Mit teilweise mehr als 200 km/h ist ein 28-Jähriger aus Niederösterreich am Mittwochabend vor einer Kontrolle der Polizei in St. Veit geflüchtet. Dabei beschädigte er fünf Pkw und gefährdete andere Menschen.

Aufgrund einer telefonischen Anzeige um 17.15 Uhr wurde bekannt, dass ein Fahrzeuglenker alkoholisiert mit einem Pkw im Bereich Jacques Lemans Arena in St. Veit unterwegs war. Einer Zivil- und einer Blaulichtstreife gelang es, das Fahrzeug zu sichten und für eine Lenker- und Fahrzeugkontrolle kurz anzuhalten.

„Auf Streifenwagen zugefahren“

„Plötzlich gab der Lenker Vollgas und flüchtete über einen Randstein hinweg auf die Hörzendorfer Landesstraße, wo er im Zuge eines Überholvorganges ein Privatfahrzeug touchierte“, berichtet die Polizei. Der Pkw wurde auf den Gehweg geschleudert, wo er beinahe eine Personengruppe erfasste. Mit rund 120 km/h flüchtete der Lenker ins Ortsgebiet Richtung Stadtmitte, wo eine weitere Polizeistreife in der Ossiacher Straße versuchte, ihn anzuhalten. „Der Lenker ist jedoch auf den Streifenwagen zugefahren, wodurch der Beamte in das Fahrzeug springen musste“, so die Polizei. Der Fahrerflüchtige hat dabei das Dienstfahrzeug über die gesamte Fahrzeugseite stark beschädigt und ist weiter in Richtung Klagenfurter Straße geflüchtet.

Streife gerammt

Im Bereich des Kreisverkehrs Klagenfurter Straße drängte er erneut eine Polizeistreife ab und rammte das Fahrzeug. Dabei kam er auf den Randstein, dadurch wurde der rechte Vorderreifen beschädigt. Das hielt den Mann nicht auf, er fuhr weiter stadtauswärts und streifte in der Bahnhofstraße ein weiteres Dienstfahrzeug. Die Flucht führte schließlich über Hunnenbrunn auf die S37, wo sich der Lenker auch von drei Streifen nicht stoppen ließ. Vielmehr versuchte er, einen Streifenwagen gegen die Betonleitwand zu drücken und rammte ein zweites Polizeiauto. Weiter ging es mit weit über 200 km/h auf der bereits Funken sprühende Felge nach Klagenfurt. „Mehrere versuchte absichtliche Zusammenstöße konnten durch die Lenker der Streifenwagen verhindert werden“, heißt es.

Überholen im Zick-Zack-Kurs

Kurz vor dem Autobahnknoten Klagenfurt Nord verlor der vorerst Unbekannte beim Überholen mehrerer Fahrzeuge im Zick-Zack-Kurs die Kontrolle über sein Fahrzeug und blieb - nachdem er zwei Privatfahrzeuge touchiert hatte - an der Leitschiene hängen. Streifenwagen wurden quergestellt, um eine Weiterfahrt zu verhindern.

50 Verwaltungsübertretungen

Der Lenker wurde vor Ort vorläufig festgenommen, ein Alkotest wurde vor Ort verweigert. Erhebungen ergaben, dass der 28-Jährige in Niederösterreich lebt und am Freitag aufgrund zahlreicher strafrechtlicher Vormerkungen in Wiener Neustadt eine Haftstrafe anzutreten hätte. Der Mann besitzt seit Jahren keinen Führerschein und das Fahrzeug ist auf einen Freund von ihm zugelassen. Da Fluchtgefahr bestand, wurde er in die Justizvollzugsanstalt Klagenfurt eingeliefert. Die rund 50 Verwaltungsübertretungen, davon sieben Unfälle mit Fahrerflucht, werden separat erstattet.