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''Betet für Myanmar''Mutiger, politischer Appell bei Miss-Universe-Wahl

Miss-Universe-Teilnehmerin aus Myanmar nutzt Auftritt für politischen Appell und ruft die Welt zur Hilfe auf.

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Angesichts der humanitären Lage in Myanmar hat die Miss-Universe-Teilnehmerin aus dem Bürgerkriegsland, Thuzar Wint Lwin, ihren Auftritt für einen Appell an die internationale Gemeinschaft genutzt © Instagram
 

Üblicherweise haben Schönheitswettbewerbe nicht gerade politische Sprengkraft, oder überhaupt eine  Aussagekraft.  Zwar wünschen sich Kandidatinnen immer wieder mal den obligatorischen Weltfrieden, aber eine wirkliche Aussage steckt da meist nicht dahinter. Anders bei der heurigen Miss Universe-Wahl in Florida.  Angesichts der humanitären Lage in Myanmar hat die Miss-Universe-Teilnehmerin aus dem Bürgerkriegsland, Thuzar Wint Lwin, ihren Auftritt für einen Appell an die internationale Gemeinschaft genutzt.

Die Welt müsse ihre Stimme gegen die Militärjunta erheben, forderte die Schönheits-Kandidatin und hielt dabei ein Schild mit der Aufschrift "Betet für Myanmar" hoch.

"Unser Volk stirbt und wird jeden Tag vom Militär erschossen",  sagte sie in einer Videobotschaft für den Wettbewerb in einem Hotel im US-Staat Florida. "Ich möchte jeden dazu auffordern, über Myanmar zu sprechen. Als Miss Universe Myanmar spreche ich seit dem Putsch, so viel ich kann."

Militärputsch

Als das Parlament am 1. Februar zu seiner ersten Sitzung zusammenkommen wollte, putschte das Militär und nahm Suu Kyi sowie andere Politiker wegen des Vorwurfs des Wahlbetrugs fest. Damit wurde der erst vor wenigen Jahren eingeleitete Prozess der Demokratisierung in Myanmar gestoppt. Unter anderem die Vereinten Nationen, die USA und die Europäische Union haben das Vorgehen des Militärs verurteilt.

Seit dem Putsch kommt es nahezu täglich zu Protesten und Streiks in Myanmar. Inzwischen gibt es auch bewaffnete Milizen, die den Putsch nicht hinnehmen wollen. Das Militär geht teils scharf gegen Demonstranten auf den Straßen vor, nach Angaben von Aktivisten wurden dabei bisher mindestens 796 Menschen getötet.

Viele Prominente stehen auf

Thuzar Wint Lwin ist nicht die einzige Burmesin, die ihre Stimme gegen die Militärjunta erhebt. Botschafter Kyaw Moe Tun etwa hatte sich in einer Rede vor den UN zur entmachteten gewählten Zivilregierung des Landes bekannt und die internationale Gemeinschaft dazu aufgerufen, der Machtübernahme durch die Militärjunta ein Ende zu setzen.

Zum Abschluss seiner etwa zehnminütigen Rede in New York formte er mit drei Fingern einen Gruß, der auch von den Demonstranten in Myanmar benutzt wird. Als Botschafter wurde er danach abgesetzt.

Auch zahlreiche Sportler schlugen sich auf die Seite der Demokratiebewegung und treten nun etwa aus Protest nicht mehr bei den Olympischen Spielen an.

Für ihre Proteste und offenen Worte werden die Prominenten teils verfolgt, oder können nicht mehr in ihre Heimat einreisen. Auch die Schönheitskönigin demonstrierte zuvor bereits gegen die Militärjunta.

 

"Miss Universe 2021" kommt aus Mexiko

Abseits davon wurde am Wochenende in Florida noch eine Miss gekürt. Thuzar Wint Lwin schaffte es nicht ins Finale.  Aber sie gewann einen Preis für das beste landestypische Outfit. Es basiert auf einer Tracht ihres Chin-Volks aus dem Nordwesten Myanmars, wo in den vergangenen Tagen zwischen der Armee und Kämpfern der Anti-Junta-Miliz heftige Kämpfe tobten.

Die 26-jährige Andrea Meza aus Chihuahua in Mexiko gewann den Titel am Sonntagabend (Ortszeit) im US-Bundesstaat Florida, wie der Wettbewerb mitteilte. Meza will sich demnach für Frauenrechte und gegen geschlechtsspezifische Gewalt engagieren. Ihre Krone setzte ihr ihre Vorgängerin Zozibini Tunzi aus Südafrika auf, die den Wettbewerb 2019 gewonnen hatte.

"Die Krone der Miss Universe zu tragen, ist ein wahr gewordener Traum", wurde Andrea Meza laut Mitteilung zitiert. Es war die 69. Miss-Wahl. Bewerberinnen aus 74 Ländern waren in diesem Jahr angetreten, hieß es weiter.

Andrea Meza (links) aus Chihuahua in Mexiko gewann den Titel. Ihre Krone setzte ihr ihre Vorgängerin Zozibini Tunzi aus Südafrika auf Foto © APA/RODRIGO VARELA

 

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