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Kommentar"Kritik an ,Ferienschule' fördert Negativ-Image der Lehrer"

Kärntens Pflichtschullehrer-Vertreter will ganze Verantwortung auf Horte abwälzen: Ein Schlag ins Gesicht für engagierte Lehrer, die gerne ihren Schülern beim Aufholen der Defizite helfen würden.

© KK
 

In den Semesterferien soll für Kinder in ganz Österreich eine "Ergänzungsschule" angeboten werden – auf freiwilliger Basis, sowohl für Schüler, als auch für Lehrer. Ein an sich gutes Angebot, um Bildungsdefizite, die sich in drei Lockdowns angehäuft haben, auszugleichen. Die Bedenken, die Lehrervertreter Stefan Sandrieser äußert, dass die Freiwilligkeit in der Praxis aufgrund eines Drucks von außen nicht ganz gegeben sein könnte, ist grundsätzlich verständlich. Auch die Tatsache, dass nach den herausfordernden Wochen im Distance Learning sowohl Lehrer als auch Schüler eine Pause brauchen können, leuchtet ein.

Kommentare (8)
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Nixalsverdruss
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Es gibt zwei Gründe um Lehrer zu werden:

Juli und August!
Was wie ein billiger Kalauer klingt hat schon einen gewissen Hintergrund:
Eltern stehen in der Regel 5 Wochen Urlaub zur Verfügung. Leider belaufen sich die schulfreien Tage umgerechnet auf ca. 13 Wochen - sprich 74 Tage!!!
=2 Tage Anf. Jänner, 5 Tage Semester, 5 Tage Ostern, 2 schulautonome Tage Christi Himmelfahrt und Fronleichnam, 55 Tage Sommerferien, 5 Tage Herbstferien, ...)
Was sollen Eltern tun, um die Kinder in der anderen Zeit zu betreuen?
Da bleibt oft nur noch das Hort, die Verwandten, oder was sonst????
Nicht auszudenken, wenn die Mutter noch als Verkäuferin eine Sechstagewoche hat ...
Und das Interview eines Lehrers, der gemeint hat, es sei eine Frechheit, dass im Lockdown Eltern ihre Kinder in die Schule schicken, richtet sich daher wohl von selbst...!

erstdenkendannsprechen
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vielleicht sollte man - bevor man kinder kriegt - sich überlegen, dass MAN SELBER

für deren betreuung zuständig ist - letztendlich. und: schule ist KEINE BETREUUNG! von dem gedanken, dass schule ein ort zum aufheben der kinder ist, weil man selber keine zeit hat, sollte man sich schnell verabschieden. das ist nämlich keine aufgabe der schule, mitnichten - es läuft nur bei vielen drauf hinaus.
als wir kinder kriegten, haben wir beide reduziert an stunden (und sind es noch, in den nächsten jahren wird es aber wieder voll werden).
was haben wird davon? weniger einkommen, weniger pensionsbeiträge (also kein eigenes haus, keine zwei urlaube im jahr usw.). aber auch: mehr zeit für unsere kinder, wir sind flexibler bei der betreuung. natürlich sind sie auch in den kindergarten und hort gegangen - aber wenn diese zu haben - dann haben sie zu. die gesellschaft muss sich nciht darum sorgen, dass wir vollzeit arbeiten gehen und mit unseren kindern nur wochenendkontakt haben müssen....

zur ihren lehrer-argumenten: sie schreien nur so hinaus, dass sie ahnungslos sind.

cathesianus
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Zum Glück

hat sich Herr Sandriesser zu Wort gemeldet! Denn Politik und Medien sind ja gleich eifrig bei der Hand, um die Lehrer für Zusatzförderung einzuteilen!
In den Schulen wird auch im Lockdown gearbeitet! Die Lernpakete und Fernunterrichtseinheiten machen sich nicht von selbst!

Nixalsverdruss
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Es ist eben doch eine Frage ...

... der intelligenten Berufswahl!

erstdenkendannsprechen
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ja - genau!

wir brauchen halt nur dringend gute lehrer. ist ja nicht so, dass die auf den bäumen wachsen...

Quack9020
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Gibt aber

Gibt nicht nur motivierte Lehrer, sehe auch sehr viele die komplett überfordert sind.

Videos per Mail Anhang mit 150mb, Eltern die in die Schule fahren müssen um Kopien abzuholen, weil man nicht weiß, wie man die 30 Jahre alten Vorlagen scannt. Das ist nicht böse gemeint. Und dass diese Lehrkräfte seit März weder Hilfe bekommen noch gesucht haben, ist schlecht für den ganzen Stand.

erstdenkendannsprechen
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grad die motivierten sind

dann oft die überforderten.

Koha
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Und ...

viele Lehrer die Aufgaben am Anfang der Woche verteilen und danach eine Woche nicht zu sehen und hören sind. Ich habe 4 Kinder und es gleicht sich an allen Schulen erschreckend.
Das macht etwas mit den Kindern.
Einige Lehrer, ca50%, sind wirklich engagiert, die stützen unsere Kinder und das System, das leider solche Standesvertreter hervorbringt.
Ich denke, Lehrer sollten imstande sein zu lernen. Ich habe den Eindruck viele können oder wollen das nicht.