Insassen rannten einfach weg"Das Wrack lag unterm Zug, wir suchten nach Insassen"

Nach dem Unfall in St. Veit, bei dem ein Pkw von einem Zug erfasst und zerfetzt wurde, berichten die Helfer. Die Lokführerin stand unter Schock. Der alkoholisierte Unfalllenker und sein Beifahrer wurden erst später gefunden.

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In zwei Teile gerissen wurde der Pkw
In zwei Teile gerissen wurde der Pkw © St. Michael Zollfeld
 

Praktisch in letzter Sekunde haben sich in der Nacht auf Sonntag zwei Autoinsassen in St. Veit vor einem herannahenden Personenzug retten können, der danach das Fahrzeug regelrecht zerfetzte. Wie die Landespolizeidirektion mitteilte, fuhr der Personenzug mit rund 100 Stundenkilometern ins Auto und zerriss es in zwei Teile.

Rettung in letzter Sekunde

Das von einem 20-jährigen Mann aus dem Bezirk St. Veit gelenkte Fahrzeug war kurz nach 23 Uhr auf die Bahngleise geschleudert worden, nachdem es beim Industriepark in Blintendorf von einem unbeleuchteten und nur für Anrainer freigegebenen Weg abgekommen und gegen einen Bahndamm gestoßen war. Dem Lenker gelang es dann nicht, das Auto von den Schienen zu fahren. Wegen des herannahenden Zuges aus Richtung Klagenfurt hätten der 20-Jährige und sein Beifahrer das Auto fluchtartig verlassen müssen, was ihnen laut Polizei erst knapp vor dem Aufprall gelungen sei.

Der Weg, von dem der Pkw abkam, ist nur für Anrainer freigegeben
Der Weg, von dem der Pkw abkam, ist nur für Anrainer freigegeben Foto © Jochen Habich

Alkotest positiv

"Es waren furchtbare Bilder, die wir an der Unfallstelle sahen", sagt Manfred Elsbacher, Einsatzleiter und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr St. Donat. "Trotz sofort eingeleiteter Vollbremsung wurde der hintere Teil des Pkw noch etwa 100 Meter vom Zug in Richtung Glandorf mitgeschleift, das halbe Wrack lag unterm Zug. Wir haben nach den verunglückten Personen und nach Blutspuren gesucht, aber zum Glück nichts gefunden." Elsbacher weiter: "Die Lokführerin hat uns dann erzählt, dass zwei Männer weggelaufen wären. Sie hat sie noch gesehen. Die Frau ist geschockt, wurde abgelöst und vom Kriseninterventionsteam versorgt." 

Der Lenker und sein Beifahrer hatten sich tatsächlich von der  Unfallstelle entfernt, konnten jedoch von der Polizei im Ortsgebiet von St. Veit an der Glan angetroffen werden. Ein Alkotest beim Lenker verlief positiv.

22 Fahrgäste unverletzt

Beide Insassen des Pkw sowie die 22 Fahrgäste im Personenzug der ÖBB blieben unverletzt. Der Gleisabschnitt war für den gesamten Verkehr im Zeitraum von 23.20 Uhr bis ca. 2 Uhr gesperrt. Am Auto entstand aufgrund der enormen Deformation Totalschaden. Der Personenzug wurde im Frontbereich beschädigt, konnte seine Fahrt jedoch nach Freigabe des Streckenabschnittes wieder fortsetzen.

Im Einsatz standen zehn Fahrzeuge sowie 59 Helfer der freiwilligen Feuerwehren, vier Fahrzeuge des Rettungsdienstes sowie der Notfallkoordinator der ÖBB.

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Amadeus005
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Alkoholisiere Raser landeten nach Unfall auf Gleisen

und konnten noch knapp vor Zug aus Wagen springen. Auto hat Totalschaden. Zug Insassen blieben zum Glück unverletzt. - Das wird es sein. Auto auf Bahngleis außerhalb einer Bahnkreuzung ist eigentlich immer ein Fehler eines Autofahrers, wenn nicht gerade eine Brücke einstürzt.

PiJo
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18
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von Zug zerfetzt

Haupsache "Schlagzeile"

Hapi67
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Glücklicherweise

wurde durch den alkoholisierten Raser keine Zuggäste verletzt.

Beim Artikel hat man fast den Eindruck der Zug hat das Auto gefährdet

Vielen Dank

CatsAndDogs
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Ohne diese Übertreibungen...

...liest es ja niemand mehr. Zerfetzt...raste...letzter Sekunde... Medien brauchen Superlative um noch gelesen zu werden...

rkobald
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Liebe Kleine Zeitung

der Zug raste nicht sondern fuhr mit 100 Stundenkilometern