So heiß die Hochleistungstrasse durch Kärnten auch diskutiert wird, gibt es doch Grund zur Entspannung: Bevor die Koralmbahn 2018 fertig ist, rollt gar nichts. Es werden also noch mehrere Regierungen und Bürgermeister kommen und gehen, bis eine Entscheidung fällt.

Visitenkarte. Politischen Taktierens unverdächtig ist Klaus Rießberger, Professor für Eisenbahnwesen an der TU Graz. Das merkt man, wenn er sagt: "Die Wörthersee-Strecke ist eine großartige Visitenkarte des Landes. Sie in einem Tunnel in der Erde zu verstecken, ist die größte Negativwerbung, die man nur machen kann." Etwas Vergleichbares sei ihm noch nicht untergekommen: "Sonst baut man Tunnel, um echte Verkehrshindernisse zu bewältigen."

Kosten. Über die Kosten kann Rießberger nur spekulieren: "Ich würde mal sagen, an die 600 Millionen Euro. Wenn aber jemand sagt, es ist eine Milliarde, würde ich das auch zur Kenntnis nehmen."

"Gottesgeschenk." Die jetzige Wörthersee-Strecke sei "ein Gottesgeschenk, das man bei den heutigen Grundstücksspekulationen nie wieder zustande bringen würde". Überall würden - wie in London, Paris oder Utrecht - Lokalbahnen wieder eingeführt, weil sie energie-sparender, umweltfreundlicher und "näher an den Leuten" sind. "Beim Lärm muss uns was einfallen, das ist die Achillesferse."

Zukunftsthese. Und noch eine irritierende Professoren-These: "In 30 Jahren wird unsere jetzige Wirtschafts- und Verkehrssituation als ideal gelten. Wir werden so viel mehr für Öl und Benzin zahlen, dass es oft gar nicht mehr sinnvoll ist, Urlauber mit dem Privatauto vom Flughafen abzuholen."

Neue Studie. Neue Anregungen könnte die 250.000 Euro teure Hypo-Studie liefern. Aber die kennt leider noch keiner - außer ein paar Eingeweihten.