Abenteuer dauerte eine StundeMilliardär Richard Branson nach Flug ins All wieder sicher auf der Erde gelandet

Der britische Unternehmer Richard Branson ist am Sonntag um exakt 16.39 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit seinem Raketenflugzeug zu seiner Mission in den Weltraum gestartet - und damit seinem Milliardärs-Kollegen Jeff Bezos um neun Tage zuvorkommen.

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© AP/Andres Leighton
 

Der britische Milliardär Richard Branson ist mit seinem Raumschiff noch vor Amazon-Gründer Jeff Bezos ins All geflogen und wohlbehalten wieder auf der Erde gelandet. Die "VSS Unity" stieg am Sonntag laut Bransons Firma Virgin Galactic nach dem Start im US-Staat New Mexico auf eine Höhe von über 80 Kilometern. Nach wenigen Minuten setzte das Raumschiff zum Wiedereintritt in die Erdatmosphäre an und landete dann wieder auf dem kommerziellen Weltraumbahnhof Spaceport America.

In der Zeit dazwischen erfuhren die Astronauten die Schwerelosigkeit Branson gratulierte noch im Landeanflug seiner Firma und nannte die Erfahrung "wunderschön".

Der 70-Jährige war am Sonntag mit zwei Astronautinnen und drei Astronauten aufgebrochen. Das Raumschiff war zunächst unter einem Mutterflugzeug auf eine Höhe von etwa 14 Kilometer gebracht und dann abgesetzt worden. Danach zündete das Triebwerk und beschleunigte das Raumfahrzeug während eines steilen Aufstiegs den Angaben zufolge auf mehr als die dreifache Schallgeschwindigkeit, was mehr als 3700 Stundenkilometern entspricht. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der Himmel sich von blau zu schwarz färbte, als Branson und seine Crew die Atmosphäre verließen.

Ziel von Branson - und auch von Amazon-Gründer Jeff Bezos und Tesla-Chef Elon Musk - ist es, ins Geschäft mit dem Weltraumtourismus einzusteigen. Doch Bransons All-Trip ist auch ein gelungener PR-Coup gegen seinen Konkurrenten Bezos: Der reichste Mann der Welt hatte in den vergangenen Wochen seinen Flug ins Weltall am 20. Juli mit großem Aufwand beworben - dann kam Branson und kündigte an, dass er neun Tage früher fliegen werde. Die Live-Berichterstattung von Virgin Galactic von dem Flug machte dementsprechend den Eindruck einer Werbeveranstaltung.

Unter Experten ist es jedoch strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war: Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung. So haben auch Soldaten der US Air Force die Bezeichnung Astronaut erhalten, obwohl sie nur in eine Höhe von 50 Meilen (80,5 Kilometer) geflogen waren. Zum Vergleich: Die Internationale Raumstation (ISS) befindet sich etwa 400 Kilometer über der Erdoberfläche.

Das 18 Meter lange "VSS Unity"-Raumflugzeug bietet zwei Piloten und sechs Passagieren Platz, ab 2022 soll es Touristen ins All bringen. Der steinreiche Abenteurer ist bei Weitem nicht der erste Tourist in der Schwerelosigkeit, doch will er mit Virgin Galactic kommerzielle Weltraumflüge salonfähig machen - genauso wie Jeff Bezos und Elon Musk. Mit dem Tesla-Chef posierte Branson am Sonntagmorgen noch auf einem Twitter-Foto und schrieb: "Ein großer Tag liegt vor uns. Toll, um den Morgen mit einem Freund zu beginnen. Ich fühle mich gut, aufgeregt, bereit."

Blue Origin, die Raumfahrtfirma von Jeff Bezos, hatte bereits im Mai einen bemannten Flug mit der Rakete "New Shepard" angekündigt. Der 57-Jährige will unter anderen seinen Bruder und eine 82-jährige ehemalige US-Pilotin auf den Jungfernflug in den Weltraum am 20. Juli mitnehmen. Ein weiterer Sitzplatz war vor wenigen Wochen für 28 Millionen US-Dollar an eine bisher unbekannte Person versteigert worden.

Kommentare (15)
isteinschoenerName
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Guter Kommentar des Marktanalysten Mati Greenspan, den ich euch nicht vorenthalten möchte:

"Wenn man die Bilder von Branson in den sozialen Medien sieht, wie er die Zeit seines Lebens genießt, während gleichzeitig zwei der ärmsten Länder der Welt, Kuba und Südafrika, aus allen Nähten platzen, scheint es, als ob wir uns auf eine ziemlich dystopische Zukunft zubewegen.

Dieser Kontrast wird noch intensiver, wenn wir bedenken, dass Virgin Atlantic im letzten Jahr mehrere Notfall-Restrukturierungspakete durchlaufen hat und sogar die britische Regierung um einen Bailout gebeten hat.

Nach den offiziellen Regeln des Kapitalismus sollte das Unternehmen wahrscheinlich gerade knietief im Konkursverfahren stecken.

Stattdessen haben die großzügigen Geldspritzen der globalen Zentralbanken ein Umfeld geschaffen, in dem Geld billig und leicht zu haben ist, und die Aktie von Virgin Galactic ist, im Gegensatz zu Branson selbst, auf Kurs zum Mond."

FySy
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Umwelt?

Ist das ein Rennen wer die Umwelt als 1. kaputt macht?
Hier werden Tonnen von Treibstoff verbrannt. Wozu, das hat nichts mit Wissenschaft zu tun.
Wo ist hier die Weltklima-Orgnisation.? Das muss nicht sein.
Wir sollen elektrisch Auto fahren und die Superreichen dürfen Tonnen von Treibstoff in ein paar Minuten verbrennen. Wo ist Greta?

Politisch_Unkorrekter
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Lang war er nicht im All.

Es war ihm schnell fad und das Finale wollte er halt auch nicht verpassen und für das Flascherl Dom Perignon in der VIP-Lounge muss schließlich auch noch Zeit sein.

CloneOne
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Weltall gilt erst ab 100km

also war er nicht mal knapp an der Grenze🤷

imogdi
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... und warum

bleibt der Milliardär Branson nicht oben - wenn's ihm so gut gefällt?

RonaldMessics
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Nachdem....

....ca. 4,5 Milliarden Menschen mit ihren fossilen Treibstoffen die Welt verbessern, werden wohl ca. 1 Million Millionäre mithelfen den Weltraum zu verschönern.

Politisch_Unkorrekter
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Die Dekadenz des Kapitalismus.

Und das Volk gafft.

wollanig
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Unkorrekter Du hast keine Ahnung

und musst dich hier produzieren. Arm....

dieRealität2020
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Was hat das mit Kapitalsimus zu tun?

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Ohne dem Wirtschaftsgefüge einer Gesellschaft wo arbeiten dann die Menschen. Und wer zahlt die Sozialleistungen und gibt die Möglichkeit für Bildung und Kultur? Der liebe Gott?
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Kapitalismus ist ein geflügeltes Wort und sonst nichts. Als geflügeltes Wort wird ein literarisches oder ein tradiertes mündliches Zitat (Aphorismus, Sinnspruch/Bonmot, Sentenz) bezeichnet, das als Redewendung Eingang in den allgemeinen Sprachgebrauch gefunden hat.
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Solange sich Menschen im Kapitalismus an die in der Gesellschaft gültigen Gesetze und ihre Richtlinien halten, werden sie doch wohl mit ihrem Geld tun und machen können was sie wollen. CO2 in Anbetracht der kaum sichtbaren Peanuts die hier verbraucht werden, eine letztklassige Äußerung.
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Sorry. Na ja der Neid und die Frustration gehen oft gemeinsam daher.

Politisch_Unkorrekter
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Ohne + Akkusativ

Das CO2 ist mir in diesem Zusammenhang noch eher wurscht, obwohl auch das eine Frechheit, eine Provokation ist. Dann soll es halt die Dekadenz des Reichtums sein. Sich an solch dekadentem Treiben auch noch zu ergötzen, halte ich für dumm.

dieRealität2020
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Meiner Ansicht nach sind die drei Selbstdarsteller und Geschäftspioniere noch weit vom "tatsächlichen Weltraum" entfernt.

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Auch die NASA schließt sich der 100-Kilometer-Definition an. Davon abweichend definiert die US Air Force bereits die Höhe von 50 Meilen (circa 80 km) als Beginn des Weltraums. Beide als Grenzen vorgeschlagenen Höhen liegen in der Hochatmosphäre. Eine völkerrechtlich verbindliche Höhengrenze zum Weltraum gibt es nicht. Die Wichtigmacherei ist halt ein Bestandteil unserer Gesellschaften und ihrer Menschen.
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Hochatmosphäre? Hier gibts noch immer "Atmosphäre", im Gegensatz zum Weltraum:
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Im Weltraum herrscht ein Hochvakuum mit niedriger Teilchendichte. Er ist aber kein leerer Raum, sondern enthält Gase, kosmischen Staub und Elementarteilchen (Neutrinos, kosmische Strahlung, Partikel), außerdem elektrische und magnetische Felder, Gravitationsfelder und elektromagnetische Wellen (Photonen).

neuer mann
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den reichen ist verantwortung für unsere erde

ein fremdwort!

Adiga
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So ein Ausflug ist bestenfalls Energieverschwendung

Jedenfalls werden die Superreichen keine Lösungen in der Klimaerwärmung darstellen, weil sie die Spitze des Problems darstellen.

STEG
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Weltraumtourismus

Geht es noch? 600 to Treibstoff für eine Reise ins All nur aus Jux und Tollerei. Schlimmer geht es nicht!!!!!

feringo
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@STEG : Weltraumtourismus

"Das gleichen wir Österreicher mit den Grünen durch restriktive CO2-Steuern locker aus!"
🤡 🤡 🤡