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Corona-DefiziteFörderkurse in Semester- und Sommerferien, kürzere Ferien (noch) kein Thema

Dass die Schule länger als geplant geschlossen bleiben, tue ihm weh, so Bildungsminister Heinz Faßmann. Und dass die Folge davon Lerndefizite seien, das sei "klar". Mit der Finanzierung von Förderunterricht an den Schulen und einer privaten Vermittlungsplattform werde gegengesteuert.

Bildungsminister Heinz Faßmann: "Es wird ein Semesterzeugnis geben"
Bildungsminister Heinz Faßmann: "Es wird ein Semesterzeugnis geben" © APA/Herbert Neubauer
 

Die Schulen werden nach den Weihnachtsferien geschlossen bleiben. Eine kolportierte Verlängerung der Ferien wurde aber abgesagt: Ab 7. Jänner werden alle Schüler per Distance Learning unterrichtet. Erst ab 18. Jänner soll es wieder Präsenzunterricht in den Klassen geben. Das tue ihm weh, so Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP). Aber alles andere wäre mit dem Lockdown in allen anderen Bereichen nicht zu vereinen.

Alle Schüler und Lehrerinnen müssen dann einen Antigen-Test vorweisen. Wer kein negatives Testergebnis hat, muss statt des Mund-Nasen-Schutzes durchgehend eine dichtere FFP2-Maske tragen. Kindergartenkinder und jüngere Schüler können durchgehend weiterhin zur Betreuung in die Bildungseinrichtung kommen.

Bildungsminister Heinz Faßmann kündigte bei einer Pressekonferenz am Samstag im Detail an:

  • Der Präsenzunterricht beginnt erst ab 18. Jänner, das tue ihm weh, sei aber nicht anders zu vereinbaren mit dem Gesamt-Lockdown.  Schulen und Kindergärten bleiben ab 7. Jänner geöffnet für jene, die Betreuung brauchen. Schüler werden, wie bisher, punktuell an die Schulen geholt. Kindergartenkinder, die zu Hause betreut werden können, sollen weiterhin zu Hause bleiben.
  • Trotz geringerer Schulzeit werde es ein Semesterzeugnis geben. "Die Kinder haben ja viel gearbeitet und gelernt, anders halt als sonst."
  • In den Semesterferien gibt es zusätzliche Lernangebote, die Stunden werden bezahlt, Lehramtsstudierende bekommen Sonderverträge und könnten auf diese Weise auch Geld verdienen ("sonst gibt es derzeit eh nicht so viele Jobs für Studierende").
  • Auch die Sommerschule wird ausgebaut, das Angebot verdoppelt. Hier seien vor allem "niederschwellige Lernangebote" wichtig.
  • Auch über die zivilgesellschaftliche Initiative "weiterlernen.at" werden Schüler, die Unterstützung brauchen, mit Menschen, die Lernunterstützung geben können, zusammengeführt, diese bekommen dafür auch etwas bezahlt. Diakonie und Caritas werden diese Plattform betreiben.

Für all diese zusätzlichen Unterrichts-Stunden würden insgesamt 100 Millionen Euro aufgewandt, ein Teil der Mittel komme von der EU.

Über eine Verkürzung der Sommerferien werde derzeit noch nicht diskutiert, so Faßmann. Nicht grundsätzlich, sondern weil die Zeit bis dorthin noch zu lange, die Entwicklung nicht absehbar sei. "Ich verweise vorerst nur auf die Sommerschule, ein ganz hervorragendes Instrument, um die Lerndefizite auszugleichen". Das Angebot habe sich im vergangenen Sommer bereits sehr bewährt.

Die Maßnahmen, die Finanzminister Gernot Blümel und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger für die Bereiche Handel und Gastronomie verkündeten, finden Sie hier.


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Patriot
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Sehr geschätzte/r @gonzolo, alles was Sie unten schreiben, entspricht zu 100% den Tatsachen!

Das wissen auch vom Bundeskanzler und dem Minister bis zu den entbehrlichen sog. Bildungsdirektionen abwärts alle.
Auch den Funktionären der angeblich so EM mächtigen Lehrergewerkschaft ist das alles bekannt, aber die lassen aus Unterwürfigkeit dem Bundeskanzler gegenüber die Lehrer*innen hängen.
All diese Zustände sind ein Abbild unserer ach so modernen Gesellschaft und werden in einem mehr als bösen Ende münden.

gonzolo
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Na, zum Glück gibt´s da noch die Lehrer … die sind immer gut, um a bisserl zu bashen, einen Schuldigen für so ziemlich alles zu finden, was Mama und Papa schon alles verbockt haben, und was sie dann bei den lieben Kleinen noch irgendwie ausbügeln sollen, wovor die Produzenten schon längst kapituliert haben. Natürlich ohne die üblichen parentalen Mittel der Erziehung, weil das machen ja die “Chefs” zuhause – klar.

Und das negative Lehrerstigma ist da natürlich äußerst super, denn Lehrer sind grundsätzlich mal oberwichtig, überg´scheid und natürlich sind´s auch faul und Ferien haben sie auch ständig - eh klar. Außerdem hat so ziemlich jeder mal ein G´schichterl mit so einem ungerechten und bösen Menschen gemacht, so dass sich bis heute die Wertigkeit dieser Menschen so um die Null befindet, oder man diese Spezies als rechtlose Objekte bzw. Materie betrachtet. Besonders der Heilige Jörg hat ja an dieser Imageverwüstung immer emsig gefeilt, bis dieses Bild mittlerweile ganz normal wurde.

Deshalb wundern diese obligaten Bashings auch nicht mehr wirklich – aber paradoxerweise schicken dann doch all die besorgten Mamas und Papas immer wieder gerne ihre lieben Kids in die Schule? Selbst wenn man gar nicht im home office ist – und sogar wenn die fürsorgliche Mama ja generell gar nicht arbeitet?! … Tja, die lieben Kleinen sind halt oft gar so anstrengend – gell.

Klaro – dass dann dieser komische “Mensch” die halbe Klasse im Lockdown direkt in der Schule – und die andere Hälfte zugleich per Internet unterrichtet, ist natürlich ganz selbstverständlich - no na net – ein Kopierer spuckt ja auch die Blattln aus, wenn man draufdrückt, oder?!

Das diese Spezies das binnen kurzer Zeit überhaupt kann, das ist halt diversen Fortbildungen außerhalb der Unterrichtszeit geschuldet … na ja – ist eh ganz normal, für uns –gell! ... Und Ferien braucht so ein "Ding" ja eh nicht ...

gonzolo
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Aber immerhin

zeigt diese ganze Covid-Misere ziemlich eindrücklich, wie´s mit unserer Erziehung aussieht und als was man die Schule prioritär betrachtet: ein Dienstleistungsinstitut, in dem man in erster Linie die Kinder deponieren kann, weil man ihrer selbst gleich bald mal überdrüssig ist, weil das Gros der Mamas und Papas mittlerweile keinen blassen Schimmer mehr davon zu haben scheint, was Erziehung überhaupt bedeutet und was es von Eltern fordert. Und wenn man heute kaum mehr Kinder in Schulen findet, die konsequent und fleißig sind, so ist´s ja nur ein Abbild dessen, was zuhause eine Generation darüber ist. Der Analphabetismus und das Scheitern am Lesen und Verstehen fällt der derzeitigen Schülergeneration ja auch nicht von ungefähr plötzlich auf den Kopf, wenn man erfährt, dass kaum ein Kind mehr irgendwas vorgelesen bekam, oder es ja überhaupt kein einziges Buch mehr im Hause gibt.

Die coole Mama appt rund um die Uhr mit ihren Freundinnen – und der coole Papa spielt mit dem Sohnemann Playstation - und zum Glück gibt´s da noch die Aufbewahrungseinrichtungen – vormals Schule genannt – sonst gäbe es da wohl die eine oder andere Familientragödie mehr ...

gonzolo
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Und “verloren” gehen jene, die auch im Regelunterricht kaum zu erreichen sind … denn da spielen andere Faktoren hinein, als nur ein Mangel technischer Hilfsmittel, der umgehend durch die Schule kompensiert werden kann und auch wird. Die Praxis zeigt, dass bei normalem, wie auch beim distance-learning dieselben Schüler positiv – wie auch negativ reüssieren, da dies von familiären und sozialen Faktoren abhängig ist. Der Fleißige ist da wie dort fleißig - der Faule item.

Der Lehrer ist keine eierlegende Wollmilchsau – da brauchts auch einen Input vom Gegenüber … von dieser göttlichen Mission, auf die sich so manche übermotivierten Pädagogen begeben, enden so manche in der Frustration, dem Selbstzweifel und dem Burnout.

Zugleich merken sie gar nicht, dass sie diversen anderen Interessenslobbys ausgezeichnet in die Hände spielen, da sie ständig mehr Bereitschaft und Einsatz zeigen, als es ihre Aufgabe wäre und alles widerstandslos “fressen”, was ihnen oktroyiert wird – darauf haben sich schon alle Beteiligten wie die Eltern sowie die Dienstgeber ausgezeichnet eingestellt. Das bereits über Jahrzehnte laufende systematische Lehrerbashing trägt bereits Früchte, weil diese meinen, sie müssten ihr mutwillig und absichtlich herbeigeführtes ramponiertes Image durch mindestens 130% Einsatz wettmachen. Mit denen hat man leichtes Spiel - und oft hat man schon das Gefühl, die Personalvertretungen seien mehr Erfüllungsgehilfen der Eltern, der Wirtschaft und des Dienstgebers.

In anderen Branchen wäre man schon auf den Barrikaden – die Lehrer halten da aber noch die andere Wange hin, weil mittlerweile das Minderwertigkeitsgefühl schon an der Daseinsberechtigung kratzt.

Stony8762
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Ich denke, ausnahmsweise könnte man schon auf einen Teil der Ferien verzichten. Ostern und Semester würden sich anbieten.

gonzolo
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Und du, Stony ...

verzichtest ausnahmsweise auf deinen Urlaub ... das finde ich sehr löblich und äußerst selbstlos ...

TomKLZ
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Verzichten Sie ausnahmsweise auch auf Ihre Ferien?

Unbezahlt, versteht sich!

Nein? Warum sollte das jemand anderes dann tun? Und nochmal: es wurde und wird im lockdown von Schülern und Lehrern gearbeitet. Alle brauchen Urlaub.

HansWurst
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Sie sind offensichtlich

selber Lehrer - oder nur neidisch?

TomKLZ
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Unsere Kinder...

...arbeiten fleißig. Ihre Lehrerinnen, soweit ich das beurteilen kann, auch. Noch dazu unter erschwerten Bedingungen: ein Teil der Schüler soll in der Schule betreut werden, der andere Teil möglichst abwechslungsreiche Arbeitsaufträge online vorfinden.

Ich finde alle haben sich die Ferien mehr als verdient!

Hildegard11
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Unter erschwerten Verhältnissen...

...für Schüler und Lehrer auch noch länger Schule. Wahnsinn. Es gibt auch Kurzarbeit ohne Arbeit, aber mit Bezahlung. Verzichten die auch auf Urlaub?

erstdenkendannsprechen
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ich verzichte sicher nicht auf urlaub,

und ich habe in diesem jahr auch viel im homeoffice garbeitet (zum glück geht das bei unserem betrieb, auch wenn der chef es eigentlich lieber nicht haben will - ich weiß aber, dass viele kollegen das nicht so schätzen, weil für sie homeoffice stressiger als der normale alltag in der firma ist).
nur: meine kinder arbeiten im distance-learning sehr intensiv. anders - auch inhaltsmäßig nicht das, was in der schule passiert - aber sehr intensiv. und sie sind jetzt, vor den weihnachtsferien, auch erschöpft. und das waren sie auch vor den sommerferien. einmal reicht, und der freie sommer tut gut.
was ich befürworte: förderkurse im sommer.

schteirischprovessa
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Das Verlängern des Schuljahres dürfte wohl Sinn machen.

Doch dass der türkise Kanzler und der türkise Bildungsminister das bei der schwarzen Lehrergewerkschaft durchsetzen können, ist zu bezweifeln.
Denn die wird das tun, was sie immer tut: alles blockieren.
Wie kommen die armen Pädagogen auch dazu, mit nur 10 bis 11 Wochen Ferien im Jahr durchzukommen, während der Großteil der arbeiten Bevölkerung immerhin fünf Wochen Urlaub zur Verfügung hat.

erstdenkendannsprechen
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ich glaube,

wenn lehrer dann während des schuljahres "dienst nach vorschrift" machen dürfen, jede überstunde verrechnen - dann hätten eh wenige was dagegen.
sie können aber ruhig einmal ihr wissen updaten über das, was schule und lehreralltag wirklich sind.

peter499
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@erstdenkendannsprechen

Sind Sie Lehrergewerkschafter?

reschal
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Super

Lehrer-bashing. Kennen Sie dieses Zitat?
Wenn Sie das lesen können, bedanken Sie sich bei einer Lehrperson.

jost4513
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Tourismus

Na wir konnten wir Eltern nur denken, die Herren würden die Ferien etwas kürzen. Wo doch der Tourismus eh schon so leidet. 🤔Und die Kinder? Wie schon so oft gesagt, trage ich die Maßnahmen mit aber was Schule betrifft, steige ich aus.

erstdenkendannsprechen
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ich möchte die sommerferien nicht gekürzt haben.

die kinder haben nämlich keine ferien, wenn lockdown und distance-learning am programm stehen. die arbeiten sehr intensiv. und die haben sich ferien redlich verdient.

peter499
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Was zählt dabei?

Wohl das, was am Ende für die Kinder rauskommt. Viel haben es zur Zeit schwer und nur wenige haben die soziale und finanzielle Sicherheit, die Lehrerinnen und Lehrer haben. Das ist gut so. Aber das Gejammere ist beschämend.

Bisan
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Weihnachtsferien

verlängern. Semesterferien streichen. Es ist eine Zumutung das Eltern die im Pflegebereich tätig sind eine derartige Doppelbelastung hinnehmen müssen.
Kinder haben das Recht auf Bildung, durch ausgebildete Fachkräfte.

gonzolo
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Man möchte fast glauben,

alle Eltern arbeiten in Österreich im Pflegebereich - hm ... dabei soll´s ja einen Mangel geben?!

Und komisch - sogar Eltern, die gar nicht arbeiten, schicken ihre Kids während des Lockdowns in die Schule?! ... Naja - ist ja quasi sowas, wie ein Gratis-Geschenk an die Faulen und Überforderten ... und da gibt´s offenbar sehr viele.

Das ist echt eine Zumutung - gell Brisan ...

Bisan
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@gonzolo

Ich habe nur für Eltern gesprochen die im Pflegebereich tätig sind. Pflegekräfte sind seit März 2020 im Ausnahmezustand. In Dauerbereitschaft, in Schutzkleidung, und psychisch sowie physisch sehr belastet. Dann kommt man nach Hause und muss Lehrer spielen

marcneum
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In die Schulen schicken!!

Genau für solche Fälle (Pflegepersonal, etc.) aber auch für alle anderen, die zuhause mit dem Distance Learning ihre Probleme haben, sind die Schulen und deren Infrastruktur geöffnet!!
Die Schüler folgen dem Distance Learning auf Computern und werden von LehrerInnen beaufsichtigt und unterstützt!

erstdenkendannsprechen
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eltern im pflegebereich....

und auch alle anderen eltern, die es benötigen, können ihre kinder bitte in die schule/kiga usw. bringen.
im letzten lockdown waren bei uns auch kinder in der schule, bei denen ein elternteil daheim war (aber nicht homeoffice, sondern karenz oder hausfrau).
dieses "die armen pflegekräfte" entspricht in diesem punkt nicht der realtität, und pflegekräfte müssen hier für vieles herhalten, nur um argumente zu untermauern.
übrigens müssen beinahe alle anderen eltern auch weiterarbeiten - wer glück hat im homeoffice.