War es ein Zufall, oder doch eher Bestimmung? Der Villacher Fasching feiert heuer sein 70-Jahr-Jubiläum - und genau am Rosenmontag, vor 70 Jahren, kam auch ich auf die Welt. Genauer gesagt, um 20 Uhr, während das Prinzenpaar mit Hofstaat in den Saal einmarschierte. So gesehen konnte ich nur beim Villacher Fasching landen! Und dort mitten auf der Bühne.
30 Jahre war ich Akteur, seit 15 Jahren bin ich Senator. Eine Zeit, auf die ich mit einem lächelnden und einem dankbaren Auge zurückblicke. Dankbar deshalb, weil ich nicht nur ab 1979 meine Leidenschaft und mein Talent in über 80 Imitationen vor Publikum beweisen durfte, sondern auch weil ich die große Ehre hatte, viele parodierte Originale bei den Fernsehaufzeichnungen persönlich kennenzulernen. Josef „Joki“ Kirschner hatte mich nach meiner Fernsehparodie 1982 in seine damalige Sendung „Tritsch Tratsch“ eingeladen. In dieser hatte auch Vera Russwurm als Tritsch Tratsch-Mädchen ihre ersten Auftritte. Kirschners berühmter Spruch war: „Glücklich macht, wenn man rechtzeitig drauf schaut, dass man´s hat, wenn man´s braucht“. Außerdem lernte ich dort den großartigen Felix Dvorak kennen, den ich 1990 ebenfalls parodierte.
Meine Imitation von Karl Moik hatte zur Folge, dass er mich 1984 und 1990 in den Musikantenstadl einlud. Karl Moik blieb bis zum Schluss ein wahrer Freund der Villacher Faschingsgilde und besuchte regelmäßig unsere Sitzungen. 1988 parodierte ich die Wiener Simpl-Legende Cissy Kraner, sie war mit ihrem Mann Hugo Wiener - bekannt aus dem Komödien-Klassiker Pension Schöller - in das Villacher Kongresshaus angereist. Vor meinem Auftritt fragte sie meine Gattin Doris: Was singt er eigentlich? Doris sagte: „Das Lied vom Vorderzahn!“ Worauf Cissy Kraner enttäuscht antwortete: „Ach so, nur den Vorderzahn, nicht einmal den Nowak!“
1991 hatte ich großen Spaß an meiner Parodie auf die unverwüstliche Jazz Gitti mit ihrem damaligen Hit „A Wunda“! Gitti war so begeistert, dass sie spontan auf die Bühne kam und zur großen Freude des Publikums, noch einmal das Lied gemeinsam mit mir sang. Nachher sagte sie zu mir: „Hearst Schatzi, wie mochst du denn des?“ So könnte ich noch unzählige nette Begegnungen mit Prominenten aufzählen.
Die Jazz Gitti-Parodie aus 1991
Der einzige Lohn für den Parodisten und Imitator ist der Applaus des Publikums, aber die Anerkennung und Wertschätzung von einem der selbst parodiert wurde, ist wie ein Sahnehäubchen auf einer Torte oder gar ein kleiner Ritterschlag!
Als geborener Villacher war es früher und ist es heute genauso eine Ehre, als Akteur beim Villacher Fasching mitwirken zu dürfen. In Kärnten gibt es so viele engagierte Faschingsgilden mit ihren hochtalentierten Darstellern und Mitgliedern, welche sich Jahr für Jahr ehrenamtlich und unentgeltlich in den Dienst des Faschings stellen. Wir sollten deshalb, auch weiterhin mit viel Spaß und Freude an unserer geliebten Faschingstradition festhalten! Laut dem Motto von Dinner for One: „The same procedure as every year”!