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Tests werden wiederholtKärntner Polizeianwärter müssen zurück an den Start

Ärger über neues Auswahlverfahren: In Kärnten fangen 160 Bewerber, die bei Tests gut abschnitten, wieder bei null an. Es sei ein Gebot der Fairness, dass alle nach gleichen Voraussetzungen eine Chance erhalte.

Polizeischüler beim Training
Auch positive Tests für die Aufnahme an die Polizeischule müssen wiederholt werden © APA/GEORG HOCHMUTH
 

Sie haben sich voll motiviert für den Polizeidienst beworben. So ließen sich auf Herz und Nieren prüfen – und warteten nach erfolgreich absolviertem Verfahren auf die Einberufung. Stattdessen kam jetzt der Tiefschlag aus der Landesspolizeidirektion: „Alle bislang eingelangten Bewerbungen sind nicht mehr gültig ...“ Da seit 1. Jänner 2019 ein neues Auswahlverfahren gelte, seien die Tests auf Basis des neuen Systems zu absolvieren.

Rund 160 junge Kärntnerinnen und Kärntner, die bereits Teile des Tests positiv absolviert haben, sind betroffen. Sie müssen sich im Brief der Landespolizeidirektion so trösten lassen: „Es ist uns bewusst, dass Sie sehr viel Mühe aufwenden mussten, um derart ausgezeichnete Ergebnisse zu erzielen. Dennoch sind wir sehr zuversichtlich, dass Sie auch das neue Auswahlverfahren positiv abschließen werden.“ Was nichts daran ändert, dass so manches „Reformopfer“ seinen Ärger Luft macht: „Das ist unfair!“

Nicht vergleichbar

Der Sprecher des Innenministeriums, Christoph Pölzl, weist Kritik an einer unfairen Behandlung zurück: „Ab 1. Jänner müssen sich alle dem neuen Auswahlverfahren stellen.“ Das alte und das neue Punktesystem seien miteinander nicht vergleichbar. Nur jene, die 2018 die Einberufung zur Ausbildung erhalten haben, sind aufgenommen. Für Hunderte Bewerber bundesweit heißt’s zurück an den Start. Auch wenn diese positiv abgeschlossen hätten, hieße das nach altem System nicht, dass sie genommen worden wären: „Wer es nicht in den Märztermin der Ausbildung geschafft hat, der war nicht gut genug. Da sind nur die Besten der Besten reingekommen.“

In Kärnten wurden im Vorjahr 260 Kandidaten teilgeprüft. 160 lagen gut im Rennen. Nach der Reform der Tests durch das Ministerium „ist es ein Gebot der Fairness, dass alle nach gleichen Voraussetzungen eine Chance erhalten“, sagt Rainer Dionisio, Sprecher der Landespolizeidirektion Kärnten. „Jene 100 Bewerber, die nicht so gut abgeschnitten haben, erhalten eine zweite Chance“, gewinnt er der Situation Positives ab.

Weichselbraun Rainer Dionisio Polizeisprecher
Polizeisprecher Rainer Dionisio © Weichselbraun

Er ist zuversichtlich: „Wer zur Polizei will, wird sich dem neuen Auswahlverfahren stellen.“ Es gebe bereits regen Zuspruch bei den Bewerbungen für den nächsten Kurs in Krumpendorf. Im Internet werden Bewerbungen auf der Webseite www.polizeikarriere.gv.at angenommen.

"Wir brauchen Leute"

Das Niveau der Bewerber in Kärnten ist hoch. Nicht zuletzt wegen des hohen Andrangs müssen Bewerber, die zum Zug kommen wollen, eine hohe Punktezahl erreichen, betont Helmut Treffer von der Personalvertretung.

Bei Treffer haben sie etliche Kandidaten gemeldet, die klagen, dass sie die langwierigen Tests noch einmal über sich ergehen lassen müssen. „Ich hoffe, dass das trotzdem viele Kandidaten machen“, sagt Treffer. „Denn wenn ich auf den Personalstand schaue, ist eines klar: Wir brauchen Leute!“

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