Mission geglücktBezos nach Kurztrip ins All: "Bester Tag aller Zeiten"

Heute unternahm Amazon-Gründer Jeff Bezos einen Kurz-Ausflug ins Weltall. Inzwischen sind alle Bestandteile der Rakete sowie die Astronauten wieder sicher auf die Erde zurückgekehrt.

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Mark Bezos, Jeff Bezos, Oliver Daemen und Wally Funk wurden heute offiziell zu Astronauten.
Mark Bezos, Jeff Bezos, Oliver Daemen und Wally Funk wurden heute offiziell zu Astronauten. © (c) AFP (HANDOUT)
 

Rund zehn Tage nach dem britischen Milliardär Richard Branson unternahm heute auch Amazon-Gründer Jeff Bezos einen Kurz-Ausflug ins Weltall. Bei dem ersten bemannten Weltraumflug seiner Firma Blue Origin waren neben Bezos auch sein Bruder Mark sowie eine 82 Jahre alte frühere US-Pilotin und ein 18-Jähriger, der den Flug von seinem Vater geschenkt bekam, an Bord. Zu dem vierköpfigen Team gehören daher nach Angaben des Unternehmens der jüngste und der älteste Mensch, der jemals ins All geflogen ist. Auch weil das Wetter mitspielte lief alles wie geplant: Alle Bestandteile der Rakete sowie die Astronauten sind wieder sicher auf die Erde zurückgekehrt. Jeff Bezos konnte in der Kapsel während des Astronautenstatuschecks über Funk gehört werden, wie er jubelte, dass dies der "beste Tag aller Zeiten" sei.

Nach dem Start beschleunigte das Raumschiff innerhalb von zwei Minuten auf mehr als 3.700 Kilometer pro Stunde. Kurz danach trennte sich die Kapsel von der wiederverwendbaren Rakete. Die Schwerelosigkeit setzte ein, die vier Passagiere durften kurzzeitig ihre Sitze verlassen und Lachen und Jubel war zu hören. Ihren höchsten Punkt erreichte die abgetrennte Kapsel in mehr als 100 Kilometer Höhe über der Erde. "Die Astronauten werden drei bis vier Minuten Schwerelosigkeit erleben und oberhalb der Kármán-Linie, der international anerkannten Grenze des Weltraums, fliegen", erklärte Bezos' Raumfahrtunternehmen vor der Mission. Abgebremst von großen Fallschirmen landete die Kapsel schließlich in der westtexanischen Wüste.
Mark Bezos, Jeff Bezos, Oliver Daemen, Wally Funk
Die Kapsel der Astronauten auf dem Weg zurück zur Erde. Foto © (c) AP (Tony Gutierrez)
Bereits vor rund zehn Tagen hatte mit Branson bereits ein anderer Milliardär mit seinem eigenen Raumschiff, in diesem Fall die "VSS Unity" der Firma Virgin Galactic, einen Kurzausflug ins All unternommen.

Die "VSS Unity" stieg am 11. Juli im US-Bundesstaat New Mexico auf eine Höhe von etwa 86 Kilometern auf. Unter Experten ist es damit strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war: Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung.

Die Crew feierte ihren erfolgreichen Raumflug mit Champagner.
Die Crew feierte ihren erfolgreichen Raumflug mit Champagner. Foto © Blue Origin

Erster konnte Jeff Bezos nicht werden. Kurz nachdem der Amazon-Gründer mit viel Fanfare einen Ausflug ins All angekündigt hatte, drängelte sich Branson dazwischen.

Ich war einmal ein Kind mit einem Traum, das zu den Sternen aufschaute. Jetzt bin ich ein Erwachsener in einem Raumschiff und schaue auf unsere schöne Erde.

Richard Branson

Jetzt zog Bezos nach: "Seit meinem fünften Lebensjahr träume ich davon, ins All zu reisen." Schon vor rund 20 Jahren gründete der nach Angaben des Magazins "Forbes" reichste Mensch der Welt deswegen die Raumfahrtfirma Blue Origin. Im Westen des US-Bundesstaates Texas hat Blue Origin in den vergangenen Jahren das Raumschiff "New Shepard" entwickelt und getestet. Die Mission startete am Weltraumbahnhof rund 25 Meilen außerhalb der westtexanischen Stadt Van Horn.

Bemannt ist die "New Shepard" zuvor noch nie geflogen - nun startete das symbolträchtig nach dem ersten US-Amerikaner im All, Alan Shepard, benannte Raumschiff auf den Tag genau 52 Jahre nach der ersten Mondlandung erstmals mit Menschen an Bord. Die Bezeichnung Bezos' als "reichster Mensch im Universum" bekam heute also eine neue Konnotation. Die Streaming-Show des Unternehmens läuft seit 13.30 Uhr MESZ, der Start erfolgte gegen 15 Uhr und die Landung zurück auf der Erde circa 11 Minuten später. 

New Shepard fliegt mit Autopilot

Obwohl die 82-jährige Pilotin Wally Funk Teil der Crew der New Shepard-Kapsel ist, wurde ihre langjährige Erfahrung heute nicht gebraucht. Denn: Die Rakete flog vollkommen autonom. Wie ein Mitarbeiter von Blue Origin erklärt, wurde die Rakete so konzipiert, sodass auch völlig unerfahrene Personen ins Weltall reisen können.

Diese Anforderungen müssen Sie für einen Blue Origin Flug erfüllen

Sie planen schon Ihren eigenen Flug ins Weltall? Das sind die Voraussetzungen für einen Flug mit Blue Origin:

  • Sie müssen 18 Jahre alt oder älter sein.
  • Sie müssen zwischen 1,52 und 1,93 Meter groß sein und zwischen 50 und 101 Kilogramm wiegen.
  • Sie müssen in dementsprechender körperlicher Verfassung sein, sodass Sie sieben Stockwerke in eineinhalb Minuten bewältigen.
  • Sie müssen in der Lage sein, einen Sitzgurt in weniger als 15 Sekunden an- und abzuschnallen und bis zu anderthalb Stunden bei geschlossener Luke in der Kapsel angeschnallt zu verbringen
  • Während des Abstiegs müssen Sie einer Kraft von bis zu 5,5 G standhalten können.

Das schlagzeilenträchtige Milliardärs-Wettrennen rund um die Erfüllung eigener All-Träume und die lukrative Spitzenposition im Geschäft mit dem Weltraumtourismus bekommt aber auch starken Gegenwind von Kritikern, die egoistische Geldverschwendung ohne Rücksicht auf das Klima und weitgehend ohne wissenschaftliche Forschungsinteressen anmahnen.

Die Crew des Raumschiffes "New Shepard" Foto © (c) AP

Angesichts von extremen Hitzewellen und Bränden im Westen der USA und der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands, aber auch der Corona-Pandemie sendeten die All-Abenteuer der Millionäre kein gutes Zeichen, kommentierte der US-Nachrichtensender CNN. "Dies scheint ein merkwürdiger Moment für die reichsten Menschen der Welt, ihre ungeheuerlichen Mittel für eine Unternehmung einzusetzen, die keinen sofortigen Nutzen für den größten Teil der Gesellschaft hat."

Mittlerweile räumte der Amazon-Gründer in einem Interview ein, die Kritiker der Milliardäre im Weltraum hätten "größtenteils Recht". Er wisse, dass es eine Menge Probleme hier und jetzt auf der Erde gebe, an denen man arbeiten müsse. Aber man müsse auch immer in die Zukunft schauen: "Es geht bei der Mission darum, einen Weg ins All zu bauen, damit die nächsten Generationen dort erstaunliche Dinge tun können. Und diese erstaunlichen Dinge werden Probleme hier auf der Erde lösen."

Kommentare (14)
Hausberger
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Ökologischer Fußabdruck?

Was ist aus dem geworden? Zahlen diese Egotrippdinosaurier zumindest eine ordentliche CO2-Steuer? Und wie schaut’s mit dem Umweltmusterland Kärnten aus? Motorbootstinkerverbot für den Wörthersee?

rouge
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Freude kommt auf.

Da werden aber die hochbezahlten Amazon-Lagerarbeiter und -Zusteller jubeln, dass sich ihr Chef auch einmal was gönnt. Der wissenschaftliche Wert dieses Ausfluges ist ja eher bescheiden.

esoterl
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Das

viele Geld könnte man anders besser einsetzen!!! Und die Umwelt einfach zur persönlichen Gaudi zu verschmutzen ist einfach frevelhaft!!!!

DergeerderteSteirer
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Das diese G'stopfte Schnösel die Atmosphäre damit bei einem Flug mit soviel Abgasen verpesten wie eine Boing 777 bei einen Langstrecken soll auch jedem bewusst werden, ..................flug

dieser Hauptteil des Mistes bleibt in der Atmosphäre zwischen 20 und 50 Kilometer hängen und füttert das Ozonloch und die negativen Klimaerscheinungen !!

Nur das diese Egomanen ihre Träume frönen können, mit diesem Finanzetat würden sich viel viel nutzvollere Dinge für den Erhalt des Klimas und der ganzen Welt bewerkstelligen lassen, aber so ist die "ICH-Gesellschaft", wer das Geld hat schafft an, auch wenn es noch so ein Blödsinn ist !!

wollanig
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Komisch, ...

ich dachte Wasserstoff ist der Treibstoff der Zukunft? Was stört dich daran?

DergeerderteSteirer
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Laut Informationen welche ich genau stets lese @wollanig ...................

verbrennt die New Shepard auf einem Flug ins All "mehr als 50 Tonnen Kerosin."
Das entspricht in etwa dem Verbrauch eines Transatlantikfluges, allerdings fliegen hier nicht 200 mit, sondern nur fünf.

Zehn Minuten dauert der Ausflug von New Shepard in den Weltraum.

DergeerderteSteirer
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Korrektur............Tippfehler , danke für's Verständnis .......... ;-)


"wie eine Boing 777 bei einen Langstrecken soll auch jedem bewusst werden, ..................flug"

richtig .........."wie eine Boing 777 bei einen Langstreckenflug soll auch jedem bewusst werden"

Hapi67
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Ich schaue

auf unsere schöne Erde,
erlebe die schönen Naturkastrophen live, freue mich, dass dem Durchschnittstrottel alles umweltschädliche verboten wird und er die Zeche bezahlt, verpeste die Umwelt für mein Ego und sterbe schlussendlich wie alle anderen.

Am Ende ändert sich selbst beim reichsten Mann der Erde nichts.

Vielen Dank

Hotshot
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Das uninteressanteste

des Tages - interessiert keine Sau wenn auf der anderen Seite täglich Millionen von Menschen ums nackte Überleben kämpfen🙈 hab den Artikel auch nicht gelesen sondern mein Kommentar beruht nur auf der Schlagzeile!!!!

Summerrain777
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Es lebe der Sport

Interessant wird es nur, wenn die Raumkapsel ohne Fallschirm zur Erde rast.

kukuro05
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ist wie zwischen

Onassis und Niarchos damals.
Die wissen halt nicht wohin mit ihrer Kohle und spielen pubertäre wer-hat-mehr-Spielchen.
Uninteressant.

Nessi46
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Livestream

Wen interessiert das wirklich 🤔
In diesem Zuge vielleicht noch etwas Gratiswerbung
für Amazon!

Flogerl
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Hau mich ab.

Und dann wollen's wirklich uns Otto-Normalbürgern Diesel- und Benzinfahrzeuge verbieten. Na Hauptsach die G'stopften fliegen um x-Millionen ins All. Frage: Elektroantrieb ????

wollanig
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Wasserstoff, ...

du Experte.