Kärnten wählt: Thema BildungRote Karte für geplante Studiengebühr

Schüler des Schulzentrums Mössingerstraße luden die Spitzenkandidaten der Landtags-Parteien zur Diskussion über die Wahl.

Klares Votum gegen Studiengebühren
Klares Votum gegen Studiengebühren © KLZ/Weichselbraun
 

"Hat die FPÖ ein Problem mit Frauen in der Politik?“, wollte Co-Moderatorin Franziska Stegmüller von Parteichef Gernot Darmann wissen und begründete ihre Frage auch: Auf der Landesliste der „Blauen“ scheinen auf den ersten zehn Plätzen nur zwei weibliche Mandatare auf. Darmann antwortete mit seiner bisherigen Erfahrung, wonach es einfach zu wenig Frauen gäbe, die ein politisches Amt übernehmen wollen. Daran könnten auch allfällige Quoten nichts ändern – und erntete von den HTL-Schülern durchaus Zuspruch.

Das Thema Frauenpolitik war eines der großen Themen über das die Spitzenkandidaten für die anstehende Landtagswahl vor 900 Schülerinnen und Schülern im Schulzentrum Mössingerstraße in Klagenfurt diskutierten. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) gestand ein, dass von den 14 SPÖ-Abgeordneten derzeit nur zwei Frauen sind. Das werde sich jedoch in der nächsten Legislaturperiode ändern, da werde die Zahl der weiblichen Abgeordneten auf zumindest fünf ansteigen.

Landtagswahl: Spitzenkandidaten stellen sich Schülerfragen


Rolf Holub, Spitzenkandidat der Grünen, erhob die Forderung: „Wir müssen mit den Frauen anders umgehen, denn sie werden heute immer noch bestraft dafür, dass sie Kinder kriegen und den Großteil der Pflege bestreiten.

Abwanderungsland Kärnten

Weitere Themen, der von Thomas Cik (Kleine Zeitung) und den Schülern Franziska Stegmüller, Jan Dohr und Georg Majdic geführten Diskussion: die Bildungs- und die Integrationspolitik des Landes. Als zuständiger Referent für das Asylwesen betonte Kaiser, dass Kärnten bei der Integration der Flüchtlinge auf einem guten Weg sei. Allein für den Deutschunterricht der Migranten stünden im Land 65 Lehrer bereit. Er appellierte an das jugendliche Publikum: „Seid offen gegenüber den Einwanderern, Wir können alle von ihnen lernen.“

Landtagswahl 2018: Elefantenrunde im Schulzentrum Mössinger

Am 25. Jänner stellten sich erstmals die Spitzenkandidaten für die Kärntner Landtagswahl einer öffentlichen Diskussion.

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Vor 900 Schülern wurde 90 Minuten lang intensiv diskutiert.

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Neben der Bildungspolitik wandte man sich auch den Fragen Integration und Frauenpolitik zu.

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Landesrat Gerhard Köfer erinnerte daran, dass Kärnten ein Abwanderungsland ist: „Wir brauchen zusätzliche Bürger des Landes.“ Er verwies auch auf Bosnien-Flüchtlinge der 1990er Jahre, die heute allesamt im Land integriert seien. Kein Verständnis habe er für Asylwerber, die in straffällig werden.

Die Tatsache, dass rund 1.000 Kärntner jährlich das Land verlassen, beschäftigte auch die jungen Fragensteller. Die Kandidaten auf der Bühne boten verschiedene Lösungsansätze: So wünschte sich Darmann eine Ausweitung des Studienangebotes in Klagenfurt, etwa durch Gründung einer medizinischen Fakultät. Um den künftigen Pflegebedarf abzudecken, solle man Kärnten zur Pilot-Region für die Ausbildung des Lehrberufes Pfleger machen.

Julian Geier, Obmann der Jungen Volkspartei, führte als Beispiel gegen den „Brain-Drain“ seine eigene Studienwahl an. Er habe sich entschlossen, sein Jus-Studium online zu absolvieren, um das Land nicht verlassen zu müssen. Geier vertrat in der Diskussion ÖVP-Spitzenkandidat Christian Benger, der als einziger der Parteichefs nicht in der Mössingerstraße erschienen war.

90 Prozent gegen Studiengebühren

SPÖ-Chef Kaiser wünschte sich, dass in Zukunft mehr Werbung für die Kärntner Bildungsstätten betrieben wird. Obendrein wolle er die bestehenden Grenzen zwischen Universität, Fachhochschulen und Pädagogischer Hochschule verwischen. Wie bei den anderen Themen auch, hatten die Schüler Gelegenheit, über die Bildung abzustimmen. Das Ergebnis war deutlich: Die Frage Studiengebühren Ja oder Nein? beantworteten mehr als 90 Prozent mit der roten Abstimmungskarte, also mit „Nein“.

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