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KärntenEx-Geheimdienstchef im Dienste eines Bischofs

Wochenlang suchte früherer Chef des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung nach Schwachstellen in der Kärntner Diözese.

© KLZ/Traussnig
 

Für den Kärntner Diözesanbischof Alois Schwarz ist der Auftrag „abgeschlossen und erledigt“, das Engagement des „Beraters“ sei hilfreich gewesen und man habe die Ergebnisse bereits für betriebsinterne Umstellungen nutzen können. In kirchlichen Kreisen wird die Angelegenheit nicht so entspannt diskutiert, wie sie Bischof Schwarz darstellt. Zumal es sich bei dem „Berater“ um eine schillernde Persönlichkeit handelt, die zuletzt öffentlich stark präsent war: Ex-Geheimdienstchef Gert-René Polli. Im Zusammenhang mit dem Skandal um das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) war Polli viel gefragter Interviewpartner.

Als erster Chef dieses Inlandsgeheimdienstes prangert er im BVT „Führungsmangel und Günstlingsnetzwerk“ an. Dass er dabei als sicherheitspolitischer Berater der Freiheitlichen eine Rückkehr an die BVT-Spitze im Auge habe, ist eine verbreitete Spekulation. Was führt einen geheimen Ermittler und einen Bischof zusammen? Er habe Polli gebeten, ihm zu helfen, nach Schwachstellen in der Diözese zu suchen, sagt Schwarz. Er habe wissen wollen, ob es in seinem eigenen Führungsverhalten unbeabsichtigte Fehler gebe, die zur Unzufriedenheit bei den Mitarbeitern führe. Anlass für Schwarz, sich diese Fragen zu stellen, ist eine Vielzahl von anonymen Briefen. Immer wieder landen solche Schreiben an höheren kirchlichen Stellen.

Dass die Gespräche von Polli mit Mitarbeitern der Diözese und des Bistums Gurk als Einschüchterungsversuche oder Verrätersuche interpretiert werden könnten, will der Bischof nicht gelten lassen oder verstehen. Ihm sei es nur um die Ortung betriebsinterner Schwierigkeiten gegangen. Dies mithilfe eines externen Beraters zu machen, sei laut Schwarz „in Absprache mit dem Nuntius“ Peter Stephan Zurbriggen erfolgt.

Wie es zum Engagement ausgerechnet des nicht unumstrittenen Polli kam? „Ich kannte ihn nicht, er wurde mir empfohlen“, sagt Schwarz. Und weil der Ex-Geheimdienstchef Kärntner ist, sei er „sehr wohlwollend“ bei der Honorargestaltung gewesen. Pollis Ermittlungsergebnis folgend, will der Bischof „einige Dinge ändern und umstellen“.

Für Irritation in kirchlichen Kreisen sorgt, dass Polli bei seinen Gesprächspartnern „im Auftrag der Nuntiatur“ vorstellig wurde und nichtdazu sagte, den Auftrag unmittelbar vom Bischof erhalten zu haben.

Wie auch immer, als Hintergrund werden Sondierungen für höhere Weihen für Schwarz vermutet. Der Kärntner Bischof gilt als Kandidat für die Nachfolge des St. Pöltener Bischofs Klaus Küng. Es wäre eine Heimkehr: Schwarz ist gebürtiger Niederösterreicher.

Kommentare (2)

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isogs
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Schlimm

Mit der Kirchensteuer wird ein Exgeheimdienstchef bezahlt! Die eigene Karriere geht vor dem Glauben. Mich wundert kein Austritt mehr.

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gerbur
0
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Du sollst nicht lügen!

Ob da der Chef der Diözese ein reines Gewissen hat? Einen Ex Chef eines Geheimdienstes zu engagieren um Schwachstellen zu suchen? Den Mitarbeitern dort wünsche ich einen starken Glauben an das Gute im Menschen!

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