Ein Skitag auf der Weinebene im Lavanttal endete für einen 82-Jährigen dramatisch: Der Steirer war am Montagvormittag auf der Gößlerabfahrt unterwegs, als sich laut Polizei ein Ski aus der Bindung gelöst hat. Der Mann stürzte, kam von der Piste ab und prallte gegen einen Baum.

Kein Herzschlag

„Ein nachkommendes Ehepaar hat den Unfall beobachtet, die beiden Skifahrer haben sofort angehalten und geholfen“, sagt Polizeisprecher Werner Pucher. „Der Verletzte war nicht ansprechbar, es konnte kein Herzschlag festgestellt werden.“ Während die Zeugin den Notruf absetzte, eilte ihr Mann zu einer nahegelegenen Hütte. „Er schrie schon von Weitem, ob ein Arzt oder ein Helfer anwesend ist“, schildert eine Zeugin. Sie ist pensionierte Diplomkrankenpflegerin, ihre Schwester ist ebenfalls Krankenpflegerin. Gemeinsam mit anderen Helferinnen und Helfern begannen sie, den 82-Jährigen zu reanimieren.

„Die Unfallstelle war gleich bei der Hütte. Ich bin sofort hingerannt, meine Schwester ist hinterher.“ Zu dem Zeitpunkt sei bereits ein Ersthelfer bei dem Verletzten gekniet. „Dann sind noch zwei Damen gekommen, ich glaub‘ eine war Krankenpflegerin, die andere Sanitäterin“, schildert die Pensionistin. „Wir haben den Mann abwechselnd und ohne Pause durchgehend reanimiert. Es waren viele Leute da, die sich mit so einer Situation ausgekannt haben.“

Notarzthubschrauber

Später sei noch ein Arzt dazugekommen. „Dann war bald die Bergrettung mit dem Defibrillator da. Die waren perfekt ausgerüstet“, sagt die Frau. Als der Notarzthubschrauber gelandet ist, wurden die Wiederbelebungsmaßnahmen von den Einsatzkräften fortgesetzt.

Der 82-Jährige wurde ins LKH Graz geflogen. Von dort heißt es, dass sich der Mann in künstlichem Tiefschlaf auf der Intensivstation befindet.

Die pensionierte Krankenpflegerin und ihre Schwester sagen am Tag nach dem Unfall: „Wenn wir selber einen Notfall hätten, wären wir auch froh um jede Hilfe. Für uns war es selbstverständlich, zu helfen.“

Ablauf einer Reanimation