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EU-VorstossKommt das Ende der Kurzstrecken-Flüge?

Verbote sollen aber nicht kommen, vielmehr soll das Reisen mit dem Zug attraktiver gemacht werden. Betroffen sollen Strecken unter 800 Kilometer sein. Kerosin soll teurer werden.

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Flughafen Hannover
© (c) APA/dpa/Julian Stratenschulte
 

EU-Klimakommissar Frans Timmermans strebt ein Ende der Kurzstreckenflüge an. Dieses Ziel solle aber nicht mit Verboten erreicht werden, sagte der Vizepräsident der EU-Kommission den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Vielmehr solle das Reisen so organisiert werden, "dass es für die Leute attraktiver wird, mit dem Zug zu fahren". Bei Strecken unter 600 bis 800 Kilometern solle es nicht mehr sinnvoll sein, das Flugzeug zu nehmen - "einfach, weil es länger dauert", so Timmermans.

Indirekt sprach er sich für eine Verteuerung des Fliegens aus: "Ich bin dafür, dass wir Kerosin so besteuern wie andere Treibstoffe." Eine Alternative wäre es nach Worten des EU-Kommissars, den Flugverkehr stärker in den Emissionshandel einzubeziehen. Timmermans appellierte zugleich an die Bürger, die Zahl ihrer Flüge zu reduzieren: "Niemand muss zehn oder zwölf Mal im Jahr fliegen." Die Bürger sollten sich auf eine Flugreise pro Jahr beschränken, dann "entsteht gar kein Problem - weder für das Klima noch für das eigene Portemonnaie".

Persönliche Freiheit vs. Klimapolitik

Für Kopfschütteln sorgte Timmermans Idee beim Vorstand des Wiener Flughafens. "Sie bedeutet eine massive Einschränkung der persönlichen Freiheit, zerstört die touristische Entwicklung und verkennt auch völlig die Notwendigkeit einer globalisierten Wirtschaft", sagte Vorstand Günther Ofner. Statt einer Bestrafung des Luftverkehrs brauche es CO2-freie synthetische Kraftstoffe.

Die Diskussion um Kurzstreckenflüge war zuletzt von der deutschen Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock angefacht worden. Sie kündigte in der Zeitung "Bild am Sonntag" an, im Falle ihres Einzugs ins Kanzleramt auf die komplette Abschaffung von Kurzstreckenflügen hinarbeiten zu wollen. Sie finde es "nicht fair, dass mit unser aller Steuergeld das Kerosin subventioniert wird, während Fernfahrten mit der Bahn gerade zu Stoßzeiten teuer sind", sagte Baerbock.

Kommentare (35)
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Bilabüsi
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Ende!

Ende der Kurzflüge wäre begrüßenswert!

ichbindermeinung
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EU Zentrale soll es bitte vorleben - Bahnreisen statt Flugzeug f.d. Dienstreisen

die EU-Zentrale mit ihren ca. 50.000 Mitarbeitern in Belgien u. Luxenburg sollte als treibende Kraft beim EUmweltschutz veranlassen, dass die Mitarbeiter die innereurop. Dienstreisen nur mehr mit der klimafreundlichen Bahn durchführen u. nicht mehr mit dem klimaschädlichen Flugzeug, dem Vorbildcharakter wegen

Niclas1
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Regionalflughäfen

wie Graz, Klagenfurt und Innsbruck braucht niemand. Wien und München sind gut erreichbar. Dies gilt für Geschäfts- als auch für Charterflüge. Österreich investiert in den Ausbau der Bahn - also auch bitte nützen.

mahue
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Manfred Hütter: Corona hats gezeigt

Selbst in der Politik und Großkonzernen wurden in kurzer Zeit Videokonferenzen möglich, mit den selben Ergebnissen, als früher Dienstreisen mit ein paar angehängten "so genannten Freizeittagen", aber mit dem Arbeitgeber akzeptiert verrechnet. Mischreisen waren sehr oft in meinem Beruf ein steuerliches Streitthema, bei nur teilweiser Erstattung durch den Arbeitgeber, oder Prüfung bei vollem Ersatz, als steuerpflichtiger Vorteil aus dem Dienstverhältnis. Wenn es unbedingt dienstlich notwendig ist, kann nur ein Notfall sein, ist gegen einen Flug nichts einzuwenden. Nur persönliche Empfindungen und Standesdünkel rechtfertigen einen Kurzflug nicht.

argus13
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Kurzflüge

dann aber auch für unsere lieben teuren EU Abgeordneten, EU Politiker,... die fleißig in Europa herumfliegen!

calcit
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Der Anteil des Flugverkehrs am weltweiten CO2 beträgt ca. 3%...

...der Straßenverkehr verursacht 18% der CO2 Emmissionen weltweit... die Strom und Wärmeerzeugung rund 41%... Wo setzen wir also an...

schteirischprovessa
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Ganz klar:

ÜBERALL!!!

Überall, wo es möglich ist, und da gehört Fliegen auch dazu.

Und die Tatsache, daß alle Kraftstoffe mit hohen Steuern belastet werden, Kerosin jedoch nicht, ist neben der Umweltkomponente eine nicht nachvollziehbare Wettbewerbsverzerrung.

mtttt
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Verbindungen

sind das Thema. Die unsägliche Trenitalia hat die "Freccie" eingeführt, im Dreieck Venedig, Milano, Roma hat man alle 2 Stunden ultraschnelle ultrakomfortable Verbindungen,. Kostengünstig dazu, an den Einstiegspunkten Parkplätze etc., gute Buchungssoftware und einen schlanken CO2 Abdruck. Darauf kommt es an. Refinanzierung der Investition möchte ich gar nicht sehen. Aber ist es wert, so kann Umstieg funktionieren.

calcit
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Ja toll...

...nur haben vwir leider keine solch tollen Verbidnungen. Wenn ich von Graz nach Linz defakot keine durchgehende Zugverbindung habe und mit Umsteigen 3h brauche fahre ich auch mit dem Auto. Nach Wien hatte ich bis dato kein Problem, das war mit 2,5h Zug machbar... Aber wenn sie mal in den Westen z.B. nach Innsbruck wollen mit dem Zuge... Aber da gibt es auch keine Flugverbindungen.

schteirischprovessa
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Es kommt immer auf die Strecke an.

Wien - Nürnberg kann man mit dem PKW gar nicht so schnell fahren wie mit dem Zug.
Auch mit dem Flugzeug braucht man länger.

calcit
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Und was man halt doch noch bedenken muss...

...die Hochgeschwindigkeitsstrecken in Italien verbinden halt Millionenmetropolen bzw. Metropolregionen miteinander wie Mailand, Bologna und Rom... das rentiert sich, in Österreich wohl eher weniger...

melahide
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Würde

Gut passen. Natürlich werden dann viele wieder aufschreien. Die Flugbranche vor allem. Man bedenke nur einmal, was hier los war als man sagte, Graz-Wien abzuschaffen. Weil man die 2 Stunden im Zug nicht aushaltet, wo der Zug direkt bis zum Flughafen fahrt usw.

800 km sind eine Distanz die mit Zug funktionieren. Man muss ja nicht von A nach B hetzen, wie vor der Pandemie

Carlo62
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Ähem

Graz - Flughafen Wien derzeit 3:01 bis 3:15, je nach Verbindung bis zu 2 mal umsteigen. In Wien lange Wege bis zum Check in. Frühflüge ab Wien bedeutet Anreise am Vortag!

schteirischprovessa
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Die langen Wege, die du meinst,

sind kürzer als von den meisten Parkhäusern.

lucas200497
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Kurzstreckenflüge

Je schneller ein Verbot kommt desto besser

Deloni
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Die Grenze

sollte bei 500km liegen

steinmhe
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Energieverbrauch

Es gibt zwar Studien und Praxisinformationen zum Energieverbrauch von Flugzeugen, zum Energieverbrauch von Eisenbahnen gibt es nur einzelne Aussagen. Ein Kurzstreckenflug verbraucht umgerechnet ca. 5 l Diesel pro Personenkilometer. Aufgrund der geringen durchschnittlichen Auslastung der Eisenbahn (in Österreich vermutlich < 20%) nähert sich der Energieverbrauch pro Person der Eisenbahn dem Energieverbrauch von Autos oder Flugzeugen. Wie groß der Unterschied ist, und wer die Nase vorne hat, darüber gibt es keine gesicherten Informationen.

landbader
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Gesicherte Information

Die SBB kommen auf 700 Personenkilometer pro Kilowattstunde Traktionsenergie.

steinmhe
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Richtigkeit

Das kann von der Größenordnung her nicht stimmen! Und es fehlen auch die Randbedingungen, wie und wo gemessen wurde, ... .

lombok
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So ist es!

Ähnlich bei Kreuzfahrtschiffen: Abgesehen davon, dass die neuen Schiffe schon alle mit umweltfreundlichem LNG Flüssiggas fahren, war früher auch immer der "böse" Vergleich mit Schiffen. Wenn aber 3.000 Menschen im Pkw eine Rundreise machen, ist das weitaus schlechter, als EIN Schiffot 3.000 Passagieren.

Ähnlich bei Vergleich Bahn zu Flug.

Amadeus005
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Regionen werden leiden

Es ist schon ein Unterschied ob ein Industriekunde von Europa in einer Tagesreise nach Kärnten kommen kann, oder nicht. Mit Bahn über VIE Airport geht sich das nicht aus. Da bleiben vielleicht 3 Stunden, wenn der Semmeringbasis-Tunnelnfertig ist und der Zug wartet.

lucas200497
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antwort

Umwelt geht vor Wirtschaft

Amadeus005
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Super dann bekommt Klagenfurt wieder FRA als Hub

Auch für Flüge nach Athen. 😀

kukuro05
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Solange es Menschen gibt....

....die glauben nur die "Unterschicht" fährt mit der Bahn (und solche Menschen gibt es gerade in Österreich sehr sehr viele!) solange wird sich hier nichts ändern. Schon gar nicht in Österreich, im Land der Vollbornis!

Hapi67
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Nette Absichtserklärung

und sonst nichts.

Wirkliche Veränderung bringen hier nur Verbote bzw. Kostenwahrheit bei Flügen mit Wegfall von Steuerprivilegien auf Kerosin und Flughafen bzw. Flugsubventionen.

Bis dahin wird wie verrückt weitergeflogen incl. Aufholbedarf nach einem Jahr Corona.

Umwelt und Emmissionen haben bei einem Leben mit maximalen Unterhaltungswert bei geringen Kosten keine Chance.

Vielen Dank

Carlo62
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Wir können Europa wirtschaftlich auch gleich ganz abschaffen!

Das bringt für die globale CO2 Bilanz gar nichts, weil alle Produktionsstätten nach Asien wandern, wir dafür aber künftig in dicker Winterkleidung (Made in China) in kalten Ruinen sitzen.

 
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