Jeder Mensch hat seine Geschichte zu erzählen. Diese Lebensberichte sind es, die die Arbeit bei „Kärntner in Not“ so außergewöhnlich machen. Warum braucht eine Mutter mit ihren drei Kindern schnell eine neue Wohnung? Sie erzählt von Schmerz, Leid und Ängsten einer Gewaltbeziehung. Warum bleibt der Mindestpensionistin kein Geld für eine neue Waschmaschine übrig? Man erfährt vom täglichen Überlebenskampf zwischen Betriebskostennachzahlung, Mieterhöhungen und steigenden Verbraucherpreisen. Warum hat ein Ehepaar seine letzten drei Mieten nicht gezahlt? Weil der Alleinverdiener und Familienerhalter den Job verloren hat, besonders schlimm, wenn er die letzten Löhne nicht mehr ausbezahlt bekommen hat.

Hinter jedem unserer Fälle – bis gestern waren es im heurigen Jahr 1120 Neuanträge, 2013 erreichten uns insgesamt 1419 Hilferufe – steckt eine individuelle Notsituation, die aber dennoch auf strukturelle Gefahren hinweist. Alleinerziehende Mütter oder Väter, alleinstehende Personen mit geringen Löhnen oder Pensionen, Familienerhalter, die vor Kurzem dem Mittelstand angehörten, können rasch armutsgefährdet sein. Krankheit und Jobverlust sind heimtückische Auslöser einer finanziellen Talfahrt. Wer ganz unten steht, kommt nur schwer ohne Mithilfe wieder auf die Beine.
Wobei „Kärntner in Not“ die Nachhaltigkeit der geleisteten Hilfe am Wichtigsten ist. Damit zum Beispiel Mütter und Kinder aus dem Schutz der Frauenhäuser treten können, wird der Neustart in die Eigenständigkeit unterstützt. Für die Rentner kann es heißen, dass der Wechsel von teuren in günstigere Wohnungen unterstützt wird. Bei hohen Stromkosten werden alte Geräte ausgetauscht oder etwa ein Holzofen angeschafft.



Ganz besonders liegen uns die Familien mit kranken oder beeinträchtigten Mitgliedern am Herzen. Therapiekosten werden vielfach nicht von den Kassen übernommen, hier springt „Kärntner in Not“ teils großzügig ein. Aber auch mit kleineren Beträgen bei Zahnsanierungen oder Hörgeräten wird geholfen. 865.634,62 Euro wurden 2013 ausgeschüttet und haben tausende Frohbotschaften ausgelöst. Mit Ihrer Hilfe hoffen wir, den rauen Bedingungen 2014 und 2015 gewachsen zu sein!