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Interview"Der Wörtherseefilm ist kein Genre im eigentlichen Sinn"

Der Kärntner Filmwissenschafter Arno Rußegger von der Klagenfurter Universität untersucht die „Wörtherseefilm“-Ära.

Arno Rußegger untersucht den Mythos "Wörtherseefilm"
Arno Rußegger untersucht den Mythos "Wörtherseefilm" © Privat
 

Was ist der Untersuchungsgegenstand Ihrer filmwissenschaftlichen Forschung?
ARNO RUSSEGGER: Es geht um eine Facette österreichischer Filmgeschichte, um die klassische Ära des Wörthersee-Films im Kino zwischen 1948 und 1990.

Warum ist das Thema von Bedeutung?
Es ist immer reizvoll ein Thema zu entfalten, das in der Forschung noch nicht aufgegriffen wurde. Der Wörtherseefilm weist schon vor den Produktionen der Lisa Film eine gewisse Tradition auf, war dann aber extrem erfolgreich, weil sich Karl Spiehs nicht um anerkannte Standards des guten Geschmacks und Positionen der künstlerischen Avantgarde kümmerte. Heute hat man einen anderen Zugang. Die Postmoderne hat viele pseudo-moralische Schranken überwunden. Während in den 70ern die Art und Weise, wie Spiehs seine Filme herstellte, einen Keil zwischen Filmkritik und große Teile des Kinopublikums trieb, ist der Umgang mit populärkulturellen Phänomen wesentlich differenzierter als noch vor 30 Jahren.

Gibt es schon zentrale Erkenntnisse?
Der Wörtherseefilm ist kein Genre im eigentlichen Sinn des Wortes. Er ist vielmehr das Ergebnis eines ganz bestimmten Produktionssystems, aber unabdingbar mit dem Namen von Karl Spiehs verbunden.

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