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"Wir sind einfach zu verwöhnt"Berührender Appell und klare Worte einer Supermarkt-Verkäuferin

Beschwerden einiger Kunden haben eine junge Klagenfurterin, die im Lebensmittelhandel tätig ist, veranlasst, der Kleinen Zeitung zu schreiben. Sie schildert die Angst ihres Sohnes und hofft, „dass die Menschen endlich aufwachen“.

© APA/Pfarrhofer
 

Ich arbeite in einem Lebensmittelgeschäft und habe täglich mit Menschen zu tun, die anscheinend den Ernst der Lage nicht verstehen. Ich habe einen Sohn. Zurzeit fällt es ihm schwer, die Situation zu verstehen. Eigentlich versteht er sie aber schon. Dass irgendetwas anders ist als sonst. Denn Kinder sehen die Welt klarer als so mancher Erwachsene. Er ist zurzeit sehr weinerlich und möchte nicht in die Krabbelstube. Schweren Herzens gebe ich ihn dort ab und gehe dann meiner Tätigkeit nach. Ich weiß, er ist dort gut aufgehoben und die Erzieherinnen sind total einfühlsam und lieb. Trotzdem drehen sich meine Gedanken während der Arbeit um ihn.

Wenn aber dann Kunden kommen und fragen „Warum gibt es heute keine Fastenweckerl?“ oder „Ist das Brot frisch?“, frage ich mich wirklich, ob das ihre einzigen Sorgen sind! Wir alle sind nicht in der Position, sich über diese Kleinigkeiten aufzuregen. Noch dazu sehr unfreundlich und abwertend. Seien wir doch froh, dass die Geschäfte offen haben! Mir persönlich wäre es lieber, wenn wir täglich nur von 8 bis 16 geöffnet hätten. Oder einfach zwei Wochen zu haben, damit der ganze Spuk vielleicht schneller vorbei ist. Doch dann würde die Kriminalität steigen und die Menschen würden in die Kaufhäuser einbrechen, um noch 20 Packungen Klopapier zu ergattern. Ich denke, für zwei Wochen hat jeder etwas zu Hause, ansonsten empfehle ich die alte Restlverwertung als neues Rezept.

Wir sind einfach zu verwöhnt. Ich hoffe sehr, dass die Menschen endlich aufwachen und sich an die Maßnahmen halten. Was ich alles im Geschäft erlebe, möchte ich wirklich nicht erzählen. Ich wünsche jedem nur das Beste. Schaut auf euch und eure Liebsten! Spielt wieder DKT, Würfelpoker, Uno, kocht gemeinsam oder macht Frühjahrsputz. Genießt die Zeit! Bleibt gesund!

Natascha Malle, Klagenfurt

Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

Wenn Sie bei sich Erkältungssymptome bemerken, dann gilt zunächst: zu Hause bleiben und Kontakte zu Mitmenschen meiden! Tritt zusätzlich Fieber auf oder verschlechtert sich der Zustand, dann sollte das Gesundheitstelefon 1450 angerufen werden. Bei allgemeinen Fragen wählen Sie bitte die Infoline Coronavirus der AGES: 0800 555 621 .
Die Nummer 1450 ist nur für Menschen mit Beschwerden! Es gilt: Zuerst immer telefonisch anfragen, niemals selbstständig mit einem Corona-Verdacht in Arztpraxis oder Krankenhaus gehen!

Coronavirus-Infopoint

Kommentare (91)
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Schnurli111
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Unzufrieden und egoistisch

Ich habe lange Zeit im Verkauf und im Gastgewerbe gearbeitet und bin jetzt richtig froh, dass ich mit Kunden nichts mehr zu tun habe. Die Leute werden immer unzufriedener und diese Unzufriedenheit lassen sie dann an den Menschen aus, von denen sie eigentlich abhängig sind. Es gibt genug Menschen, die sich 5 Minuten vor Schließung der Bäckerei aufregen, weil sie nicht mehr ihr Lieblingsbrot bekommen. Im Handel werden genügend Lebensmittel weggeschmissen, weil sich am nächsten Tag nicht mehr verkauft werden können. Das ist leider vielen Menschen total egal. Vielen Menschen würde es nicht schaden, wenn sie an einer Etikette-Schulung teilnehmen und selbst einige Zeit im Handel arbeiten müssten.

silviaCH
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Es sind die unterbezahlten Jobs, bisher ohne Wertschätzung,

die unsere Versorgung gerade aufrecht halten! Hoffentlich vergisst man nach der Krise die Loyalität dieser Menschen nicht!

Srrosie
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Verzicht !!!

Ganz ehrlich - wenn ich in meine Speisekammer schau ..... JA , wir können 2 Wochen ohne Geschäfte überleben !!! Wir leben in einer „Überflussgesellschaft „ und haben es verlernt Nahrungsmittel und Güter zu schätzen !!!!!

MarieNieba
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Arbeit im Lebensmittehandel

Ich arbeite auch im Lebensmittehandel und mach meine Arbeit wirklich gern, aber im Moment gehts mir gleich wie Frau Malle: Täglich hin und hergerissen zwischen Arbeit und Kinder zuhause, dazu die Angst ob man sich ansteckt oder den Älteren im Haus was ūberträgt...und jeden Tag aufs Neue fassungslos wie viele Menschen Abstand und Regeln ignorieren, trotzallem mit Bargeld bezahlen und so weiterleben als wäre nichts 😥. Dann tut es richtig gut wenn man auch Kunden hat die zurūckweichen wenn man durch einen Gang muss, die einen anlächeln und sagen das es nichts ausmacht wenn mal etwas ausgeht.....

BarMag
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Unterschied zwischen Österreich und Deutschland

Es ist schockierend - letzte Woche meldete eine Kassen-Dame aus Wien dem Ö3 das sie angespuckt werden würde - weil es an der Kasse zu langsam ginge.

Nun so eine Meldung aus Klagenfurt ... es mangelt den Österreichern an Wertschätzung und Miteinander. Es wird nur geraunzt und gemeckert ... und wenn man dem Populismus glaubt liegt alles an ... ja woran eigentlich??

Was ist mit dem Miteinander in Österreich geworden?
Wo sind unsere Werte, gemeinsames Handeln, Wertschätzung und Miteinander geblieben?

Als Auslandsösterreicherin (seit 2012) muss ich leider sagen, das es so eine grobe und manchmal ruppig unangenehme Art im Miteinander überall anderswo auf der Welt in dieser Form nicht gibt.

Weder in der Russischen Föderation noch in der Bundesrepublik Deutschland wäre mir je so ein Benehmen aufgefallen.

Ich finde es richtig beeindruckend, dass die Dienstleistung in dieser Situation uns alle nicht im Stich lässt.
- Jeder von uns sollte sich eigentlich bedanken -- und keinen Streit und Zank suchen -- auch wenn die Nerven blank liegen.

Mit lieben Grüßen aus Bayern in die alte Heimat am Wörthersee.

BM

MoritzderKater
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Der Unterschied zwischen Österreich und Deutschland

ist so gravierend nicht.
Letzte Woche, beim Hyper-Hamster-Einkauf in Baden Württemberg (Sindelfingen) hat z.B. eine Kundin, einer anderen Kundin die 2 Toilettpapierpackungen aus dem Einkaufswagen "entwendet" und außerdem "verboten" einen ganzen Karton Dosenbohnen mitzunehmen. Es ist ziemlich laut abgegangen und von Höflichkeit, Wertschätzung etc. war nicht die Rede.
Vielleicht ist es am Geschäft gelegen

etanerr13
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Danke „Natascha Malle“

Vielen Dank für die offenen und mutigen Worte zum Alltag einer Angestellten im Lebensmittel Handel. Man würde meinen, dass wir Menschen zumindest ist einer so befremdlichen und für uns alle ungewohnten Zeit voll Dankbarkeit erkennen würden, wie glücklich wir uns schätzen dürfen in einem Land wie Österreich zu leben. Aber so ist es nicht. Wenn die größte Sorge derzeit (und auch sonst) ist, dass ein bestimmtes Produkt gerade nicht zu Verfügung steht, dann kann ich nur den Kopf schütteln. Solche Menschen können einem Leid tun 😔.
Danke an alle anderen, die sich nicht nur in dieser Zeit für Ihre Mitmenschen einsetzen und auch die kleinen Dinge im Leben voll Dankbarkeit schätzen können.

socke1
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Danke...

...für diesen veröffentlichten Brief! Möge dessen Inhalt vielen, die ein solches Benehmen, ein derartige Überspanntheit an den Tag legen, zum Nachdenken anregen! Diese Angestellte ist nicht die einzige, die arbeiten muss und sich um ihre Familie und auch um sich selbst sorgen muss. Reißen wir uns doch zusammen, bringen wir ein bissl Licht unter die Leut'!

schandopr
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gemeinschaft

In vielen Orten Ös stehen auf markanten Plätzen die Pestsäulen aus Dankbarkeit für das Ende der schlimmen Zeit. Die heutigen Dankessäulen werden wohl die übrig gebliebenen Klo-rollen und die unverbrauchten Gier/Angst - Güter sein, falls wir noch dankbar sein können; hoffentlich bei denen, die sich in dieser schlimmen Zeit für uns aufopfern und jede Menge Ansteckungsgefahren auf sich nehmen. - Auch wenn sich ca. 5% der Öer (Radiomeldung) sich einen Dreck um andere scheren. Ich hoffe sehr, diese brauchen niemals Hilfe von anderen.

Natur56
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Dekadenz

Ja leider ist diese Dekadenz schon unerträglich gewesen und es muss sich wieder normalisieren .........

gforstner
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Leider gibt es immer Leute, die glauben, etwas Besseres zu sein.

Aber so sehr man jetzt allen DANKE sagen muss, dass unsere Grundversorgung unter schwierigen Bedingungen aufrechterhalten wird, wird es nach der Krise hoffentlich u.a.
- neue, bessere Verträge für Handelsangestellte und die gesamte Lieferkette geben
- bessere Preise für Erzeuger regionaler Produkte (Milch; fleisch, etc.)

Hängt bestimmt auch viel davon ab, was der einzelne Konsument aus der Krise lernt.

KarlZoech
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@ gforstner: Da stimme ich Ihnen gerne zu!

Und ich nehme gerne in Kauf, dass dann meine Lebensmittel etwas mehr kosten.

woelffchen
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Klagenfurt ist anders

Leider wohnt die arme und hilfreiche Dame in der falschen Stadt. Sicherlich gibt es auch in Klagenfurt Ausnahmen mit netten Menschen, aber großteils ist man eher unfreundlichen Menschen ausgesetzt. Wir leben jetzt in Villach und sind jeden Tag froh so vielen netten Menschen zu begegnen.

DerPhilosoph
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Da ist viel Wahres dran.....!

Sie haben größtenteils recht.

Natürlich gibt es ÜBERALL Ausnahmen, aber zahlreiche Bewohner Klagenfurts sind ziemlich schnell beim selbstverliebten und überheblich erscheinenden Meckern.

Deshalb gibt es wohl auch in Klagenfurt so wenig Industrie - diese beruht auf tatkräftiger und ehrlicher Kooperation. Nicht auf Show und großartigem Gerede.

9ecdf020284218c158b6a22199d95d45
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Das einzige, das an Klagenfurt besser ist, ist der Eishockeyverein.

Bleibt alle gesund!

Bayerlein
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Klagenfurt ist anders ?????

Ich weiß nicht wo Sie hier gewesen sind, aber egal wo ich hier in Klagenfurt bin, alle sind Sie nett und hilfsbereit, und ich glaube das ist gar nicht so einfach,unter solchen Umständen ,ständig die Angst das man infiziert werden könnte das ganze an seine Familie weitergeben könnte nicht wissend wie das ganze dann ausgehen könnte. Unter diesem Druck dann auch noch nett und hilfsbereit zu sein und das sind die die Menschen die uns hier helfen, ist sicher sehr sehr schwierig. Daran sollten Sie denken bevor Sie solchen Unsinn schreiben.

Civium
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Liebes Woelffchen Zeiten wie diese eignen sich dafür

Menschen zu vereinen aber nicht zu spalten.
Sie lehnen sich hinaus die Bevölkerung Klagenfurts zu beleidigen!!
Liebe Grüsse nach Villach , wachen sie auf!! Wir haben eine Pandemie und befinden uns nicht im Villacher Fasching!!

Civium
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Es gibt keine schlechte

Bevölkerung, nur schlechte Menschen und die gibt es auch in Villach!!

PiJo
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das sagte schon Sokrates

Wer glaubt etwas zu sein, hat aufgehört etwas zu werden
- Sokrates

Civium
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Danke an alle die Produktion möglich

machen, Landwirtschaft Industrie Energiewirtschaft und alle die mit ihrer Arbeitskraft dazu beitragen!
Besonders die die an der Front stehen und kämpfen, die Verteiler damit alle es erhalten was sie brauchen "was sie brauchen" und nicht horten müssen.
Selbstsucht Gier und Egoismus , wenn ihr diese Eigenschaften in Euch entdeckt dann legt sie ab!!!

Bergziege1
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Profitgier Handel

zuerst einmal Hut ab von den Mitarbeitern im Handel die sich derzeit mit Menschen beschäftigen müssen deren Angst vom Verhungern anscheinend sehr groß ist.Vielen Dank

Die Frage stellt sich aber müssen Geschäfte bis spät am Abend offen haben,ist es notwendig Samstag Nachmittag geöffnet zu haben...…..
wir sind in den letzten Jahren mit überdimensionalen Öffnungszeiten sehr verwöhnt worden.
Wir sind aufgefordert uns wieder besser zu organisieren und zu besinnen,dürfte aber für einige sehr schwer sein auf das frische Weckerl am Samstag Nachmittag um 17:00 zu verzichten...….usw.
es gibt unzählige Beispiele wo wir uns nur selbst an der Nase nehmen sollten!
Ob wir die Profitgier von Handelsketten unterstützen das liegt an jedem einzelnen.

Weniger ist mehr!!

Bayerlein
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Großer Respekt

vor den Menschen die in dieser Zeit Ihre Gesundheit oder gar mehr riskieren damit wir uns sicher und versorgt fühlen können. Das ist nicht selbstverständlich und sollte uns allen Respekt abverlangen. Unverständnis für diejenigen die in den Läden hamstern was das Zeug hält, dabei sieht man das immer fleißige Hände die Regale umgehend wieder auffüllen, übrigens auch massenhaft Toilettenpapier. Hamstern macht also gar keinen Sinn .Und an die die immer noch meinen Abstand oder Gruppenbildung sei Quatsch. Das ist es nicht, bedenkt immer es könnte Euch selbst erwischen. Ich bin aber auch sicher gemeinsam werden wir diesen Krieg den Virus besiegen wenn wir uns alle an die Regeln halten und es Menschen gibt die jetzt für uns da sind.

Mein Graz
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Nach knapp 2 Wochen musste ich heute doch mal wieder einkaufen.

Generell konnte ich feststellen, dass die Leute recht diszipliniert sind - allerdings gibt es natürlich auch die unangenehmen Ausnahmen:
- manche quetschen sich am Gang vorbei, weil alles zu langsam geht
- andere husten noch immer nicht in die Armbeuge sondern einfach durch die Gegend
- bei der Kassa wird teilweise noch immer kein Abstand eingehalten

Und die Mitarbeiter? Sind wie immer höflich, hilfsbereit und halten den Laden in Schuss!

Ich hab mir vorgenommen - und habs auch heute schon gemacht:
Ich bedanke mich bei den MA im Handel direkt dafür, dass sie da sind, die Stellung halten und so die Lebensmittelversorgung aufrecht bleibt. Ich sags ihnen einfach - sie sollen wissen, dass ihre Leistung von mir anerkannt und geschätzt wird.

Macht es doch auch so - das freudige Aufblitzen in den Augen, das Lächeln das über das gestresste Gesicht huscht wird euch belohnen!

samro
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ein danke

ja ein grosses danke.

und ich habe es heute schon woanders geschrieben: wäre es nicht auch sinnvoll wenn man die lüftungsanlagen langsamer schalten würde?
da jetzt ja ohnehin weniger leute offensichtlich, nach ihren berichten in den geschäften sind, wäre das ja auch noch gut?
teil sind die gebläse stark eingestellt gewesen und ob das jetzt gut ist habe ich mich öfters gefragt?

Henry44
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Das Verhalten mancher MitbürgerInnen

beim Einkaufen ist zum Fremdschämen!

gsauer
1
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Nachdenken

So lang wir Brot wegwerfen gehts uns gut ,viele sollen mal Geschichte lernen und danach im stillen Kämmerlein nachdenken

 
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