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GottesdiensteAb 15. Mai: Teilnehmerlimits, Masken und Abstand bei religiösen Feiern

In kleinen Schritten soll im religiösen Leben wieder Alltag einkehren. Gottesdienste sind ab Mitte Mai wieder erlaubt, allerdings nur für sehr wenige Menschen gleichzeitig.

Christoph Schönborn
Christoph Schönborn © APA
 

Ab 15. Mai ist der Besuch von Gottesdiensten wieder möglich, allerdings unter Einhaltung strenger Auflagen. Das gaben Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP) und Kardinal Christoph Schönborn am Donnerstag vormittag bekannt.

Für die Wiederaufnahme von religiösen Feiern gelten folgende Regeln:

  • Die Teilnehmerzahl ist stark limitiert und richtet sich nach der Größe des Gotteshaus. Pro 20 Quadratmeter der Gesamtfläche darf nur ein Gläubiger eingelassen werden. Der Platz ist nötig, weil sich die Kirchenbesucher ja über einen längeren Zeitraum in einem geschlossenen Raum befinden und dazu das Singen einen möglichen Virenaustausch begünstigen könne.
  • Zwischen allen Teilnehmern muss ein Abstand von mindestens zwei Metern eingehalten werden. Ausgenommen sind Personen, die im eigenen Haushalt leben.
  • An den Kirchentoren wird es Einlasskontrollen und Ordnungsdienst geben, die von den Kirchen bereitgestellt werden.
  • Alle Teilnehmer müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Davon ausgenommen sind nur Kinder unter sechs Jahren und der Vorsteher der Liturgie, wenn er Abstand zur Glaubensgemeinschaft groß genug ist.
  • Sämtliche Oberflächen müssen häufig desinfiziert werden.

Auf diese Bedingungen einigten sich Ministerin Raab und die Vertreter der 16 anerkennten Religionsgemeinschaften und Kirchen. „Es wird dazu kein Gesetz, keine Verordnung und keinen Erlass geben“, erklärte Raab, „weil der Staat nicht das religiöse Leben in den Gottesdiensten regelt.“ Die Religionsgemeinschaften werden die konkrete Umsetzung in ihren Gotteshäusern selbst erarbeiten und ihre Einhaltung kontrollieren.

Sehr wenige Gläubige in kleinen Kirchen

Insbesondere die Begrenzung der Teilnehmerzahl wird starke Auswirkungen auf die religiöse Zusammenkunft haben. In kleinen Kirche werden vorerst nur eine Handvoll Menschen miteinander feiern können. Selbst im großen Wiener Stephansdom dürfen nach der neuen Regel nur etwa 120 Menschen miteinander Gottesdienst feiern. Wie der Zulass geregelt werden soll, werde in der katholischen Kirche gerade ausgearbeitet, sagte Kardinal Schönborn. Auch die Praxis der Kommunionsgabe müsse erst festgelegt werden. Das Weihwasser ist in katholischen Kirchen ist per Erlass zur Zeit ausgesetzt.

Alle anerkannten Glaubensgemeinschaften und Kirchen tragen die neuen Regelungen mit, betonte Raab. Da Gottesdienste meist in geschlossenen Räumen und über eine längere Dauer stattfinden und auch das gemeinsame Sprechen und Singen Risiken bergen, sei die Ausgangsposition keine einfache. „Es herrscht großer Konsens darüber, dass wir für das gemeinsame Wohl auch in unseren Glaubensgemeinschaften darauf achten“, sagte Schönborn.

Risikogruppe soll noch nicht in die Kirche

Menschen, die der Risikogruppen angehören, fordert der Kardinal auf, an Gottesdiensten weiterhin über Fernseh- oder Radioübertragungen oder im Internet teilzunehmen. „Auch das ist eine echte Teilnahme“, betonte er. „Religion ist keine Sache, die man am Freitag in der Moschee oder am Sonntag in der Kirche praktiziert. Sie betrifft das ganze Leben“, sagte Schönborn, „diese Erfahrung ist ein Zugewinn in dieser schwierigen Zeit.“

Die strenge Teilnehmerzahl für Beerdigungen soll gelockert werden, wenn am Friedhof ausreichend Abstand eingehalten wird. Kardinal Schönborn rät allerdings, Familien und Freunde zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Gedenkgottesdienst einzuladen. Um Einschränkungen für Hochzeitsfeiern und andere Feste zu lockern, müsse man die Gesamtsituation laufend neu bewerten, meinte Ministerin Raab.

 


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Kommentare (26)
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GordonKelz
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16 !!!! anerkannte Kirchen .....

...und Religionsgemeinschaften allein in Österreich!!!!!! Was für ein Schwindel und der Staat lässt das auch noch zu und die Menschen unterstützen diese Scharlatane auch noch. Man glaubt es nicht!
Gordon Kelz

WASP
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@Gordon

Auch ihr Kommentar ist kaum zu glauben, aber der liebe Gott hat ja einen großen Tiergarten, und zum Glück haben wir alle darin einen Platz.

GordonKelz
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Es kann niemand einen Tiergarten...

...haben, den es nicht gibt!
Gordon

U0W9REHQC62KZEO7
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und wenn der liebe gott

auch auf seine tiere schauen würde, bräuchten wir nicht hrn kurz als schutzheiligen!

crawler
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Gottseidank

gibt es doch noch einige "Standhafte" die die ganzen Machenschaften der Scharlatane durchschauen und uns warnen. Wenn man zu den 5,16 Millionen Katholiken noch die Andersgläubigen dazurechnet, ergibt das sogar 12. 977,964 Gläubige in Österreich. So viele haben sich beschwindeln lassen. Kaum zu glauben.

dude
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@ crawler

12,97 Mio gläubige Österreicher???
Hab ich was verpaßt oder haben Sie keine Ahnung von den Bevölkerungszahlen in Österreich???

GordonKelz
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MIT ZAHLEN HABEN SIE OFFENBAR...

....Probleme....?!
Gordon

dude
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Hat die Frau Ministerin schon einmal nachgerechnet?

Ich denke nicht!
Denn wenn ich 2 m Abstand in jede beliebige Richtung zu meinen Nachbarn habe, benötige ich exakt 4 m2!
Ich war bis jetzt immer einverstanden mit den strengen Maßnahmen, die die Regierung zur Eindämmung von Corona gemacht hat. Genau deshalb steht Österreich ja jetzt so gut da. Aber diese Regelung mit 20 m2 pro Person bzw. 2 m Abstand zum Nachbarn, die ja nicht nur in Kirchen sondern auch in Museen und anderen Kultureinrichtungen gilt, ist absolut widersprüchlich!
Liebe Regierung, bitte korrigieren!

knapp
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Wie haben sie denn nachgerechnet??

Ein Kreis mit Radius von 2 Metern hat eine Fläche von gut 12,5 m². Wie rechnen sie, damit sie auf nur 4 m² kommen. Bitte um Erklärung.

dude
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@ knapp: Geometrienachhilfe

Stellen Sie sich ein Schachbrett, oder wenn Sie wollen auch ein Damefeld vor.
In jeder Ecke der schwarzen und weißen Felder steht ein Mensch. Jeder ist von jedem anderen 2 m entfernt; also voll im vorgeschriebenen Bereich.
Wie groß muß das Quadrat um jeden einzelnen herum sein, damit jeder einzelne den Sicherheitsabstand einhält?
Genau, richtig gerechnet, 4 m2.
Jene Nachbarn, die diagonal von Ihnen sind, sind sogar weiter weg als 2 m. Um das auszurechen, wenden Sie bitten den Lehrsatz von Pythagoras an!
Sie haben den Denkfehler begangen, für jeden einzelnen 2 m Sicherheitsabstand, vom zweimetrigen Sicherheitsabstand des Nachbarn zu berechnen. Das wären 4 m Sicherheitsabstand, und dies ist defintiv nicht gefordert!

MichaelP
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Rechenfehler, lieber User knapp!

der Denkfehler liegt auf ihrer Seite. Denn um 2 Meter Abstand zur nächsten Person zu haben, braucht es einen Kreis mit 1 Meter Radius und nicht 2. Denn die nächstsitzende Person hat ja auch einen solchen. Und 1 zum Quadrat mal Pi ergibt eben 3,14 Quadratmeter.

martin8330
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die 20 m2...

haben zuerst bei den Geschäften gegolten da hat man argumentiert dass die Leute ja im Geschäft mehr unterwegs sind. Darüber kann man vielleicht diskutieren.
In einer Kirche gehen die Menschen zu ihrem Platz, setzen sich nieder und verlassen nach dem Ende des Gottesdienstes auf direktem Weg wieder die Kirche. Diese 20m2 Regelung ist daher meiner Ansicht nach nur lächerlich und steht auch mit dem 2 m Abstand halten im Widerspruch.
Warum die Kirchen sich nicht dagegen gewehrt haben verstehe ich daher überhaupt nicht.

Miraculix11
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Warum haben sich die Kirchen nicht gewehrt?

Dir scheint nicht aufgefaflen sein dass die meisten Kirchen ohnehin viel zu groß für die paar Gläubigen sínd. Ebenso dass der Altersschnitt in der Kirche doch ziemlich hoch ist.

gb355
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na ja..

WER will das wissen,was die Kirche in Italien für ihre Menschen leistet? Ist bekannt wieviel der Staat in Italien für die Masse an Betroffenen getan hat.
Es meckern immer nur dieselben, die sich selber nirgends einbringen und andauernd Fehler suchen

spainman
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Warum so streng mit Religionsausübung?

Verstehe nicht ganz, warum man hier mit 20 qm pro Person so streng ist. In keinem anderen Lebensbereich werden bis jetzt solch große Abstände eingefordert. Fürchtet man sich vor Tröpfcheninfektion bei zu inbrünstigem Mitsingen? Mir wäre lieber gewesen, es wären mehr Menschen zu den Gottesdiensten zugelassen (Abstand 2 Meter mit Maske) und man hätte das Mitsingen z.B. einem kleinen Chor überlassen (oder andere kreativere Lösung).

struge1
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Unsere Dorfkirche

hat so rund 100m2, da dürfen jetzt 5 Leute am Gottesdienst teilnehmen und die anderen werden wieder nach Hause geschickt oder wie?? Na super...

menatwork
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Na super: Versammlungsrecht und Demonstrationsrecht ausgehebelt,

aber zum Gottesdienst darf man gehen.

Nicht dass ich was gegen die Gottesdienste hätte, aber es handelt sich dabei auch nur um Versammlungen von Religionsgemeinschaften, was für diese gilt, muss auch für den Rest der Bevölkerung gelten.

Es zeigt sich immer mehr, warum die Regierung keine Einsicht in ihre Entscheidungsgrundlagen gewährt, es scheint sich um reine Orakelei zu handeln.

crawler
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Ich stelle mir gerade vor

wie es wäre, wenn Religionsgemeinschaften analog Demonstrationen den Ring oder die Innenstadt in Wien für die Ausübung von Gottesdiensten oder wie es sonst auch immer genannt wird missbrauchen würden. Mit Trommeln, teilweise Vermummten und über Megaphone ihren Unmut gegenüber über Ungläubigen kund tun würden.

woelffchen
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Auf dad haben ja alle gewartet

Nachdem sich die katholische Kirche vornehm zurückgehalten hat und sich nicht einmal bemüßigt gefühlt hat ihrem notleidenden Italien unter die Arme zu greifen. Schändliches Verhalten, hat leider nichts mit Nächstenliebe zu tun. Bin total enttäuscht von dieser Haltung.

gb355
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na ja..

ein Hammer .... der oder die war in den letzten 2 Monaten wohl in Corona Virus Winter/Frühlingsschlaf

Nixalsverdruss
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Bist du gerade aus dem Coma erwacht ...

... oder wo warst Du die letzten 2 Monate????
Erst informieren - dann schreiben!
Alles Gute!

knapp
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Haben sie schon einmal von der Caritas gehört?

Scheinbar nicht, sonst würden sie nicht so einen Stuss verzapfen. Möchten sie zum Thema Wiederöffnung der Kirchen auch etwas sagen, oder wollen sie einfach nur schimpfen und pöbeln? Was war eigentlich ihr Beitrag für die Gesellschaft in den letzten Wochen? Xund bleiben.

pescador
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Wissen Sie wie sich die Caritas finanziert?

Die Angebote der Caritas finanzieren sich aus öffentlichen Zuschüssen, der Sozialversicherung, Spenden, Eigenmitteln und den Beiträgen der Kunden, Klienten oder Patienten. 

gb355
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na ja..

CARITAS heißt Nächstenliebe....da gehts nicht
nur ums Geld!!!

Nixalsverdruss
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Bitte lesen Sie den Finanzierungsbericht ...

... der Caritas!
Ich kann nicht genau feststellen, wie Mittel aus Sozialversicherungen, Kunden-, Klienten- und Patientenbeträge fließen sollten...

pescador
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Nicht rot stricheln

Argumentieren!