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Aber noch viele Fragen offen Virologe glaubt an Impfstoff in kommenden Monaten

Aber viele offene Fragen um Wirkung oder Verteilung - In USA tätiger österreichischer Forscher gibt in Fachblatt "Nature" Überblick über Vakzinentwicklung.

Sujetbild © APA/BARBARA GINDL
 

Angesichts von rund 180 Impfstoffkandidaten gegen das SARS-CoV-2-Virus und mehreren davon im letzten Stadium der klinischen Prüfung könne man davon ausgehen, dass "effektive und sichere Impfstoffe eher bereits in Monaten" verfügbar werden. Zu diesem Schluss kommt der österreichische Virologe Florian Krammer von der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York (USA) in einem Überblicksartikel im Fachmagazin "Nature". Trotzdem gebe es noch viele Fragezeichen.

Obwohl es noch keinen zugelassenen Impfstoff gegen einen Erreger aus der Gruppe der Coronaviren bei Menschen gibt und die Vakzin-Entwicklung unter normalen Umständen um die 15 Jahre dauert, stand die Aussicht auf einen rasch verfügbaren, marktreifen Wirkstoff innerhalb eines bzw. von eineinhalb Jahren relativ bald nach Beginn der Corona-Pandemie im Raum. Angesichts der Entwicklung in "Rekordgeschwindigkeit" hält es der Wissenschafter, der bereits im März einen Antikörpertest auf das neue Coronavirus vorgestellt hat, sogar für möglich, dass Impfstoffe noch heuer auf den Markt gelangen.

Weniger Nebenwirkungen

Als sehr wahrscheinlich bezeichnet Krammer, dass Kandidaten der Firmen Moderna, Pfizer und AstraZeneca die notwendige Schutzwirkung gegen den Erreger aufweisen und in den USA und Europa auch lizensiert werden, wenn sie sich als sicher genug erweisen. Gerade in diesem Zusammenhang hatte der Pharmakonzern AstraZeneca seine Studien mit einem Impfstoff wegen einer ungeklärten Erkrankung bei einem Probanden allerdings erst kürzlich unterbrechen müssen. Es könne jedenfalls sein, dass diese ersten Vakzine in der Folge durch andere Wirkstoffe ersetzt werden, die ähnliche Wirkung zeigen, jedoch mit weniger Nebenwirkungen behaftet sind, räumt auch Krammer ein, der in dem bisher beispiellosen Entwicklungsprozess noch einige Unsicherheitsfaktoren ortet.

So gebe es noch Fragen zur Rolle Verabreichung der mit vielen verschiedenen Herangehensweisen arbeitenden Impfstoffe. Alle fortgeschrittenen Kandidaten werden intramuskulär verabreicht. Dies führe zur starken Produktion von IgG-Antikörpern, die eigentlich eher spät im Verlauf einer Infektion gebildet werden. Diese Art der Antikörper schützen zwar die Unteren Atemwege, also die Lunge, allerdings bringe diese Art der Verabreichung keinen Effekt auf die Anzahl der im Lauf einer Atemwegsinfektion früher gebildeten IgA-Antikörper. Die finden sich vor allem in den Schleimhäuten in den oberen Atemwegen und hemmen dort den Erreger. So könnte eine Impfung die Unteren Atemwege schützen, die Oberen jedoch nicht.

"Das führt vielleicht zu Vakzinen, die Personen zwar vor einem symptomatischen Verlauf schützen, es aber noch erlauben, dass das Virus weitergegeben wird", auch wenn die Übertragungswahrscheinlichkeit trotzdem reduziert würde, so Krammer. Hätte man noch Wirkstoffe, die über die Nase verabreicht werden können, wären auch die Oberen Atemwege besser geschützt. Derartige Kandidaten gebe es aber wenige.

Bisher sehe es so aus, als ob eine natürlich durchlaufene Covid-19-Infektion zu einer "normalen" Immunantwort führe, bei der die Anzahl an gebildeten Antikörpern gegen den Erreger mit der Zeit etwas, aber nicht dramatisch zurückgehe. Wie lange eine wie immer geartete Impfung effektiv schützt, wisse man nicht, so der Virologe. Es könnte auch sein, dass der Impfschutz gerade bei den stärker gefährdeten älteren Menschen geringer ist. Auf der anderen Seite können viele Kandidaten bisher mitunter relativ starke Nebenwirkungen auslösen, was Fragezeichen zum Einsatz bei Kindern, die hier anfälliger sind, mit sich bringe.

Nicht zuletzt stellen sich auch Fragen dazu, wie die weltweite Versorgung sicher gestellt werden kann. Gut sei, dass in vielen Ländern mit verschiedenen Ansätzen an Impfstoffen gearbeitet wird, weil kein Anbieter alleine eine derart umfangreiche Versorgung sicherstellen können wird, betont Krammer, der u.a. beim Angebot an Spritzen oder Glasbehältern mögliche Flaschenhälse ortet. Auch die bei manchen Entwicklungen notwendige Lagerung in großer Kälte könne in weniger entwickelten Ländern oft nicht gewährleistet werden. Für den Virologen ist daher gut denkbar, dass schlussendlich in vielen Ländern Impfstoffe mit inaktivierten SARS-CoV-2-Erregern eingesetzt werden, die etwa in China, Indien oder anderen Ländern hergestellt werden. Ein Vorteil dieses Ansatzes ist, dass solche Vakzine auch leichter in Nicht-Hightech-Ländern produziert werden könnten.


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Kommentare (16)

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schulzebaue
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Alle aktuell aussichtsreichen Kandidaten

sind vereinfacht gesagt Gentechnik.

Dabei werden Bestandteile (am ehesten RNA aber vielleicht auch DNA je nachdem welcher Impfstoff auf den Markt kommt) in die Zellen eingeschleust.

Was das in weiterer Folge bedeuten wird ist vollkommen unklar, die aktuelle Phase 3 Studie wurde jedenfalls wegen einer Entzündung im Bereich des Rückenmarkes die auch eine Autoimmunreaktion, ausgelöst durch den Wirkstoff, sein kann.

Als befürworter sämtlicher ausreichend erprobter Impfungen würde ich mir diesen Impfstoff ohne eine ausreichende Beobachtungszeit, die über Jahre gehen muß, nicht verabreichen lassen.

melahide
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Wie

das dann wohl ausgeht. Alle mit denen ich mich unterhalten sagen, sie lassen sich nicht impfen. Also wird uns Corona wohl noch einige Zeit begleiten

logon 1
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Tatsächlich arbeiten..

..Pfizer/Biontech,Moderna,Curevac,Novavax,... an mRNA-Impfstoffen,die als vielversprechend,aber riskant angesehen werden,weil sie in den Zellbauplan eingreifen.
Weniger problematisch dürften Impfstoffe sein,die auf die althergebrachte Art mit inaktivierten Viren arbeiten .
Das Problem an dieser Impfstoffherstellung ist die schnelle Mutation der Viren,die sie für die Körperabwehr schwer erkennbar machen.
Wie alle Viren,die den Artensprung von den Tieren zum Mensch geschafft haben.
Weitere werden folgen,also ein Zweikampf zwischen Milliarden-Jahre alter Evolution und Forschergehirnen.

Buero
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Schon wieder

Ein Virologe. Und wir wissen nicht, ob er im Auftrag der Wissenschaft, im Suftrag eines Pharmakonzerns oder in seinem eigenen Auftrag agiert.
Es gibt zu viele Virologen ..... vielleicht?

skitour1
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Mein Sohn

Mein Sohn verdient in diesem Sinne nur seinen Lohn, der möglicherweise nicht höher ist als ihrer!
Bitte keine so vagen Anschuldigungen setzen!!
Er ist Wissenschaftler und kein Unternehmer.

lg

erstdenkendannsprechen
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ja, genau.

wozu brauchen wir virologen, wenn es um viren geht.
einfach die experten im kleine-forum befragen, und alles wär geritzt!

Hazel15
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Impfstoff

Russland hat ja schon einen.
28.09.2020
Erstmals seit Mitte Juni wurden in Russland am heutigen Montag wieder mehr als 8.000 Corona-Neuinfektionen registriert. In Moskau lag die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende zum ersten Mal seit Anfang Juni wieder bei über 2.000. Innerhalb von vier Tagen hat sich der tägliche Anstieg verdoppelt, meldet der Corona-Krisenstab. Insgesamt sind 20.385 Menschen in Russland infolge des Coronavirus verstorben. WIRKT SCHON!!!!

erstdenkendannsprechen
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mein gott, informieren sie sich halt:

der russische impfstoff ist zugelassen - aber trotzdem noch in phase drei der entwicklung. dh. es wird nicht geimpft, außer zu testzwecken (so wie in vielen anderen ländern - in testphase drei geht die anzahl der geimpften personen glaub ich in die zehntausende, und soviel ich weiß sind das alles freiwillige).
wenn die testreiehen dann abgeschlossen sind, kann er aber - sofern verfügbar - sofort verimpft werden, weil keine zulassung mehr erfolgen muss. ob das "klug" ist, ist die andere frage, aber so, dass da jeder geimpft wird, ist es nicht.

RaraAvis
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Eigentlich brauchen wir keinen Impfstoff

sondern genau wie in Schweden eine rasche, aber gebremste Durchseuchung.
Während Schweden wohl bald herdenimmun ist, geht bei uns das Theater wieder los.

erstdenkendannsprechen
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herdenimmun, wenn die bis 40jährigen kaum

antikörper bilden und sich bei einem großen teil derer, die antikörper haben, diese nach ein paar monaten nicht mehr nachweisen lassen.
schwedische antikörperstudien zeigen übrigens auch, dass der anteil derer, die jetzt antikörper haben, kleiner als erwartet ist.
da haben in den usa oder in teilen brasiliens (im bundesstaat amazonas etwa) mehr leute antikörper.
manchmal kommt mir vor, die menschen schreien einfach los "wie schweden, wie schweden", bevor sie sich irgendwo auch nur ein bisschen informieren, wie schweden das macht.
die maßnahem in schweden sind mit unseren absolut zu vergleichen, mit dem unterschied dass es keinen kompletten lockdown in schweden gab (also drei wochen lang).
die infektionszahlen sind in schweden zum glück niedrig. die tun aber auch viel dafür - und vieles davon würde bei uns nicht durchführbar sein.

RaraAvis
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@erstdenken

das ist egal, ob die Antikörper bleiben, das Immunsystem besiegt den SaraCov2 Großteils über die T-Zellen.

Die Maßnahmen in Schweden sind eben auch gut: Keine Masken!!! Alles andere ist mir egal.

UND: die schwedische Regierung und Herr Tegnell verbreiten keine Panik, sondern Zuversicht und Information. Bei uns verbreitet der Irre König nur Angst und Schrecken und die heilige Maske.

erstdenkendannsprechen
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sind vermutungen.

und für die t-zellen-immunität ist ev. keine infektion möglich. man weiß darüber aber zu wenig um irgendwas sicher zu behaupten.
"alles andere ist mir egal" kann ich deswegen nicht nachvollziehen, weil die masken jene maßnahme sind, die kaum einem weh tun. pflegepersonal usw. trägt auch in schweden masken, und wer bei uns nur beim einkaufen und in ämtern usw. masken tragen muss, der braucht sich über nichts aufzuregen - weil das hat so gut wie keinen einfluss auf das leben des einzelnen. alle anderen maßnahmen schon - besuchsverbote in pflegeeinrichtungen zb (in schweden erst im oktober aufgehoben, bis ende august waren besuche untersgt, jetzt unter best. voraussetzungen möglich) - versammlungen über 50 personen (ist in schweden so -bei uns erst jetzt wieder). man muss sich halt auch in panik versetzen lassen, damit es panik gibt - und diese verantwortung liegt schon bei mir.
und (so versichert mir zumindest eine freundin, die mit familie in schweden lebt) - die schweden haben empfehlungen, keine verbote - und die werden ernst genommen. bei uns nimmt keiner was ernst.

Ragnar Lodbrok
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Glauben .....

heißt nicht wissen...

ed
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ich glaube an den Osterhasen...

...und dass solche Berichte entbehrlich sind.

petera
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Die Frage ist wer sich damit impfen will

Wenig getestet, möchte ich als nicht Risiko Patient nicht Versuchskaninchen spielen. Uns so geht es wohl 95% der Bevölkerung. Damit schafft man keine Herdenimmunität.

erstdenkendannsprechen
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er wird dann gleich getestet sein, wie alle anderen impstoffe auch.

dh. jeder impfstoff, der (bei uns - nicht in russland) zugelassen wird, hat alle vorgeschriebenen testphasen durchlaufen.
was fehlt sind erfahrungen mit dem impfstoff, und auf viele dinge kommt man halt erst mit der zeit drauf - und einer breiten anwendung. das ist aber anfangs bei jedem impfstoff so.