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Zahlen machen weiter HoffnungSituation auf Intensivstationen laut Anschober stabil

Derzeit sind 37 Menschen in intensivmedizinischer Behandlung - den Höchststand gab es am 8. April mit 267 Personen.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober
Gesundheitsminister Rudolf Anschober © (c) APA/CHRISTOPHER DUNKER
 

Die Situation auf den Intensivstationen ist weiter stabil: Aktuell befinden sich 37 Menschen österreichweit in intensivmedizinischer Behandlung, den Höchststand gab es am 8. April mit 267 Patienten, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) bei einer Pressekonferenz am Mittwoch. "Erstmals haben wir mit 838 Aktiv-Erkrankten wieder die Grenze von 1.000 unterschritten."

Auch die Prognose bis nächste Woche lasse "keine großen Veränderungen" erwarten. Er verwies aber darauf, dass Covid-19-Patienten eine "überdurchschnittliche Belagsdauer von rund 20 Tagen" auf den Intensivstationen benötigen. "Die Frage der Intensivstationen war von Beginn an eine sehr kritische, es ist uns gut gelungen, eine Überlastung zu verhindern. Ich möchte mich bei allen Mitarbeitern im Gesundheitssystem bedanken", sagte der Ressortchef. 633 Personen sind bisher an oder mit Covid-19 verstorben. Hier gebe es eine "sehr klare Altersstruktur". Laut Anschober machten Menschen über 90 Jahre fast 20 Prozent aus, 40 betrafen die Altersgruppe 80 bis 90 Jahre, 28 Prozent 70 bis 79 Jahre und acht Prozent zwischen 60 und 69 Jahren.

Ich glaube, wir werden noch viele Aha-Erkentnisse haben, bis wir dieses Virus intellektuell intus haben.

Florian Thalhammer, Infektiologe

"Das Virus hat uns kalt erwischt, aber wir haben unsere Aufgaben gemeinsam bravourös gemacht", sagte der Infektiologe Florian Thalhammer (MedUni Wien/AKH). "Es ist ein Chamäleon, wir lernen täglich neue Dinge", konstatierte der Experte in Bezug auf zahlreiche Symptome, die auftreten können. Geschmacksstörungen seien beispielsweise zunächst als Rarität bemerkt worden, mittlerweile wisse man, dass diese 20 bis 30 Prozent der Infizierten bekommen. Er betonte, dass eine genaue Anamnese wichtig ist. "Fiebermessen allein ist zu wenig", sagte Thalhammer.

Auch Günter Weiss, Internist und geschäftsführender Direktor der Medizinischen Universität Innsbruck, erläuterte, dass es unterschiedliche Krankheitsbilder gibt. Wichtig sei, die Patienten rechtzeitig abzufangen, wenn sich deren Gesundheitszustand verschlechtert. Ebenso müsse darauf geachtet werden, dass es auf den Infektionsstationen Kapazitäten für Intermediate Care (Bindeglied zwischen Intensiv- und Normalstation, Anm.) gebe, um "nicht invasive Beatmung durchzuführen und zu verhindern, dass Patienten auf die Intensivstation kommen.

Zu SARS-CoV-2 und Covid-19 seien jedenfalls noch viele Fragen offen, "auch wenn wir in den letzten Wochen relativ viel dazugelernt haben", sagte Weiss. "Ich glaube, wir werden noch viele Aha-Erkentnisse haben, bis wir dieses Virus intellektuell intus haben", meinte auch Thalhammer. Außerdem riet er eindringlich dazu, sich im Herbst Grippeimpfen zu lassen. Natürlich sei die Influenzaimpfung "nicht das Gelbe vom Ei". Bis zum Herbst, wenn auch die Influenzasaison wieder startet, müsse man jedenfalls Awareness schaffen.

Man hat das Gefühl, dass man mit einem Schiff in ein Gewässer fährt, wo andere in Seenot gekommen sind oder am kentern waren.

Klaus Markstaller, Mediziner

Die Informationen seien jedenfalls "durchaus ernüchternd", sagte Klaus Markstaller, Leiter der Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie an der Medizinischen Universität Wien. "Man hat das Gefühl, dass man mit einem Schiff in ein Gewässer fährt, wo andere in Seenot gekommen sind oder am kentern waren", sagte Markstaller. Retrospektiv wisse man nun, dass man nicht in einen Sturm geraten ist, auch wenn in Tirol und in Wien in bestimmten Krankenhäusern das Personal durchaus gefordert gewesen sei. "Aber es war nie eine Seenot, es war nie eine Überlastung des Systems, es konnte stets Individualmedizin betrieben werden", betonte Markstaller. Die Alternative wäre die viel zitierte und unter anderem in Italien verwendete Triage gewesen. "In diese schlimme Situation sind wir nicht gekommen, wohl aber haben wir uns darauf vorbereitet und entsprechende Empfehlungen abgegeben. Wir hätten es können", sagte der Mediziner.

Nunmehr befinde man sich "auf der Rückfahrt mit diesem Schiff Richtung sicheren Hafen". Dieser wäre in dieser Metapher "eine kausale Therapie oder Immunisierung im größeren Stil", was aber beides in nähere Zukunft noch nicht absehbar ist. "Wir müssen aus einer Verantwortung heraus vorbereitet sein, sollten wir je wieder in schwerere Gewässer kommen", forderte Markstaller. Er betonte auch, dass 80 bis 85 Prozent der Intensivbetten stets mit Patienten, die nicht an Covid-19 erkrankt waren, belegt waren. Die Struktur der Krankenhäuser sei so gut, dass es problemlos möglich sein sollte, dass es keine "second victims" gibt.


Corona: Wie verhalte ich mich richtig?

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JK1976
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Die tägliche Pressekonferenz geht mir schon ab..

Indem dieser Fachexperte seine wertvollen Tips abgibt..

Nihiltimeo
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Kanonen auf Spatzen

Ja, dann ist das Spatzennest weg - aber das Haus auch !

samro
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kogler

kogler poltert wenns noetig ist und was soll man nun sagen? man muss mal modelle entwickeln und arbeiten.
viele dinge sind zu bewaeltigen. inder regierungsarbeit ist man nicht in der gluecklichen situation wie die opposition die fordern kann und ruhig sein wenns schief geht.
waer besser wir wuerden unterstuetzen als jeden tag neues hickhack das die leute satt haben.
die leute brauchen zur zeit sehr viel aber rumjammern hoft null.

hbratschi
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doch, in der regierung ist man...

...in der besten lage, in der man sein kann. zuerst wegen eines virus, wie wir es übrigens noch oft erleben werden, angst schüren. dann ebbt das virus ab, und die regierung sagt: schauts wie toll wir das gemacht haben. wenn es nicht abebbt bzw die zweite, dritte oder wievielte welle auch immer (wie es eben auch bei jedem virus ist) über uns kommt, dann heißt's: jo mei, das ist, weil ihr ned brav wart. also, komfortabler geht's eh nimmer. noch dazu bei einem volk, das es mag, wenn man ihm sagt, was es zu denken hat...

samro
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ebbe und flut

abebben tut von allein gar nichts. da haben schon andere darauf gewartet.
dort gibts noch jeden tag brav tote.

und welche konjunkturmassnahmen macht uns die opposition?
ich hoer heute:
rauchverbot weg.
oder mehr arbeitslosengeld.
wo sind die vorschlaege?

da wird es leider mehr brauchen.

hbratschi
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du hast recht, samro,...

...die stärke der regierung ist die schwäche der opposition.
und du glaubst allen ernstes, dass durch betriebsschließung und masken das virus "besiegt" werden kann? wird sollten endlich begreifen, dass wir ständig mit viren leben werden müssen und ja, wir werden auch daran sterben. händewaschen, abstand halten sind zielführend (und das sind sie bei jeder grippe) aber kollateralschäden durch überzogene maßnahmen verschlimmern nur die situation...

samro
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kapiert

eine echte soziale verantwortung fuehlen sie irgendwie in sich?
menschen sind nur kollateralschaeden?
baeeeeeeeeeeehhhhhh.
igitttttttttttttttttttttttttt.

hbratschi
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nein, mein lieber,...

...du brauchst dich nicht künstlich echauffieren, und es ist schon klar, dass du mich bewusst missverstehen willst, aber menschen sind keine kollateralschäden. jedoch sind die wirtschaftlichen folgen kollateralschäden. und diese werden vielen menschen echte probleme bereiten. du scheinst ja auf der sicheren seite zu sein, da dir das alles völlig egal ist. dich stört es nicht, dass existenzen vernichtet werden, dass betriebe zusperren müssen, dass menschen ihre arbeit verlieren, dass sie ihr bisheriges leben nicht mehr leben können, dass sie auch (zumindest seelisch) krank werden. dich kratzt das alles nicht. aber DAS sind die kollateralschäden, die absolut vermeidbar gewesen wären, wenn nicht menschen wie du einem messias bedingungslos nachrennen würden. aber wenn das dein weg ist, dann ist das halt so. nur solltest eines bedenken: du gehörst durch deine bedingungslose akzeptanz der worte des kurzen predigers, zu den mitverursachern dieser kollateralschäden. und du/ihr nehmt das leid der betroffenen zynisch in kauf. und das halte ich nicht für anständig. um es vornehm auszudrücken...

UHBP
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@sam..

Die Menschen wollen nicht belogen werden,
die Menschen wollen informiert werden,
die Menschen wollen Transparenz.
Natürlich ist das Regierungstrollen alles egal, weil oft auch zu anstrengend.
PS: Derzeit ist es Nehammer, der aus parteipolitischer Taktik "hickhack" verbreitet. Seine PK Auftritte hätte man ohne, dass es irgendeinem Österreicher abgegangen wäre - außer türkisen Trollen natürlich - weglassen können. Informationsgehalt gegen Null

samro
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massnahmen

haben sie recht.
rauchverbot weg.
mehr arbeitslosengeld.
das sind echte konjunkturpakete.

sagen sie worueber werden sie nicht informiert?

und mir personelich gefaellt das im verteilerzentrum nicht.

fans61
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Herr Kogler von den GRÜNEN hat keine eigene Meinung mehr

deshalb konnte er zum Merkl-Macron-Vorschlag nichts oder sagen wir durfte er nichts sagen.
Den einzigen GRÜNE dem ich noch traue ist Anschober und Frau Zadic.
So schwach....

tomtitan
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Trotzdem haben die Grünen

mehr Performance als die Roten.

herwag
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!!!

stimmt! die grünen haben bewiesen dass sie regierungsfähig sind - was man von der zerstrittenen spö mit den schwachstellen leichtfried und prw nicht sagen kann - zu den ibiza buben will ich mich gar nicht äußern

fans61
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Stimmt


Jeden Tag a Pressekonferenz 🤣🤣🤣