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Kärntnerin des Tages

Vom Lesachtal in die "Champions League" der volkstümlichen Musik

Ein Händchen für das Handörgeli: Melissa Naschenweng (25) aus Birnbaum im Lesachtal spielt beim Donauinselfest und in der TV-Show "Die Schlager des Sommers" von Florian Silbereisen.

Melissa Naschenweng erobert die großen Bühnen
Melissa Naschenweng erobert die großen Bühnen © Hochleitner
 

Als erstes Land hat sie ausgerechnet die neutrale Schweiz erobert. Dort ist Melissa Naschenweng längst ein Superstar der volkstümlichen Szene. Und das hat nichts mit der Sprache zu tun, obwohl Lesachtalerisch und Schweizerdeutsch für ungeübte Ohren ähnlich fremd klingen. Schuld ist die pinke Steirische Harmonika der 25-jährigen Musikerin und Sängerin aus Birnbaum. „Die Schweizer stehen im Allgemeinen auf das Instrument. Sie nennen es Handörgeli“, weiß Naschenweng.

Obwohl das österreichische „Quetschn“ nicht annähernd so niedlich klingt, erklimmt die Kärntnerin nun auch hierzulande und bei unseren Lieblingsnachbarn im Norden die ganz großen Bühnen. Am kommenden Sonntag spielt Naschenweng am Donauinselfest in Wien, bevor am 9. Juli ein Millionenpublikum folgt: In der von Florian Silbereisen moderierten MDR-Show „Die Schlager des Sommers“ wird die Lesachtalerin ihre neue Single vorstellen.

Die Geschichte vom Kärntner Mädchen mit der Ziehharmonika ist so schön, dass man sie wohl einmal verfilmen wird. „Ich hab mit sechs Jahren angefangen“, erzählt Naschenweng. Kein Wunder, bei diesen Vorbildern: Schon der Opa, er war Hüttenwirt am Wolayersee, unterhielt seine Gäste mit der „Quetschn“. Papa Andreas, lange Zeit Gastwirt in Birnbaum, ist mittlerweile seit 22 Jahren beim Wolayersee Echo am Drücker der „Steirischen“.

"Voll uncool"

Zehn Jahre lang spielte Melissa Naschenweng auch Querflöte bei der Bauernkapelle Birnbaum, blieb abseits dessen jedoch immer bei der Ziehharmonika. „Die anderen Jugendlichen haben das uncool gefunden“, erinnert sich die Lesachtalerin, der das allerdings ziemlich egal war. Sie hatte andere Zukunftspläne. Nach der Matura ging’s zum Jus-Studium nach Graz. „So richtig“, beteuert Naschenweng. „Ich hab keine einzige Prüfung ausgelassen.“ Doch dann kam das Fernsehen. 2012 wurde die Kärntnerin, die in ihrer Freizeit weitermusiziert hatte, zur Teilnahme am Nachwuchswettbewerb des Musikantenstadls eingeladen.

Daheim im Lesachtal
Daheim im Lesachtal Foto © KK/Privat

„Ich bin zwar nur Zweite geworden, aber der Auftritt hat mein Leben auf den Kopf gestellt“, sagt die Lesachtalerin. Es folgten die erste CD und der Entschluss, das Studium bleiben zu lassen. Der Start der großen Karriere markiert gleichzeitig das Ende der bis dahin ausnahmslos schönen, ja beinahe kitschigen Geschichte. Denn die Schlager- und Volksmusikszene hat wenig mit der heilen Welt zu tun, die sie besingt. Naschenweng formuliert es so: „In diesem Geschäft wird einem nichts geschenkt. Es gibt viele, die Erfolg haben wollen. Der Neid ist groß. Man muss wirklich hart an sich arbeiten. Vor allem, wenn man so sensibel ist wie ich.“

Neues Album

Mittlerweile kann die Kärntnerin darüber lachen, wenn ihr Medien wieder einmal eine Affäre mit Andreas Gabalier andichten. „Er ist ja ein fescher Kampl, aber fix vergeben.“ Auf Naschenweng trifft das im Moment nicht zu. Die spärliche Freizeit zwischen den vielen Auftritten gehört ihrer Familie und Hund „Sunny“. Außerdem arbeitet die Musikerin fleißig am neuen Album, auf dem sie quer durch alle musikalischen Genres zu hören sein wird. „Von Volksmusik bis Pop ist alles dabei“, verrät die 25-Jährige, die derzeit vor allem auf Taylor Swift steht.

Die pinke Steirische Harmonika ist fixer Bestandteil jeder Naschenweng-Nummer. Sogar, als die Lesachtalerin im Vorjahr mit dem sexy Schlager „Federleicht“ auf den Spuren von Helene Fischer wandelte, war ihr Lieblingsinstrument mit von der Partie. „Ich bin kein Model, sondern Musikerin. Die Ziehharmonika gehört zu mir“, sagt sie. Dafür gibt es auch ganz einen ganz praktischen Grund: Das „Handörgeli“ hat die Kärntnerin noch nie im Stich gelassen. „Eine Ziehharmonika braucht keinen Strom. Wenn die Technik streikt, spiele ich weiter. Das können nicht viele in der Branche.“

GEORG LUX

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