Die Coronalage in Kärnten hat sich in den letzten Wochen entspannt, die Welle ebbt ab. Nachdem am 11. Oktober eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1150,7 verzeichnet wurde, lag der Wert in Kärnten laut Ages (Stand Freitagmittag) bei 237,4. Bezirke wie Villach Stadt (nach dem Villacher Kirchtag), Völkermarkt (nach dem Bleiburger Wiesenmarkt) oder St. Veit (nach dem Wiesenmarkt), waren Corona-Hotspots, inzwischen mutierten viele zu Musterschülern. Hermagor (116,2) weist aktuell die niedrigste Inzidenz Österreichs vor, Spittal (151,9) liegt im Positiv-Ranking auf Platz vier, St. Veit (177,9) ist vor Völkermarkt (178,8) Zehnter. "Laut Abwassermonitoring ist in allen Kläranlagen ein weiterer Rückgang der Virenlast feststellbar", sagt Landessprecher Gerd Kurath.

Jörg Weber, Primarius im Klinikum Klagenfurt und Normalbettenkoordinator des Landes, hat für diesen Trend Erklärungen. "Wir haben zuerst im Juli die Sommerwelle erlebt, die Menschen wollten raus, in den Urlaub, zu Festen. Dann kam im September die Schulwelle. Da haben die Kinder, die Eltern und schließlich die Großeltern angesteckt", sagt Weber. Das lässt sich mit Zahlen nachvollziehen: Am 27. September war die altersgruppenspezifische Inzidenz bei den Fünf- bis 14-Jährigen (1030,6) am höchsten, am 11. Oktober bei den 35- bis 44-Jährigen (1488,8) und aktuell bei den 75- bis 84-Jährigen (304,9).

Entspannte Lage in Spitälern

Im Gegensatz zu vor zwei Jahren hätten sich aber die Voraussetzungen geändert. "57 Prozent der Kärntner sind voll immunisiert und 308.000 Genesene gibt es, viele haben also die Infektion einmal oder mehrmals durchgemacht. Dadurch sind 90 Prozent der Kärntner in irgendeiner Weise immunisiert", so Weber. Auch in den Spitälern hat sich die Lage entspannt. 44 Infizierte sind auf Normal-, sechs auf Intensivstationen untergebracht. "Die Verläufe sind deutlich leichter. Die 40-Jährigen auf der Intensivstation gibt es nicht mehr. Dort sehen wir derzeit Patienten, bereits länger schwer und schwerst krank waren."

"Weihnachtswelle" steht bevor

Weber prognostiziert aber bereits die nächste Welle: "Die durch Weihnachtsfeiern und Weihnachtsmärkte bedingte Weihnachtswelle. Vorsicht und Umsicht ist ratsam, dann werden wir sie entspannt und ohne Maßnahmen durchstehen. Irgendwann geht dem Virus die Luft aus."