Das in weiten Teilen Kärntens deutlich spürbare Neujahrsbeben (die Kleine berichtete) hatte zwei Nachläufer. "Diese waren für die Bevölkerung aber nicht registrierbar", sagte Edmund Fiegweil, Seismologe an der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik in Wien, der gestern noch mit weiteren Neuigkeiten aufwarten konnte.
4,2 auf der Richter-Skala. Am Montag bebte die Erde in Kärnten um exakt 15.59 Uhr. Wie die genaue Auswertung der seismologischen Instrumente gestern ergab, erreichte dieses Beben die Stärke 4,2 - nicht wie zuerst angenommen 4,1 - auf der Richter-Skala. "Dieses Beben mit Zentrum im Bereich des Loiblpasses war bis Gmünd spürbar", erklärte Fiegweil. Das erste Nachbeben erfolgte um 16.04 Uhr, das zweite um 20.33 Uhr. Beide hatten die Stärke 2.
Eines der heftigsten Beben. Das Neujahrsbeben war eines der heftigsten in Kärnten in den vergangenen zehn Jahren und wird an Stärke nur von jenem Beben vom 12. Juli 2004 mit dem Wert 5,4 auf der Richter-Skala übertroffen.
Gefährlich. Beiden gemeinsam ist laut Fiegweil: "Sie sind von Slowenien ausgegangen." Kärnten ist dann besonders gefährdet, wenn Erdbeben ihren Verlauf von Süden nach Norden nehmen. "Das hat man 1976 gemerkt, als es im Friaul bebte, aber auch 1998 beim Beben in Bovec." Fiegweil kann den Grund dafür nennen: "Die afrikanische Platte schiebt sich unter die eurasische. Die Bruchzone der beiden Platten liegt im Mittelmeer. Bei der Verschiebung werden die Alpen aufgefaltet, was zu den Erderschütterungen führt." Warum diese Platten immer wieder in Bewegung geraten, ist aber selbst für den Experten ein Rätsel. "Darüber gibt's viele Theorien, wirklich wissen wir es aber nicht."
Vorläufer für weitere Beben? Ebenfalls ungewiss ist, ob das Neujahrsbeben ein Hauptereignis war oder Vorläufer eines weiteren, noch heftigeren Bebens sein könnte. "Wir haben nur die Erfahrung, dass starke Beben selten sind. Eine Prognose ist nicht möglich", so Fiegweil.
Jetzt ist es gewiss: Zu Neujahr bebte die Erde drei Mal
Neujahrsbeben hatte zwei Nachläufer, die von den Menschen nicht gespürt wurden. Verschiebung tektonischer Platten ist Ursache für die Beben.
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