Mit dem Stück "Club der Hoffnungslosen" des Kärntner Autors Bernd Liepold-Mosser geht die Theatergruppe "klagenfurter ensemble" in ihre 29. Saison. Es ist - fast - eine Uraufführung, der Text wurde in anderer Form vor fünf Jahren bereits einmal gespielt. "Ich habe jahrelang daran gearbeitet und ihn stark weiterentwickelt", sagte der Autor am Dienstag bei einer Pressekonferenz.

Premiere. Die Premiere geht am 28. Februar im Klagenfurter "Artecielo" über die Bühne, der ursprünglich als Monolog geschriebene Text wurde von Liepold-Mosser, der selbst Regie führt, auf drei Schauspielerinnen verteilt. In der Urfassung hieß das Stück "Wie ich mich fühle", Liepold-Mosser meinte, mit der Umbenennung habe er die inhaltliche Weiterentwicklung verdeutlicht.

Illusionen zerstören. Der von den drei Schauspielerinnen Magda Kropiunig, Sissi Noe und Luise Ogrisek gesprochene Monolog wird in der schriftlichen Fassung von einem "negativen Mentaltrainer" vorgetragen. "Es geht darum, Illusionen zu zerstören, Masken herunterzureißen, damit am Schluss die ungeschminkte Wahrheit zu sehen ist", meinte k.e.-Spielleiter Gerhard Lehner. Liepold-Mosser erklärte, er wolle die Auswüchse des Kapitalismus zeigen, "wo uns sogar das Glücklich-Sein verordnet und vorgegeben wird". Die ganze Schar der Gurus und Mentaltrainer samt ihren "Anleitungen zum Glücklichsein" hätten ihn zu diesem Text inspiriert.

Monolog. Die Idee, den Monolog auf mehrere Schauspielerinnen zu verteilen, sei im Zuge der Arbeit entstanden, der klassische Monolog "war mir irgendwie doch zu langweilig", meinte der Regisseur. Auch habe er mit der Entscheidung, Frauen zu nehmen, etwas gegen das am Theater seiner Ansicht nach vorherrschende Geschlechterklischee unternehmen wollen. In die Aufführung eingewoben ist auch Musikalisches, die beiden Jazzmusiker Richard Klammer und Primus Sitter spielen einige Songs, dazu zieht sich so etwas wie ein Soundtrack durch den Abend.