dem Haus.

„Das hat mich auf die Idee gebracht, eine online Plattform für Gleichgesinnte auf die Beine zu stellen“, erzählt der 34-Jährige, der aus Reichenfels im Lavanttal stammt. Im Mai 2014 war es schließlich so weit. Die Internetseite „FragNebenan“, die Theißbacher mit drei Kollegen auf die Beine gestellt hat, ging online. Zuerst haben sich die vier Firmengründer vor allem auf Wien konzentriert.

Mittlerweile ist die Plattform in Graz, Salzburg, Linz und Innsbruck ebenfalls aktiv. Seit September können sich auch die Klagenfurter für die Nachbarschaftshilfe registrieren. Bereits 500 haben sich für das Netzwerk angemeldet, das österreichweit mittlerweile 44.000 Mitglieder hat.

Zu FragNebenan

Geschäftsführer Stefan Theißbacher. Derzeit sind vier Vollzeit und drei Teilzeitkräfte bei der FragNebenan GmbH.

Geld verdient FragNebenan zum Beispiel, wenn Städte die Plattform für die Weitergabe von Infos nutzen, und durch lokalen Betriebe, die etwa Mengen-Rabatte für die Thermen-Wartung anbieten.

Derzeit werden in Klagenfurt Zettel, die wie handgeschrieben aussehen, an die Haushalte verteilt, um die Initiative in de Landeshauptstadt noch bekannter zu machen. Um sicher zu stellen, dass es sich um „echte“ Personen handelt, muss sich jeder mit dem richtigen Namen und der vollständigen Adresse registrieren. „Dann bekommt man per Postkarte einen Code zugeschickt, mit dem man seinen Zugang freischalten kann“, erklärt Theißbacher. In Wien haben sich mittlerweile 40.000 registriert, um Nachbarn zu helfen und auch selber auch Hilfe zu bekommen. „Im Schnitt gibt es auf eine gestellte Frage innerhalb kurzer Zeit drei Antworten“, erzählt Theißbacher.

Dass es nicht nur eine Initiative für junge Menschen ist, beweist einer der schönsten Erfolge von „Frag Nebenan“. Bei einem von der Initiative organisierten Nachbarschaftstreffen suchte eine ältere Dame mit Multipler Sklerose jemanden, der sich um ihren Garten kümmert. Sie fand innerhalb von Minuten eine junge Dame, die gerne gartelt und sich darüber freut, dass sie dafür das Gemüse behalten darf.

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