Kaum war der Schlamm aus dem Keller entfernt, kam der Anruf von „Kärntner in Not“. Der Witwe war zwar kein sehr hoher Schaden entstanden, aber mit ihrer kleinen Pension (plus Ausgleichszulage) ist jeder Euro für zusätzliche Ausgaben eine Belastung.

Deshalb hat sie sich sehr gefreut über die Zusage einer Soforthilfe im dreistelligen Bereich. Endlich könne sie auch Winterstiefel kaufen, die ursprünglich als dringend notwendige Anschaffung eingeplant waren, wegen der Hochwasserkatastrophe hatte sie darauf verzichten müssen. Unvorstellbar, dass zwei so existenzielle Vorhaben – Schadensbehebung in den eigenen vier Wänden und warme Kleidung – sich gegenseitig ausschließen.

„Danke“, stand bei der Überweisung eines höheren Spendenbetrages am Spendenkonto-Auszug. Ein Danke dafür, dass „Kärntner in Not“ zu den hilfsbedürftigen Menschen direkt hinkommt und der Spender mit seiner Absicht, Linderung zu verschaffen, Teil der Hilfsaktion wird.

Steigende Spendenbereitschaft

Teilen, helfen, spenden als Sehnsucht nach Liebe, Geborgenheit, Friede und Harmonie, so hat es der designierte Kärntner Bischof, Caritasdirektor Josef Marketz, kürzlich im Interview formuliert. Er attestiert den Kärntnern eine starke Solidarität. Die Bereitschaft, in Notsituationen zusammenzustehen, sei bei der jüngsten Unwetterkatastrophe wieder sichtbar geworden. So interpretiert auch der Vorstand des Vereins „Kärntner in Not“ die steigende Spendenbereitschaft.

Der im Vorjahr erfolgte Sprung über die Millionen-Grenze (von 990.000 im Jahr 2018 auf 1.275.000 Euro, also ein Spenden-Zuwachs von mehr als 25 Prozent) wird von „Kärntner in Not“ weniger als Rekordergebnis betrachtet, sondern vielmehr als Auftrag, weiterhin mit großer Sorgfalt dort Hilfestellungen zu geben, wo sie mit hoher Nachhaltigkeit und Effizienz wirken. Er rüstet „Kärntner in Not“, im Bereich Armutsbekämpfung weiterhin tätig zu sein. Und er stattet den Katastrophenfonds von „Kärntner in Not“ aus, in Einzelfällen umfassende Hilfestellung für einen Neustart geben zu können. Zudem sind weiterhin Naturkatastrophen zu befürchten.

Der Schulterschluss mit Hilfesuchenden wird von Spendern als Hauptmotiv für die Spendenbereitschaft genannt. Als vor Weihnachten der Präsident der Arbeiterkammer Kärnten, Günther Goach, im Gespräch mit dem „Kärntner in Not“-Team von der steigenden Spendenbereitschaft erfuhr, verwies er auf die sinkenden Erträge der Spareinlagen. Teilen und das Bewusstsein, damit anderen zu helfen als Rendite: ein schöner Gedanke!