Mehr als 100 Mal mussten Kärntens Feuerwehren aufgrund der starken Regenfälle seit Montag ausrücken: "Es waren 71 Feuerwehren mit 850 Kräften im Einsatz. Großteils technische Einsätze aufgrund des Starkregens. Betroffen waren die Bezirke Völkermarkt, Klagenfurt Land, Feldkirchen, Hermagor und Spittal an der Drau", hieß es von der Landesalarm- und Warnzentrale (LAWZ). Große Schadensereignisse sind aber ausgeblieben. Und auch die Nacht auf Mittwoch blieb zum Glück ohne weitere Schadensereignisse. "Die Nacht war ruhig. Es gab nur hie und da einige Aufräumarbeiten", so die LAWZ.

Laut GeoSphere Austria (ehemals ZAMG) fielen vor allem von Montag auf Dienstag, speziell in Oberkärnten sehr große Regenmengen. So wurden in Kornat im Lesachtal 135 Liter gemessen, in Maria Luggau 124 und in Kötschach-Mauthen 92 Liter. In St. Michael ob Bleiburg im Bezirk Völkermarkt waren es rund 60 Liter. 

Lagebeurteilung

Dienstag wurde unter der Leitung von Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) und Katastrophenschutzreferent Landesrat Daniel Fellner (SPÖ) die Lage mit Behörden, Bundesheer, Einsatzkräften und Fachleuten beurteilt. Ein Hotspot war laut Krisenstab das Wiesenmarktgelände in Bleiburg, wo es zu Überflutungen gekommen ist. Diese entstanden laut Bezirkshauptmannschaft Völkermarkt durch eine Verklausung, die inzwischen beseitigt wurde. Das Gelände wurde mit Großpumpen abgepumpt, am Feistritzbach ist ein Hochwasserschutz errichtet worden. Wie berichtet, mussten in der Nacht 20 Schausteller vom Gelände evakuiert werden. Doch nach derzeitigen Stand wird der Bleiburger Wiesenmarkt ab Freitag wie geplant stattfinden. Der Aufbau läuft weiter.

Am Feistritzbach wurde ein Hochwasserschutz errichtet
Am Feistritzbach wurde ein Hochwasserschutz errichtet © Simone Jäger

Die EL Bleiburg/Pliberk stellt währenddessen die Frage, welche Auswirkungen die Versiegelung der Flächen für ein geplantes Einkaufszentrum auf das Marktgelände haben. "In Hochwassersituationen in der Vergangenheit war die Situation auf der Marktwiese nie derart extrem, die Wassermassen konnten immer auch auf die Flächen gegenüber des Wiesenmarktes abrinnen. Weil diese Flächen für ein neues Einkaufszentrum neben dem Billa-Markt mit behördlicher Genehmigung reguliert und abgedichtet wurden, hat der Feistritzbach faktisch wesentliche weniger Spielraum und überflutet zwangsweise die Marktwiese", heißt es in einer Aussendung.

Daher fordert die EL Bleiburg Maßnahmen ein, damit auch Starkregen zu keinen einschneidenden Folgen am Bleiburger Wiesenmarkt führen kann sowie Klärung durch den Landesgeologen, in welchem Zusammenhang die durch die Regulierung und Versiegelung der Fläche des geplanten Einkaufszentrums stehen.

Entspannung an den Flüssen

Eine deutliche Entspannung gibt es laut Hochwasserwarnservice Kärnten mittlerweile an den Flüssen im Land. In Unterkärnten kann es aber durch weitere Regenfälle zu Rutschungen kommen. Dienstagabend sind laut Prognose der GeoSphere Austria vor allem im Südosten Kärntens lokal noch größere Regenmengen möglich. "Am Nachmittag werden die Regenschauer in Mittel- und Unterkärnten wieder häufiger. In Oberkärnten erwarten wir weniger Regen", sagte Andreas Mansberger, Meteorologe der GeoSphere Austria. Am meisten Niederschlag werde im Bereich der Sau- und Koralpe sowie in den Karawanken erwartet. "Bis Mittwochmorgen sind noch 20 bis 40 Liter Niederschlag im Nahbereich der Karawanken möglich", so Mansberger.

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Spätsommer ab Donnerstag

Und auch am Mittwoch sind weitere Niederschläge noch möglich, sagt der Meteorologe: "Aber sie werden bereits deutlich weniger, die Wetterlage bleibt allerdings noch instabil". Ab Donnerstag werden die Sonnenstunden häufiger, es bleibt aber noch recht kühl und lokal können immer wieder kleinere Schauer auftreten. "Ab Freitag gehen die Temperaturen wieder deutlich nach oben. Bis zu 26 Grad sind da schon wieder möglich", prognostiziert Mansberger und verspricht für den Samstag sowie Sonntag sogar bis zu 28 Grad mit vielen Sonnenstunden: "Ganz auszuschließen sind am Wochenende kleinere Schauer nicht, aber es bleibt grundsätzlich stabil und sonnig".