Er hörte ein Geräusch, wurde munter und stand plötzlich zwei maskierten Männern gegenüber. Einer hielt eine Brechstange in der Hand, der andere schlug mit einem Vorschlaghammer mehrmals auf den Kopf von Tom Soete ein, bis er blutend zu Boden fiel. Die Nacht vom 11. August 2024 wird der Wirt des legendären Restaurants „Kollerwirtes“ bei St. Veit/Glan nie vergessen. „Ich hätte tot sein können“, sagt er. Und: „Ich hatte ein bisschen Glück im Unglück.“ Der 60-Jährige wurde in seiner Wohnung über dem Gastlokal brutal überfallen und bewusstlos geprügelt.

Kommende Woche müssen die mutmaßlichen Räuber vor Gericht. „Sie sind bestimmt davon ausgegangen, dass das Opfer viel Geld in der Wohnung hat, weil beim Kollerwirt so viel los ist. Möglicherweise haben die Täter angenommen, dass mein Mandant nicht zu Hause ist“, sagt Philipp Tschernitz, der Anwalt des Promi-Wirtes. „Die Täter kannten den Tagesablauf des Wirtes und wussten, wo er die Tageslosungen des Gasthauses aufbewahrt“, steht in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Klagenfurt. „Money and gold!“, brüllten die Räuber, als sie bei der Home-Invasion auf den geschockten Soete erblickten. 25.000 Euro haben die Räuber laut Ankläger erbeutet und gleich den ganzen Tresor mitgenommen.

Weil sie Handschuhe trugen, haben sie kaum Spuren hinterlassen. Doch in der Nähe der Leiter, über die sie in die Wohnräume des Kollerwirtes eingestiegen sind, fanden die Ermittler eine kleine DNA-Spur. „Diese DNA war ein Treffer, denn einer der Täter - ein Rumäne - war bereits erkennungsdienstlich erfasst. So konnte er ausgeforscht werden,“ erklärt Anwalt Tschernitz. Fünf Monate nach der Tat wurde der mutmaßliche Räuber, 27 Jahre alt, in Belgien festgenommen.

Rechtsanwalt Philipp Tschernitz vertritt den Promi-Wirt: „Mein Mandant ist traumatisiert“
Rechtsanwalt Philipp Tschernitz vertritt den Promi-Wirt: „Mein Mandant ist traumatisiert“ © Markus Traussnig

„Toll, die Kriminalpolizei hat unglaubliche Arbeit geleistet“, findet der Kollerwirt. Der Räuber befindet sich in der Justizanstalt Klagenfurt in Untersuchungshaft und hat bereits ein Geständnis abgelegt.

Komplize leugnet

Kurz nach seiner Inhaftierung konnte auch der zweite Verdächtige ausgeforscht werden: Ein 36-jähriger Rumäne. Er wird vom Erstangeklagten schwer belastet, heißt es in der Anklageschrift. Doch der mutmaßliche Komplize bestreitet alles. Er kenne den anderen Rumänen nicht richtig, nur von einer Schlägerei. Zum Tatzeitpunkt sei er nicht einmal in Österreich gewesen. Dass er jetzt angeschwärzt werde, sei eine „Racheaktion“. Er hätte ein Alibi – unter anderem sei er rund um die Tatnacht in die Ukraine gewesen – Stempel im Pass würden das belegen.

„Er ist traumatisiert“

Für die beiden Angeklagten gilt die Unschuldsvermutung. Wegen des Verbrechens des schweren Raubes wird ihnen am Mittwoch am Landesgericht Klagenfurt der Prozess gemacht.

„Mein Mandant ist natürlich schwer traumatisiert. Doch er hat sich nach der Tat und nachdem er aus dem Krankenhaus entlassen wurde, sofort wieder in die Arbeit gestürzt“, sagt Opfer-Anwalt Tschernitz. Soete selbst meint: „Wichtig ist, dass die Männer jetzt vor Gericht kommen und es eine gewisse Gerechtigkeit gibt."