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In riesiger MongoleiLandung von Chinas Raumkapsel mit Mondgestein erwartet

Das harsche Winterwetter mit Schnee, die kleine Größe der Kapsel und ein besonders großflächiges Landegebiet erschweren die Bergung, die nach den Erwartungen in der Dunkelheit erfolgen dürfte.

© (c) AP (Jin Liwang)
 

Nach Chinas unbemannter Mondmission bereiten sich Bergungsmannschaften am Mittwoch auf die Landung der Rückkehrkapsel mit zwei Kilogramm Mondgestein vor. US-Raumfahrtexperten rechnen wegen chinesischer Warnungen für den Flugverkehr damit, dass die Kapsel zwischen 18.32 und 19.07 Uhr MEZ landen könnte. Doch gab es von chinesischer Seite zunächst keine Bestätigung dafür. Die Landung ist in der Steppe des Siziwang Banners in der Inneren Mongolei geplant.

Bei einem Erfolg wäre China nach den USA und der Sowjetunion in den 1960er- und 1970er-Jahren erst die dritte Raumfahrtnation, die Mondgestein auf die Erde holt. Der Lander des nach der chinesischen Mondgöttin benannten Raumschiffes "Chang'e 5" hatte am 1. Dezember auf dem Mond aufgesetzt und Gesteinsproben gesammelt. Es ist das erste Mal seit 44 Jahren, dass wieder Mondproben zur Erde gebracht werden.

Das harsche Winterwetter mit Schnee, die kleine Größe der Kapsel und ein besonders großflächiges Landegebiet erschweren die Bergung, die nach den Erwartungen in der Dunkelheit erfolgen dürfte. Die Suchteams mit Hubschraubern und Fahrzeugen haben bereits mehrere Übungen absolviert, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

Die "Chang'e 5"-Sond, als sie die Proben einsammelte
Die "Chang'e 5"-Sond, als sie die Proben einsammelte Foto © (c) AP

Die Kapsel ist nur ein Siebtel so groß wie bemannte chinesische Raumschiffe. Auch ist das Landegebiet diesmal 16-mal größer als sonst, weil die Kapsel eine besondere Methode für den gefährlichen Eintritt in die Erdatmosphäre mit einer langgezogenen Flugbahn verwendet, um Hitze und Materialschäden zu vermeiden.

Die Mission gilt als eine der schwierigsten in Chinas Raumfahrtgeschichte und ist auch eine Vorbereitung für eine geplante bemannte chinesische Mondlandung. Das Raumschiff, das aus einem Lander und einem Aufstiegsmodul sowie einem Orbiter und der Rückkehrkapsel besteht, war am 24. November gestartet.

Forscher warten gespannt auf das Mondgestein, dass viel jünger ist als alle bisher gesammelten Proben der USA und der Sowjetunion. Die Untersuchung könnte neue Erkenntnisse über die vulkanische Aktivität und die Geschichte des Mondes liefern. Die Apollo-Missionen der USA hatten rund 380 Kilogramm Mondgestein mitgebracht. Die Sowjetunion sammelte mit unbemannten Missionen etwa 300 Gramm ein.

Seit Anfang Dezember steht eine chinesische Flagge auf dem Erdmond
Seit Anfang Dezember steht eine chinesische Flagge auf dem Erdmond Foto © (c) AFP

Der Lander von "Chang'e 5" war in einem nach dem deutschen Astronomen Carl Rümker (1788-1862) genannten Vulkangebiet gelandet, das im "Ozean der Stürme" liegt. Diese Region im oberen, linken Teil der erdzugewandten Seite des Mondes ist erst 1,2 Milliarden Jahre alt. Dagegen wird das Alter des Mondgesteins, das die USA und die Sowjetunion gesammelt hatten, auf 3,1 und 4,4 Milliarden Jahren geschätzt.

China verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm mit Missionen zum Mond und Mars sowie dem Aufbau einer eigenen Raumstation. Im Januar 2019 landete China als erste Raumfahrtnation mit "Chang'e 4" auf der relativ unerforschten erdabgewandten Seite des Mondes. Es wurde ein Rover ausgesetzt, der weiter die Oberfläche erforscht.

Chinas Mondflug erfolgte 51 Jahre nach der ersten bemannten Mondlandung der USA am 21. Juli 1969, bei der Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin als erste Menschen die Oberfläche des Erdtrabanten betraten. Die USA haben sechs Mal Astronauten auf den Mond gebracht. Mit "Apollo 17" im Dezember 1972 stellten die Vereinigten Staaten ihre bemannten Mondlandungen ein.

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