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Umstrittenes Corona-VakzinRussland bietet Österreich eine Million Dosen "Sputnik V" an

Die Europäische Union gab bislang kein grünes Licht - nun stellt Moskau Österreich eine Million Dosen "Sptunik V" in Aussicht. Es gebe noch keine Kaufentscheidung.

© (c) AFP (FEDERICO PARRA)
 

Österreich verhandelt derzeit mit Russland über die Lieferung von einer Million Dosen des Corona-Impfstoffes "Sputnik V". Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) erklärte, dass man "aktuell alle Möglichkeiten" prüfe, um möglichst rasch weiteren Zugang zu noch mehr geprüften Impfstoffen für die breite Bevölkerung zu ermöglichen". "Klar ist: jeder in Österreich eingesetzte Impfstoffe muss wirksam und sicher sein", so Anschober.

Aus dem Bundeskanzleramt in Wien hieß es am Dienstag gegenüber der APA eine Vertraulichkeitsvereinbarung mit Russland zum Austausch von Dokumenten sei unterschrieben worden. Die österreichischen Gesundheitsbehörden würden auch Zugang zu den Dokumenten erhalten. Verhandelt werde über die Lieferung von 300.000 Dosen im April, 500.000 Dosen im Mai und 200.000 Dosen Anfang Juni. Eine Kaufentscheidung sei aber noch nicht getroffen worden.

In der Europäischen Union ist "Sputnik V" derzeit noch nicht zugelassen. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat aber ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung gestartet. Dabei können während eines Gesundheitsnotstands die notwendigen Daten bei Verfügbarkeit sukzessive eingereicht und geprüft werden. Das Verfahren kann so beschleunigt werden.

Nach Telefonat mit Putin

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) habe am 26. Februar mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert und über mögliche Lieferungen des russischen Impfstoffs Sputnik V nach Österreich gesprochen, so das Bundeskanzleramt. Noch am selben Tag sei eine Kontaktaufnahme mit dem Russian Direct Investment Fund (RDIF), der mit dem internationalen Vertrieb von Sputnik V beauftragt ist, erfolgt. Am 5. März habe Kurz dann mit Kirill Dmitriev, dem RDIF-Vorstandsvorsitzenden, gesprochen. Seitdem habe es bereits mehrere Videokonferenzen und Telefonate mit dem RDIF sowie dem russischen Botschafter in Österreich, Dmitri Ljubinski, unter Einbindung des Gesundheitsministeriums und der Finanzprokuratur gegeben.

Kurz hatte bis jetzt immer erklärt, dass die Voraussetzung für eine Lieferung nach Österreich eine EU-Zulassung des russischen Impfstoffes sei. In einer Stellungnahme am Dienstag betonte der Bundeskanzler, dass es beim Impfstoff "keine geopolitischen Scheuklappen geben" dürfe. "Das Einzige was zählen darf ist, ob der Impfstoff wirksam und sicher ist, nicht woher er kommt." Seit Februar sei man in einem guten Austausch mit der russischen Seite, wofür er sehr dankbar sei, so Kurz. "Wenn Österreich eine Million Impfdosen zusätzlich bekommt, wäre eine frühere Rückkehr zur Normalität möglich und wir können viele Menschenleben sowie Arbeitsplätze retten."

Opposition mit Vorbehalten

Kritisch äußerte sich indes FPÖ-Bundesparteiobmann Norbert Hofer. Er habe bereits Anfang Februar den Kauf des russischen Impfstoffes gefordert, so Hofer. Das Beispiel rund um Sputnik V zeige, dass es die österreichische Regierung wieder einmal verschlafen habe, die richtige Schritte zu setzen. "In mittlerweile 57 Ländern kommt Sputnik V bereits zum Einsatz. Österreich könnte schon eines dieser Länder sein, würde der Gesundheitsminister nicht Anschober heißen", so der FPÖ-Chef.

"Ohne positiv abgeschlossenes Zulassungsverfahren darf Sputnik V in Österreich nicht verimpft werden. Das würde das Vertrauen der Bevölkerung in die Impfung aushöhlen und den Impffortschritt in Österreich nachhaltig gefährden", forderte NEOS-Gesundheitssprecher Gerald Loacker. Er sehe nun den Gipfel des Impfchaos, das die Regierung Kurz verursacht habe, so Loacker: "Hätte die Regierung im Herbst nicht auf 1,5 Millionen Dosen Johnson&Johnson verzichtet, müsste die Regierung über solche Aktionen erst gar nicht nachdenken."

Reaktion der EU

Die EU-Kommission äußerte sich zu den Verhandlungen zwischen Wien und Moskau zu Sputnik V zurückhaltend. Der Impfstoff gehöre nicht zu dem von der EU-Kommission ausverhandelten Portfolio, sagte eine Sprecherin am Dienstag in Brüssel. Die EU-Behörde schloss Verträge mit den Pharmaunternehmen Biontech/Pfizer, AstraZeneca, Moderna und Johnson&Johnson ab.

"Für die EU ist es entscheidend, dass die Impfstoffe auf ihre Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit geprüft werden", betonte die Sprecherin mit Blick auf das Zulassungsverfahren durch die EMA weiter. Sie verwies außerdem, dass im Falle einer Notfallzulassung "Konsequenzen" zu tragen seien. So würde die Haftung nicht mehr bei den Herstellern, sondern bei den Mitgliedstaaten liegen. Die EU-Kommission verhandle nicht zu Sputnik V, hieß es letztlich. Man sei "zuversichtlich" mit der derzeitigen Impfstrategie, das Ziel, 70 Prozent der Erwachsenen in der EU bis Sommer geimpft zu haben, zu erreichen.

 


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UHBP
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Die Wahrheit ist,

Dass Basti den russischen Impfstoff nur dazu verwenden wird, Bulgarien und Co zu helfen. Alles andere würde ja gar keinen Sinn machen. Basti möchte doch nicht, dass wir wie Malta bei den schnellsten sind.

SoundofThunder
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😏

Putin himself lässt sich nicht mit diesem Impfstoff impfen. 😏

az67
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EMA ?

Wenn man sich dass Theater rund um AZ ansieht fragt man sich schon ob man die EMA in dieser Frage braucht!
Es kann nicht sein, dass wir in Österreich nicht selbst die Möglichkeit haben den Impfstoff Sputnik auf Sicherheit und Wirksamkeit zu überprüfen und national zu zulassen Schlussendlich gibt es international anerkannte Experten aus Österreich zu genüge und die sollte man einbinden.
Deutschland und Italien hat uns ja schon ausrichten lassen dass wir keine einzige Impfung zusätzlich erhalten werden.
AZ wird bei unter 60 jährigen nicht mehr der Impfstoff der Wahl sein. Und was dann? Also wenn Sputnik das hält was Putin verspricht her damit und als nächster Schritt Produktionsstätte in Österreich . Schau ma mal wie mutig Kurz wirklich ist oder ob er doch nur heiße Luft von sich gibt!

hfg
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Kaufen und bitte sofort

Terminplanung für Leute die diesen Impfstoff wollen einrichten. Grundsätzlich wie bei jeder „Behandlung“ vorher Aufklärung über eventuelle Risken und natürlich mit Eigenverantwortung der Geimpften. Alles machbar wie bei fast jeder „Operation“

Zuckerpuppe2000
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Ramsch

Müssen wir wirklich jeden Ramsch kaufen?

waggef
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Bestellen

und verimpfen! Wir hinken bei den Impfungen dermaßen hinterher - also zugreifen!

mafoX
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Bestellen

Und unter den türkiesen Fanboys verimpfen, so hat jeder seinen Impfstoff. Passt eh. Da werden die eine Million schon ausreichen.

Gedankenspiele
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Dieses Ablenkungsmanöver...

...von all den schlechten Nachrichten über die ÖVP kann sich Kurz ersparen.

Selbst wenn diese Impfdosen nach Österreich kommen würden, welcher vernünftige Österreicher soll sich diesen Impfstoff ohne europäische Zulassung spritzen lassen?

Herr Kurz, erleichtern Sie sich und uns und treten Sie zurück!

salem2708
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was sagt denn die europäische Zulassung aus?

was ist denn der Unterschied zu der in Österreich bzw. in anderen Ländern gültigen Vorschrift? bitte um Erläuterung, da sie das ja anscheinend wissen. oder kann es sein, dass die europäische Zulassung nicht vielleicht an die EU-Sanktionen geknüpft ist? hmmm...

Gedankenspiele
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@salem2708

Höre ich da etwa den ersten Freiwilligen heraus, der sich der Sputnik V-Impfung stellen möchte?

Tapfer, muss ich zugeben!

Ich brauche keinen Impfstoff aus Russland, der im eigenen Land kaum verimpft wird und mehr als Exportschlager gilt. Noch dazu hatten die Russen anfangs wichtige Daten zu ihrem Impfstoff nicht frei gegeben. Wie es jetzt ist weiß ich nicht. Wirkt auf mich aber nicht sehr vertrauensbildend.

Ich wünsche Ihmen alles Gute bei der Impfung!
Und das meine ich ernst!

Marcuskleine
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problemlos

@Gedankenspiele: es gab am Anfang Verwirrung, weil Russland den Impfstoff schon zugelassen hat, aber erst danach Phase 3 Daten veröffentlicht hat. Mittlerweile ist bekannt, dass die Studiendaten sehr gut sind, die Wirksamkeit ist extrem gut (bester Vektor-Impfstoff - Wirksamkeit so hoch wie mRNA-Pendants). Jederzeit würde ich so eine Impfung nehmen. Es ist tatsächlich schade, dass Russland noch nicht mehr von einem der drei russischen Impfstoffe für die eigene Bevölkerung verwendet hat, das ist der Wermutstropfen

Gedankenspiele
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@Marcuskleine

Ok. Und warum exportiert dann Russland den meisten Impfstoff, wenn sie von diesem "besten" Impfstoff nicht mal genug fürs eigene Volk haben?
Um es klar zu formulieren, die trauen ihrem eigenen Impfstoff nicht.

Marcuskleine
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PR

Ich würde mal zwei Gründe vermuten: zum einen verwendet Russland diesen nachgewiesen sehr guten Impfstoff als PR-Aktion, und zweitens verdient Russland beim Verkauf ins Ausland mehr Geld, während das Interesse für die Impfungen im Inland erst (mit der Zeit) ansteigen wird (bei uns war das Interesse im Herbst auch noch gering...)

Gedankenspiele
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@Marcuskleine

Am lukrativsten wäre es für Russland mit Sicherheit, wenn sie in einer Pandemie das eigene Volk immunisieren würden, anstatt mit Impfstoffexporten Geld (Gewinn) zu machen.

Und zur Sicherheit des Impfstoffs kann ich als Laie nichts sagen. Aber die EMA muss sich beispielsweise erst die Produktionsanlagen ansehen. Und ausreichende Daten fehlen offiziell ebenso nachwievor.

Auf mich wirkt das alles etwas dubios.

Marcuskleine
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aus meiner Sicht

Aus meiner Sicht handelt es sich bei "Sputnik V" nicht um einen "umstrittenen" Impfstoff, sondern um einen von mittlerweile 6 oder 7 Impfstoffen, die ihre Phase 1, 2 und 3 Tests psoitiv abschließen konnten.
Das sind Pfizer/Biontech, Moderna AstraZeneca, Sputnic V, Covivac, Sinovac, Johnson und noch weitere russische und chinesische Impfstoffe.

dieRealität2020
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Eine einfache Sache. Wie in jedem anderen Geschäft man führt vorab einer Lieferung Gespräche über die näheren Bedingungen.

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In der Europäischen Union ist "Sputnik V" derzeit noch nicht zugelassen. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat aber ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung gestartet. Dabei können während eines Gesundheitsnotstands die notwendigen Daten bei Verfügbarkeit sukzessive eingereicht und geprüft werden. Das Verfahren kann so beschleunigt werden.
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Ist dieses Bewilligungsverfahren positiv erledigt, dann hat auch die österreichische Kommission Zugang zu den Daten und kann einen vorab ausgehandelte möglichen Ankauf und Lieferung wie es auch schon einige EU >Mitgliedsstaaten gemacht haben der Bundesregierung empfehlen.
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Frage dazu? Verzögert vielleicht vorsätzlich die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung von "Sputnik V"?

SagServus
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Frage dazu? Verzögert vielleicht vorsätzlich die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) die Zulassung von "Sputnik V"?

Die EMA kann nur das prüfen was sie vom Hersteller bekommt.

Wenn der nichts vorlegt oder nur sehr langsam bzw. lange braucht um die geforderten unterlagen nachzureichen, kann die EMA auch nichts prüfen.

Man munkelt ja eher, dass es dem Hersteller auch nicht wirklich um eine Zulassung in der EU geht. Der verdient mehr als genug mit den Ländern, die keine so strikte Zulassung haben wie die EU.

DannyHanny
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Jo eh super Leute!

Vor dem Astra Impfstoff ( zugelassen und geprüft ) macht's euch in die Hosn!
Die Hersteller von Sputnik geizen doch sehr mit Studien und Daten.....Aber wenn die Russen sagen " des passt scho" ....seit's sofort bereit euch impfen zu lassen?

hfg
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Zugelassenen geprüft AstraZeneca

Zuerst nicht für über 65 jährige - jetzt nur für über 60 jährige - immerhin 9 Tote wegen seltener Impffolgen allein in Deutschland.
Nehme vorsichtig an Sputnik wird nicht schlechter sein. Trotzdem bin ich fürs kaufen und rasches impfen -
die Coronaerkrankung ist 100erte mal tödlicher.

NIWO
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Lieber den als dieses Astra Zeug.

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justinjohnson
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Haben sie

etwa Angst vor diesem Impfstoff?

DannyHanny
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Justin

Sie würden sich impfen lassen......mit einem Impfstoff dem 70% der Russen nicht vertrauen.......nur zu!

justinjohnson
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ja, auf

alle Fälle!

joektn
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Geniale Idee

Entwickelt wurde der russische Impfstoff Gam-COVID-Vac Lyo vom staatlichen Gamaleya-Institut für Epidemiologie und Mikrobiologie in Moskau. Er besteht aus zwei Komponenten:
Zum einen eine rAd26-Komponente, die einen rekombinanten Adenovirus-Vektor auf der Basis des menschlichen Adenovirus Typ 26 enthält, in den das SARS-CoV-2- S-Protein-Gen integriert wurde.
Zum anderen eine rAd5-Komponente, die analog einen rekombinanten Adenovirus-Vektor auf der Basis des menschlichen Adenovirus Typ 5 enthält, in den ebenfalls das SARS-CoV-2 S-Protein-Gen integriert wurde.
Die erste Impfkomponente dient als sogenannter »Primer«, der eine erste Immunantwort auslöst, wohingegen die zweite Impfkomponente als »Booster« eingesetzt wird, der die Immunantwort noch verstärken soll.
Astra hat nur eine Komponente...

darumprüfe
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Technologisch basieren sowohl Astra Zeneca als auch Sputnik V auf Vektorviren.

Ein wesentlicher Unterschied ist, dass bei Sputnik V für die zweite Dosis ein anderes Vektorvirus als bei der ersten verwendet wird. Daraus folgt, dass die neue Strategie, zuerst einmal den gesamten Impfstoff für Erstimpfungen aufzubrauchen, damit möglichst schnell möglichst viele zumindest einmal geimpft sind, mit Sputnik V nicht anwendbar ist. Das heißt jetzt nicht, dass man Sputnik V nicht kaufen soll, aber man muss sowas auch mitbedenken.

haumioh
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DIE RUSSEN SIND NICHT BLÖD

BEVOR SPUTNIK V AUF DEM SPERRMÜLL LANDET SCHENKEN DIE ES DEN ÖSTERREICHERN - EINSPARUNG DER ENTSORGUNGSKOSTEN

 
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