Jetzt geht's los!" stand auf dem knallroten Leiberl, das Ewald Wiedenbauer nach seiner Wiederwahl als Klagenfurter SPÖ-Chef von Anhängern geschenkt bekam. Gemeint war damit das Rennen um das Amt des Bürgermeisters. Mit Ende des Parteitages gingen aber auch die Gerüchte über eine Manipulation des Wiedenbauer-Ergebnisses los. Jetzt sind es nicht mehr nur Gerüchte, sondern mittels Notariatsakt erhobene Vorwürfe.

Parteitag. Beim Parteitag der Klagenfurter SPÖ am 12. Mai waren 113 Delegierte wahlberechtigt. Als Ergebnis für Wiedenbauer wurden 93,75 Prozent bzw. 105 gültige Stimmen, sieben Streichungen und eine Enthaltung verkündet. Im Gespräch untereinander wollen sich danach viel mehr Delegierte zusammengefunden haben, die Wiedenbauer gestrichen hätten. 22 Delegierte deklarierten sich namentlich auf einer Unterschriftenliste, die versehen mit eidesstattlichen Erklärungen drei Tage nach dem Parteitag, am 15. Mai, bei einem Klagenfurter Notar deponiert wurde.

Schiedsgericht. "Es ist nicht zuträglich, wenn es Zweifel an einem Wahlergebnis gibt", sagt SPÖ-Chefin Gaby Schaunig. Die Instanz zur Klärung der Vorwürfe sei das Parteischiedsgericht. Landesgeschäftsführer Gerald Passegger präzisiert: "Jeder Delegierte, der berechtigte Zweifel an der Richtigkeit eines Wahlergebnisses hat, kann und soll das Schiedsgericht anrufen". Die Landes-SPÖ "sei bestrebt, ein Ergebnis ohne Makel zu haben". Deshalb sei sie auch "bereit, alles zu tun", um die unangenehme Causa aufzuklären, versichert Passegger.

Biedenbauer wehrt sich. Das Schiedsgericht hält auch Wiedenbauer für den Ort, "das parteiintern abzuhandeln". Für ihn ist "die Geschichte eigenartig und unerklärlich". Es habe eine geheime Wahl gegeben, die Wahlkommission habe "das Ergebnis festgelegt und mit einem Protokoll einstimmig bestätigt". Wiedenbauer vermutet hinter den Vorwürfen "irgendwelche Absprachen, die nicht eingehalten wurden". Er selbst hat an seinem Wahlergebnis keinen Zweifel: "In der Wahlzelle ist hinter niemandem jemand gestanden".