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Rätsel um WetterphänomenDas steckt hinter der geraden Wolkenkante

Zu Allerheiligen sorgte in Teilen Deutschlands eine sogenannte "Wetterkante" für Staunen. Diese zog sich auch durch Teile Österreichs bis nach Nordafrika.

Ein Bild aus Hohenpeißenberg © Twitter/DWD
 

Erst eine dicke Wolkendecke und wie abgeschnitten kurz darauf blauer Himmel ohne ein Wölkchen: Eine messerscharfe Wolkenkante dominierte zu Allerheiligen das Wetter in großen Teilen Süddeutschlands. Besonders über Bayern, Baden-Württemberg und Schwaben war das seltene Wetterphänomen gut zu beobachten.

Die Wolkenformation wanderte im Laufe des 1. Novembers von Frankreich kommend über den Westen Deutschlands Richtung Osten. Währenddessen dehnte sich die Kante auch immer mehr nach Norden und in den Süden bis nach Nordafrika aus. Selbst am Boden soll die Kante laut dem Deutschen Wetterdienst erkennbar gewesen sein.

Was steckt dahinter?

Ausschlaggebend für die Wolkenkante war eine besondere Wetterlage. Trockene Luft aus der Stratosphäre drang bis in tiefere Atmosphärenschichten vor. Das ist eher selten, denn normalerweise ist die trockene Luft der höher gelegenen Stratosphäre getrennt von jener der tiefer gelegenen Troposphäre.

Die Troposhäre

Die Troposphäre ist die unterste Schicht der Erdatmosphäre und Teil der Homosphäre. Die Troposphäre reicht vom Erdboden bis zum Beginn der Stratosphäre. Die Grenze dazwischen wird Tropopause genannt.

Ihre Dicke beträgt etwa acht Kilometer an den Polen (wo sie im Winter bis zu zwei Kilometer niedriger ist als im Sommer) und 18 Kilometer am Äquator. In der Troposphäre sind etwa 90 Prozent der gesamten Luft sowie beinahe der gesamte Wasserdampf der Erdatmosphäre enthalten. Da sich in ihr der Großteil des Wetters abspielt, spricht man auch von der Wetterschicht (oder Advektions­schicht) der Atmosphäre.

Quelle: Wikipedia

In der Troposphäre bilden sich Wolken und Regen. In dieser speziellen Konstellation hat sich der Feuchtigkeitsgehalt der Luft stellenweise jedoch geändert.  Polare Luft strömte über den Westen Europas bis nach Nordwestafrika. Dort wo die warmen und die kalten Luftmassen aufeinander stießen, bildete sich ein sogenannter Jetstream - ein Windband.

 

Der Jetstream

Jetstream werden sich dynamisch verlagernde Starkwindbänder genannt, die meist im Bereich der oberen Troposphäre bis zur Stratosphäre auftreten, wo die Wetteraktivität in der nahtlos übergehenden Tropopause endet. Jetstreams bilden sich infolge globaler Ausgleichsbewegungen zwischen verschiedenen Temperaturregionen bzw. Hoch- und Tiefdruckgebieten und stellen die stärksten natürlich auftretenden Winde dar, wobei sie im Vergleich zu anderen Wetterphänomenen sehr verlässlich und über mehrere Tage stabil in ihrem Auftreten sind. Kurzfristig betrachtet trennen sie warme von kalten Luftmassen, letztendlich verwirbeln sie diese aber durch Vertikalbewegungen in bestimmten Bereichen. Die warmen Luftmassen werden auf ihrem Weg zum Nordpol durch die Erdrotation abgelenkt, wobei sie ihre hohe Bahngeschwindigkeit beibehalten.

Allgemeiner definiert handelt es sich um atmosphärische Windbänder mit einer nahezu horizontalen Strömungsachse (Jetachse) und Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 m/s (540 km/h), wobei die Windgeschwindigkeit – sowohl vertikal als auch horizontal – mit zunehmender Entfernung zum Strömungszentrum rasch abfällt.

Quelle: Wikipedia

Im Fall des Wetterphänomens von Allerheiligen zog sich das Windband genau dort hindurch, wo feuchte Luft der Troposphäre und trockene Luft der Stratosphäre (von oben) zusammentrafen. Durch die Reaktion löste sich die Wolkendecke genau dort auf.

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