Mit Rezepten kennt sich Karl Berger (54) aus. Das hat mit seinem Beruf zu tun – er hat Pharmazie studiert – und mit einem seiner vielen Hobbys. Dazu später.
Mit 1. Jänner hat der 54-Jährige die Apotheke in Weitensfeld im Gurktal von Ursula Jöbstl, sie ist in Pension gegangen, übernommen. „Meine neue Arbeit ist herausfordernd, aber sie macht mir großen Spaß. Das liegt auch an meinem Super-Team“, sagt Berger nach den ersten Monaten als Apothekenbesitzer.
Neu ist für Berger nur die Leitung einer eigenen Apotheke. In einer solchen kennt er sich bestens aus. Nach dem Gymnasium in St. Veit/Glan, dem Pharmaziestudium in Graz und dem Praxisjahr in Gratwein in der Steiermark hat er insgesamt 26 Jahre in der Salvator Apotheke in Feldkirchen gearbeitet. „In dieser Zeit habe ich sehr viel gelernt“, sagt er.
Rasche Entscheidungen gefragt
Unter anderem Eigenschaften, die für den ursprünglich aus Kraig stammenden Berger, einen guten Apotheker ausmachen. Neben sozialer Kompetenz sei das die Fähigkeit schnell Entscheidungen treffen zu können. Wenn ein Kunde, der nicht mit einem Rezept vom Arzt kommt, in der Apotheke seine Beschwerden schildert, braucht es rasche niederschwellige Hilfe, so Berger. Das beginne schon mit der grundsätzlichen Entscheidung Schul- oder Alternativmedizin oder eine Kombination aus beiden. „Dazu kommt, dass heutzutage viele Kunden deutlich mehr Vorinformationen zur Selbstmedikation haben als noch vor 10, 15 Jahren.“
Mehr als 500 eigene Rezepte
Eines von Bergers Hobbys – neben dem wichtigsten: seine Familie – ermöglicht es ihm noch besser auf individuelle Wünsche seiner Kunden eingehen zu können. „Ich entwickle eigene Rezepte.“ Rund 500 solcher magistralen Rezepturen hat der Pharmazeut in den vergangenen Jahrzehnten kreiert. Seine selbstgefertigten Arzneimittel gibt es als Cremen, Salben, Tees, Tinkturen oder als Kapseln. Die Einsatzgebiete reichen von Husten und Erkältungen über Neurodermitis und Entzündungen bis zu Mineralstoffpräparaten und Elektrolytgetränken für Sportler.
Gin mit Rosenblüten
Aber Berger kennt sich nicht nur bei medizinischen, sondern auch bei kulinarischen Rezepten aus. Denn ein weiteres seiner Hobbys ist die Patisserie, die Herstellung von Süßspeisen. Sein selbstkreierter Geheimtipp: Eine Torte mit Biskuitboden und eine Creme aus Joghurt und eingerührten Früchten. Wenn er danach etwas zur Verdauung braucht, hat der 54-Jährige auch etwas: Sein für den Eigengebrauch selbstgebrannten Gin. Den gibt es mit Zirben- und Rosenblütengeschmack.
Bekannter Gasthof
Beim Kochen hat Berger aber wohl nicht zu bezwingende Konkurrenz in der eigenen Familie: Seiner Frau Christine gehört der bekannte Gasthof Seitner in Feldkirchen. Wer von ihren beiden Töchtern – Carolin (17) und Christin (14) – künftig welche Rezepte mixen wird, scheint derzeit klar zu sein. „Carolin will Pharmazie studieren“, sagt Karl Berger, der auch gerne Sport macht (Tennis, Skifahren, Laufen). Und dann ist er noch im Kader des Fußballklubs SGA Sirnitz (Unterliga Mitte), als eiserne Reserve.
Wie sich das alles ausgeht? „Alles eine Frage, der Organisation.“