Zur Krönung von König Charles III. am 6. Mai 2023 werden in der britischen Hauptstadt London etwa 2000 Gäste erwartet – das wären 6000 weniger als bei Elizabeths Zeremonie. Die Feier soll zudem nur rund eine Stunde dauern und damit deutlich kürzer sein, als vor 70 Jahren. Wie zu hören war, soll sie die jahrhundertealten Traditionen mit der Moderne vereinen und zudem das multireligiöse Großbritannien stärker widerspiegeln.

"Krönung, die unseres Souveräns würdig ist"

Der britische Wirtschaftsminister Jacob Rees-Mogg sagte dem Sender Sky News am Mittwoch, die Krönung dürfe keine Billigveranstaltung sein. Es handle sich um ein Sakrament. "Ich hoffe, wir sehen eine Krönung, die unseres Souveräns würdig ist." Krönungen seien selten, deshalb müssten sie "ordentlich" gemacht werden.

Gedanken macht sich das Königreich auch um den Termin der Krönung: Britische Politiker fordern nun eine Verlegung des staatlichen Mai-Feiertags: Statt des 1. Mai solle im kommenden Jahr der 8. Mai (der Montag nach dem Krönungswochenende, Anmerkung) ein arbeitsfreier Tag sein, sagte der konservative Abgeordnete David Jones der Zeitung "Daily Mail" (Mittwoch). "Das wäre für uns alle eine ganz besondere Erinnerung." Auch Khalid Mahmood von der oppositionellen Labour-Partei sprach sich für ein langes Wochenende anlässlich der Zeremonie aus.

Palast: Termin wurde abgesprochen

Der Palast teilte mit, der Termin sei zwischen der Regierung, der Kirche und dem royalen Haushalt abgesprochen worden. Ob das Datum eine tiefere Bedeutung hat, blieb zunächst unklar. Am 6. Mai 2023 feiert Charles' Enkel Archie, der Sohn von Prinz Harry und Herzogin Meghan, seinen vierten Geburtstag. Es ist zudem der Hochzeitstag von Charles' Tante Prinzessin Margaret, der jüngeren Schwester der Queen.

Krönungen am Wochenende sind eher ungewöhnlich. Die am 8. September gestorbene Königin Elizabeth II. wurde 1953 an einem Dienstag gekrönt. Die Zeremonie findet wie seit 1066 üblich in der Londoner Westminster Abbey statt. Außer Charles soll am 6. Mai auch seine Ehefrau, Königsgemahlin Camilla, vom Erzbischof von Canterbury gekrönt werden, der seit dem Bruch mit der katholischen Kirche im 16. Jahrhundert das geistliche Oberhaupt der Church of England ist.