Wenn man ihren Arm hält, dann kann Christina mit der Hand winken, eine ganz zarte Bewegung, wie der Flügelschlag eines Schmetterlings. Sie beobachtet aufmerksam die Besucher. Ein auffallend hübsches Mädchen, blonde Pippi-Langstrumpf-Zöpfe, ein klarer Blick."

So begann im Jahr 2007 der Bericht über die mittlerweile neunjährige Christina. Christinas Muskeln haben keinen Tonus, ein Rätsel für die Wissenschaft, möglicherweise Folge einer Genmutation. Seit sie auf der Welt ist, wird das Mädchen beatmet, nach wie vor muss mit einer Absaugkanüle Bronchialsekret entfernt werden, da sie sonst zu ersticken droht. Christina wird mittels Sonde ernährt. "Eine Intensivstation zu Hause", stand damals im Bericht. Durch die Spenden der Kleine Zeitung-Leser kam dann noch mehr Technik dazu, "ein Fenster in die Welt", haben wir es bei der Bilanz der damaligen Weihnachtsaktion betitelt. Denn für Christina konnte ein augengesteuerter Computer mit einer Infrarotkamera angeschafft werden, mit dem sie schnell zu kommunizieren lernte.

Heute nimmt Christina ihre überlebenswichtige Technik im Rollstuhl überallhin mit. In die Schule, bei jedem Ausflug oder Spaziergang, am liebsten ins glitzernde Einkaufszentrum. Die Familie hat einfach das Außergewöhnliche zum Alltag erklärt. Der Computer wird täglich ins Klassenzimmer verfrachtet und so kann Christina - ganz normal nach dem Regelschullehrplan - von ihren zwei engagierten Lehrerinnen unterrichtet werden. Diktate schafft sie im gleichen Tempo wie die Schulkollegen mit Handschrift. Im Lesen ist sie natürlich eine Eins. Christina kann ihre Augen bewegen und ein wenig auch die Zunge, das reicht, dass sie sprechen kann. So antwortet sie auf die Frage, wie es ihr geht: "Ich habe viel zu tun, aber es macht Spaß!"

Sie freut sich über einige Ausgaben der "Kleinen Kinderzeitung" als Mitbringsel. Sie liebt Musik, vorzugsweise Hansi Hinterseer, singt selber gerne Kinderlieder. Am liebsten ist sie draußen, sie saugt förmlich die Eindrücke in sich auf. Sie ist wohl der aufmerksamste Beobachter, den man sich nur vorstellen kann.

Leider schränkt sie die Witterung im Winter ein, ab 5 Grad macht der Akku ihres Beatmungsgerätes Probleme. Dabei würde sie so gerne beim Eislaufen dabei sein und das Schönste für sie ist der Christkindlmarkt.

Christina ist stilbewusst, sie liebt Mode, legt Wert auf einen schön gedeckten Tisch, hat viele, viele Haarspangen und lackierte Fingernägel. Sie nimmt am Krippenspiel in der Kirche teil, verreist gerne - vorzugsweise zur Omi. Christina ist auch selbstbewusst. Wenn jemand auf der Straße fragt: "Was hat denn das arme Kind?", antwortet sie immer selbst: "Muskelschwäche."

Bei all ihren Aktivitäten wird Christina von ihren Eltern und der Schwester liebevoll unterstützt. Alle ziehen an einem Strang und das Motto lautet: "Nie verstecken!"