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Kärntner in NotIm Kampf gegen Armut ist jeder Euro Gold wert!

Wir bitten um Ihre Unterstützung für fünf vom Schicksal hart getroffene Familien und hunderte andere Notfälle.

© KLZ/Helmuth Weichselbraun
 

Es geht uns gut, die Wirtschaft boomt. Arbeitslosenzahlen sinken. Ja, das trifft auf den Großteil der Österreicher zu, sie haben gesicherte Pensionen, durch Kollektivverträge geregelte Einkommen, leben, wenn nicht sorgenfrei, ohne Existenzängste.

Doch es gibt auch eine Schattenseite. 121.000 Notstandsbezieher leben in Österreich. Sie haben ihren Job verloren, vielleicht weil sie krebskrank waren, finden als Langzeitarbeitslose nicht mehr zurück in die Arbeitswelt. Ihr familiärer Rückhalt ist zerbrochen, einige fallen so tief, dass sie plötzlich ein Leben auf der Straße führen. Fast jede Woche erreicht uns von Obdachlosenbetreuungseinrichtungen ein Antrag. Viele unserer Antragsteller sind Familienväter oder Alleinerziehende. Sie haben dank des Sozialsystems Einkommen wie Kinderbetreuungsgeld, Rehageld, beziehen Mindestsicherung. Bei 840 Euro im Monat bleibt nichts, um für Notfälle zu sparen. Da kann der Brennholzkauf, die Zahnsanierung, der Selbstbehalt nach Krankenhausaufenthalt zur großen Hürde werden. Die geschiedene Ehefrau muss mit der Mindestpension von brutto 909 Euro ihr Auslangen finden. Wenn sie aus gesundheitlichen Gründen in eine barrierefreie Wohnung umziehen muss, hat sie keine Ressourcen für Kaution oder einen neuen Küchenblock. Die Armut in Österreich ist eine versteckte. Niemand muss hungern. Aber von vielen ist die Teilhabe an der Gesellschaft, am Gemeinschaftsleben sehr beschränkt, auch aus Scham. 1009 Anträge haben wir im Vorjahr bearbeitet. 908 waren es bis gestern. 2019 werden es nicht weniger sein.

Warum es so wichtig ist, Menschen in Not beizustehen, haben wir Weggefährten, die fast alle seit 15 Jahren „Kärntner in Not“ unterstützen, gefragt. Wie die BKS Bank, die "Kärntner in Not" seit Beginn unterstützt und seit 2008 mit einer Fördersumme ausstattet. Wie die Richtervereinigung, die ehrenamtlich den Justizlauf organisiert und damit einen Beitrag von 42.550 Euro geleistet hat. Oder die Firma cms electronics in Klagenfurt (seit 2004 25.000 Euro gespendet), Vereine wie die Trachtengruppe St. Margareten (19.500 Euro) oder die Frauenbewegung Feldkirchen (18.300 Euro), die mit großem Zeitaufwand ihre Veranstaltungen umsetzen, um damit großartige Hilfe zu leisten.

Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank Foto © Gernot Gleiss

Interview mit Herta Stockbauer

Warum ist die Hilfe im eigenen Land wichtig, obwohl in Österreich das soziale Netz gut ausgebaut ist?
Auch ein staatliches Netz hat Lücken. Zudem sind staatliche Hilfen meist mit einem hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Daher dauert es oft länger, bis die Auszahlungen an die Betroffenen erfolgen. Aus diesem Grund ist es vor allem bei plötzlichen Schicksalsschlägen wichtig, dass Hilfe unmittelbar geleistet wird. Die Unwetterkatastrophe Ende Oktober war dafür beispielhaft. Kärntner in Not hat sofort einen Notfallfonds geöffnet. Auch unsere Mitarbeiter und die BKS Bank werden eine Spende leisten.

Welchen Beitrag kann der Einzelne gegenüber der Gesellschaft leisten?
Soziale Verantwortung zu übernehmen ist in vielfältiger Form möglich. Sei es durch Spenden oder ehrenamtliche Tätigkeiten in Vereinen oder Hilfsorganisationen. Die vielen freiwilligen Helfer der Feuerwehr und Rettungsorganisationen haben während und nach den Unwettern Enormes geleistet. Ich ziehe meinen Hut vor allen, die sich für soziale Organisationen ehrenamtlich engagieren. Gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen ist aber nicht nur Aufgabe von Einzelpersonen, sondern auch von Unternehmen. Als BKS Bank bieten wir unseren Mitarbeitern attraktive Arbeitsplätze und unseren Kunden nachhaltige und qualitativ hochwertige Beratung und Produkte. Wir unterstützen verschiedene
Organisationen mit Spenden und Sponsorings. Unsere Mitarbeiter leisten während der Arbeitszeit regelmäßig Freiwilligenarbeit im Namen der BKS Bank. 2017 waren dies 658 Arbeitsstunden.

Die Einkommensschere zwischen Arm und Reich geht auseinander: Wieviel soziale Absicherung soll der Staat leisten, wie viel Selbstverantwortung ist dem Einzelnen zumutbar?
Österreich bietet in vielen Fällen eine gute soziale Absicherung. Allerdings gibt es Bereiche, wie das Pensionssystem, die nach wie vor eine Neuadjustierung erfordern würden. Es ist absehbar, dass die staatlichen Pensionen in der derzeitigen Form auf Dauer nicht finanzierbar sind. Daher empfehlen wir allen, ihre Eigenverantwortung wahrzunehmen, und in eine private Altersvorsorge zu investieren. Eigenverantwortung ist für mich auch, sich regelmäßig mit seinen Finanzen zu beschäftigen - und zwar unabhängig davon, ob man viel oder wenig hat. Es lohnt sich, zumindest eine Zeit lang ein Haushaltsbuch zu führen, in das Ausgabe eintragen werden, um zu sehen, wohin das Geld fließt. Danach kann man leichter erkennen: Welche dieser Ausgaben sind wirklich nötig und wo kann ich einsparen. Ihr Bankbetreuer hilft Ihnen auch bei den Checks Ihrer Versicherungen und Finanzprodukte, gemeinsam sehen Sie dann, ob
alles up-to-date ist und Ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht.

Warum nimmt die BKS Bank durch die Unterstützung von Kärntner in Not diese Verantwortung seit Jahren wahr?
Armut gibt es leider nicht nur in fernen Regionen, sondern auch hier vor Ort. Als Regionalbank ist es uns wichtig, dort zu helfen, wo wir tätig sind. Kärntner in Not macht Schicksalsschläge öffentlich und hilft Menschen, in schwierigen  ebenssituationen mit finanziellen Mitteln. Diese sind in den meisten Fällen auch zweckgebunden und werden zum Beispiel zum Ankauf von medizinischen Geräten, zur Übernahme von Kosten für Therapien oder Operationen verwendet.

Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank

 

Die Richter Manfred Herrnhofer und Gernoth Kanduth veranstalteten zum 15. Mal den Justizlauf Foto © KLZ/Helmuth Weichselbraun

Hilfesuchende finden schwer Gehör

Wer mit offenen Augen durch unser Land geht, muss feststellen, dass selbst der im Vergleich zu anderen Staaten sehr hohe soziale Standard in Österreich bei weitem nicht genügt, allen Menschen ein einigermaßen sorgloses Leben zu garantieren. Solange die Unterstützung der öffentlichen Hand nicht ausreicht, die grundlegenden Bedürfnisse auch der schwächsten Glieder unserer Gesellschaft zu befriedigen, bedarf es humanitärer Initiativen wie Kärntner in Not - dies gilt ganz besonders, wenn persönliche Schicksalsschläge ursächlich für die Notsituation der Betroffenen waren.

Eine der großen Gefahren der Informationsflut, der wir tagtäglich ausgesetzt sind, liegt meiner Ansicht darin, dass wir abgestumpft sind oder wegzuschauen gelernt haben. Das ist einerseits verständlich - wer will sich schon ständig mit negativen Eindrücken belasten -, andrerseits wird es für Hilfesuchende zusehends schwieriger, Gehör zu finden. Um uns als Wohlstandsgesellschaft nicht dem Vorwurf auszusetzen, bedürftige Mitmenschen in ihrer Not alleine zu lassen, müssten wir wieder mehr hinhören und -sehen, um im Rahmen unserer jeweiligen individuellen Möglichkeiten Unterstützung leisten zu können. Dafür müssten wir aber letztlich auch bereit sein, eigene Klischees abzubauen und den - oft aus Selbstschutz - gewählten Weg der Gleichgültigkeit zu verlassen.  

Manfred Herrnhofer und ich, können es eigentlich selbst gar nicht fassen, dass wir heuer den Justizlauf schon zum 15. Mal veranstaltet (und über die Jahre rund EUR 42.500,00 für Kärntner in Not gesammelt) haben. Beweggründe für unsere Durchhaltekraft gibt es wohl viele: Da wären die vielen Freundschaften, die wir durch die Veranstaltung vertieft haben aber auch neu schließen konnten, die bereitwillige Unterstützung durch Sponsoren, die Mithilfe von Kolleginnen und Kollegen vor Ort und schließlich die von unseren Familien geteilte Begeisterung für die Sache an sich. Wir genießen es aber wohl auch einmal, - anders als in unserem Berufsalltag - niemanden "verlieren" lassen zu müssen, da selbst die langsamsten Teilnehmer  als "Genussläufer" prämiert und einen ganz besonderen Preis erhalten.

Gernoth Kanduth, Vizepräsident der Vereinigung der österreichischen Richterinnen und Richter

 

Michael Velmeden, Vorstandsvorsitzender cms electronics Foto © KLZ/Markus Traussnig

Hilfsbereitsschaft ist ein Grundwert

Durch Initiativen wie Kärntner in Not erfolgt die Hilfe unmittelbar, unbürokratisch und persönlich. Es ist „Nachbarschaftshilfe“ im Großen organisiert.

Der Gebrauch von Grundwerten wie Höflichkeit, Respekt und Hilfsbereitschaft machen das Zusammenleben und –arbeiten angenehmer. Ein gutes Stück Weltoffenheit würde das Zusammentreffen mit den verschiedenen Kulturen, die auch mit den Flüchtlingen zu uns kommen, sicherlich einfacher machen. Es muss nicht immer monetäre Hilfe sein. Eine helfende Hand kann manchmal wertvoller sein. 

Die Mitarbeiter der cms electronics arbeiten mit großen Einsatz und Elan daran, dass es uns gut geht und wir haben das Glück, dass dies auch seit so langer Zeit mit Erfolg belohnt wird. Mit unserer Spende möchten wir einen Teil des Erfolges weitergeben an jene, denen es nicht so gut geht und die Hilfe benötigen.

Michael Velmeden, Vorstandsvorsitzender cms electronics

 

Die Trachtengruppe St. Margareten veranstaltete ihr 13. Fisolenfest Foto © Ogris Hannes

Das Gemeinsame ist wichtig

Die Hilfe, die wir geben, ist eine schnelle Hilfe, wir helfen auch im Ort, zum Beispiel bei Todesfällen. Unser Motto heißt einfach, in Notfällen zu unterstützen.Man kann auch selbst schnell betroffen sein, wie die Unwetterkatastrophen zeigen. Auch da ist es wichtig, dass schnell geholfen wird.

Ich engagiere mich, weil ich grundsätzlich eine soziale Einstellung habe. Und wegen meiner Liebe zum Brauchtum. Es macht vor allem Freude, mit anderen Menschen zusammenzukommen. Das Gemeinsame ist wichtig, wenn wir uns treffen, sind es immer sehr schöne DStunden.

Elisabeth Wutte, Obfrau der Trachtengruppe St. Margareten

 

Brigitte Bock und ihre Mitarbeiterinnen organisieren seit Jahren Flohmärkte und Adventbasare in Feldkirchen Foto © Manfred Schusser

Es ist ein Bedürfnis, Leid zu lindern

Das soziale Netz in Österreich ist wirklich gut ausgebaut, aber leider ist es auch in einem Land wie Österreich immer noch so, dass oft rasche Hilfen notwendig sind, die der Staat ohne Anträge nicht  geben kann. Es ist sicher notwendig, alles zu überprüfen, aber es gibt eben auch Menschen die mehr Hilfe brauchen. Es gibt notwendige Anschaffungen, die die eigenen Möglichkeiten übersteigen. Es gibt Menschen, die durch Naturkatastrophen zu außernatürlichen Ausgaben gezwungen werden. Es gibt Menschen, die durch Arbeitslosigkeit ihrem gewohnten Alltag nicht mehr gerecht werden können. Es gibt Menschen, die krank werden und plötzlich ist alles anders. Es gibt eben immer wieder Menschen,  die rasche und unbürokratische Hilfe brauchen.

Man kann nicht die ganze Welt retten, aber man kann Einzelschicksale erleichtern. So denken ich und mein Team der Frauenbewegung und durch unser Beispiel können wir andere motivieren, uns nicht mehr verwendete oder gebrauchte Gegenstände zu überbringen, damit wir Flohmärkte und Basare veranstalten können.

Oft hören wir, dass uns die Überbringer der Sachspenden sagen, dass sie froh sind, dass sie dadurch auch karitativ einen Beitrag leisten können. Also bringt Spenden auch ein bisschen ein Wohlgefühl, für die Gesellschaft etwas getan zu haben. Auch mir und meinen Mitarbeitern ist es ein Bedürfnis, jenen etwas abgeben zu können, denen es nicht so geht wie uns.

Die einzige Antwort auf die Frage, warum man helfen soll, lautet: „Warum nicht? Nur so können wir das Leben eines weniger Glücklichen verbessern und Leid lindern.

Brigitte Bock, Obfrau der Frauenbewegung Feldkirchen

Kommentare (1)

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GordonKelz
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0
Lesenswert?

Völlig richtig ....

....aber auch jener Euro ,der insbesondere den Armen noch beim Sterben abgeschmutzt wird . Hat Villach ,die Milliardenstadt DAS nötig ?
Gordon Kelz

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