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Brände in MoriaFünf junge Migranten in Griechenland festgenommen

Griechische Medien berichteten, zwei der mutmaßlichen Brandstifter seien nicht auf Lesbos, sondern in Nordgriechenland festgenommen worden. Mittlerweile sind knapp 800 Flüchtlinge in neuem Lager. Transportflieger Antonow 124 lud in Wien Hilfsgüter auf.

Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, besucht das neue  provisorische Lager in der Nähe von Kara Tepe
Charles Michel, Präsident des Europäischen Rates, besucht das neue provisorische Lager in der Nähe von Kara Tepe © AFP
 

Eine Woche nach den Bränden im Flüchtlingslager Moria hat die Polizei auf der griechischen Insel Lesbos fünf Flüchtlinge wegen des Verdachts der Brandstiftung festgenommen. Fünf junge Migranten seien festgenommen worden, nach einem sechsten werde derzeit noch gefahndet, sagte Zivilschutzminister Michalis Chrysohoidis am Dienstag der griechischen Nachrichtenagentur ANA.

Griechische Medien berichteten, zwei der mutmaßlichen Brandstifter seien nicht auf Lesbos, sondern in Nordgriechenland festgenommen worden. Es handle sich um Minderjährige, die einen Tag nach dem Großbrand nach Nordgriechenland ausgeflogen worden waren, um sie zu schützen, und die von anderen Staaten der EU aufgenommen werden sollten, berichtete der Athener Fernsehsender "Mega" unter Berufung auf Kreise der Polizei.

Im Lager Moria war in der Nacht zum Dienstag nach griechischen Behördenangaben an mehreren Stellen Feuer gelegt worden. Das Lager brannte größtenteils ab, durch einen weiteren Brand am Mittwoch wurde auch der Rest komplett zerstört. Rund 11.500 Menschen wurden obdachlos, darunter 4000 Kinder. Die griechischen Behörden gehen davon aus, dass die Feuer absichtlich von Flüchtlingen gelegt wurden, um eine Verlegung aus dem völlig überfüllten Lager zu erzwingen.

Moria war in den vergangenen Jahren immer wieder wegen des Leids der dort unter verheerenden Bedingungen untergebrachten Flüchtlinge in der Kritik. Die mehr als 12.000 Insassen saßen teilweise seit Jahren unter menschenunwürdigen Umständen dort fest. Während die Inselbehörden derzeit ein neues Lager nahe dem Küstenort Panagiouda aufbauen, streiten die EU-Staaten erneut über die Verteilung von Flüchtlingen.

In dem neuen provisorischen Lager sind inzwischen knapp 800 Bewohner des abgebrannten Flüchtlingslagers untergebracht worden. Wie am späten Montagabend aus dem griechischen Migrationsministerium verlautete, wurden dort 21 Bewohner auf das neuartige Coronavirus getestet.

Österreich verschickt 55 Tonnen Hilfsgüter

Auf dem Flughafen Wien landete am Dienstagnachmittag ein russischer Transportflieger des Typs Antonow 124. Das Flugzeug hat Hilfsgüter für die obdachlosen Migranten auf Lesbos geladen, die Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch seinem griechischen Amtskollegen persönlich übergeben wird.

Österreich bringt insgesamt 55 Tonnen Hilfsgüter als Soforthilfe zu der griechischen Insel, auf der seit dem Brand des Flüchtlingslagers Moria mehr als 12.000 Asylwerber obdachlos sind. Die Fracht wiegt 55 Tonnen und ist 300 Kubikmeter bzw. 150 Paletten groß. Sie wird mit der russischen Antonow 124, einem der größten Transportflugzeuge der Welt, am Mittwoch nach Athen gebracht.

Viele Migranten wollen allerdings nicht auf Lesbos bleiben und weigern sich, in die neuen Zelte zu ziehen. Journalisten haben dort keinen Zugang. Die Versorgung ist nach Angaben der ersten Bewohner nicht gut. Demnach fehlt es unter anderem an Duschen und Matratzen.

Die Migranten fürchten zudem die Ablehnung durch Einheimische, von denen sich viele inzwischen gegen einen Verbleib der Asylbewerber auf Lesbos wehren. Seit dem vergangenen Jahr kommt es immer wieder zu Zusammenstößen zwischen Asylbewerbern und Bewohnern.

Der Präfekt der Nordägäis, Kostas Mountzouris, einer der schärfsten Kritiker der Regierungspläne zum Neubau eines Lagers auf Lesbos, rief für Dienstagnachmittag zu Protesten auf. Die Gegner fordern die Unterbringung der Migranten auf Schiffen.

EU-Asylbehörde Easo nimmt Arbeit wieder auf

Die EU-Asylbehörde Easo nimmt nach eigenen Angaben "in den kommenden Tagen" die Arbeit auf Lesbos wieder auf. Easo-Mitarbeiter würden dann wieder Gespräche mit Asylbewerbern zur Unterstützung der griechischen Stellen führen, teilte die Behörde am Dienstag mit. Easo stellt demnach auch Personal zur Verfügung, um Griechenland beim Aufbau eines provisorischen Lagers auf Lesbos zu helfen.

Easo ist auf Lesbos mit rund 160 Mitarbeitern vertreten. Die Einrichtungen der Behörde in Moria waren vergangene Woche durch die Brände zerstört worden.

Nach Angaben der EU-Kommission warten auf Lesbos 11.000 Menschen auf die Entscheidung über ihren Asylantrag. 1400 wurde demnach internationaler Schutz zugesagt und bei 900 wurde der Antrag in zweiter Instanz abgelehnt.

Die größte Gruppe der Asylbewerber auf der Insel sind Menschen aus Afghanistan (77 Prozent). Es folgen Syrer (acht Prozent) und Migranten aus der Demokratischen Republik Kongo (sieben Prozent).

Kommentare (11)

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minerva
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Es handle sich um Minderjährige...

na, dann noch viel Spaß mit den Jungs - wer immer sie auch aufnimmt !!!

Ka.Huber
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die Merkel

nimmt 1500 davon auf... daraufhin hat die AFD hat alle Wahlkampfausgaben sofort storniert. Warum Geld für Wahlkampf ausgeben, die Aktionen der Merkel reichen aus um die AFD bei der Bundestagswahl 2021 auf > 20% zu heben.

hermannsteinacher
20
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Es wurde im TV

gemeldet, dass es Afghanen waren. Dass es Minderjährige gewesen sein sollen, wurde dabei nicht gemeldet.

zweigerl
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Antipathische Idiosynkrasien

Die afghanosyrischen Flüchtlinge mögen die Griechen nicht und die Griechen nicht die afghanosyrischen Flüchtlinge. Mögen dann eigentlich - nur so zum Beispiel - die Osttiroler die Afghanen und die Afghanen die Osttiroler? Diese Frage ist wichtig, weil es von ihr abhängt, ob bald wieder wo die Unterkünfte brennen, sofern sich gegenseitige Antipathien und Idiosynkrasien aufbauen.

schadstoffarm
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Deine soziologischen erkenntnisse

Sind wunschdenken. Erstens wurde das Lager nicht wegen Antipathien abgefackelt. Zweitens sind wir auch antipathisch verbunden und würden uns trotzdem nicht abfackeln.

grizzley78
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Siehe da...

...nahe dem Lager auf Samos brennt es auch schon! Solange so ein Verhalten belohnt wird, solange die EU nicht in der Lage ist oder nicht gewillt ist echt asylberechtigte Menschen von Wirtschaftsmigranten zu unterscheiden, solange Menschen schlichtweg unabschiebbar sind, egal was sie tun oder nicht tun, solange kann kein vernünftig denkender Mensch fordern, dass wir sie alle aufnehmen.

So eine Forderung ist nämlich zynisch!

logon 1
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Griechische Politiker warnen..

seither vor der „Moria-Taktik“, wonach Feuer auch in anderen Flüchtlingslagern auf den Inseln Samos, Chios, Leros und Kos gelegt werden könnten, vor allem wenn die Menschen von Lesbos nun aufs Festland oder nach Mittel- und Nordeuropa gebracht würden.--wörtlich übernommen!

QUELLE: HANDELSBLATT,15.9.

zweigerl
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Weit- und Kurzsicht

Die Weitsicht griechischer Politiker korrespondiert mit der Kurzsicht deutscher Politiker. Wer hätte das gedacht.

Mezgolits
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... streiten die EU-Staaten erneut über die Verteilung von

Flüchtlingen. - Vielen Dank - ich meine: Vielleicht streiten sie deshalb,
weil sie nicht wissen, woher sie bis zu 4 einheimische Ehefrauen, für die
Flüchtlinge - bekommen könnten. Erfinder Stefan Mezgolits Drassburg

Sam125
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Sam125 , und noch was für alle,die das noch immer nicht wahrhaben wollen,

und die die aufzeigen,Ausländerfeinflich beschimpfen und sie Mundtot machen wollen,kann ich nur das Zitat von Sir Karl Popper, welches zum allertenmal von unserem Exbundeskanzler Herr Kern vorgetragen wurde: wenn Tolerante sich gegen Intolerante nicht zur Wehr setzen, so wird die tolerante Gesellschaft zerstört und mit ihr stirbt auch die TOLERANZ!!Gott schütze Österreich und ganz Europa!!

Sam125
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Fünf junge Migranten in Griechenlands Norden festgenommen,sie sollten geschützt

geschützt werden und mit anderen jungen Migranten in andere Länder der EU ausgeflogen und dort einfach verteilt werden! Ist das richtig? Nun ergibt sich die Frage,ob die Migranten im Hintergrund "Hilfe" hatten! Und wer da geholfen hat,dass sie mit einem FLUGZEUG von der Insel aufs Festland grlangten?! Dann stellt sich die Frage!, da ja zu Glück anscheinend niemand verletzt wurde,was und wieviel natürlich auch die Lagerbewohner davon wussten? Fragen über Fragen und unsere Deutsche Mami macht in der Öffentlichkeit unseren Bundeskanzler schlecht! Hört endlich auf damit,denn ich glaube,dass im Hintergrund dieser Feuer eine gewaltige Organisation steht,die unbedingt will,das Europa schnellstens islamisiert wird! Sagte nicht schon Erdogan:die Demokratie ist nur der Zug auf dem wir aufsteigen, bis wir am Ziel sind! Die MOSCHEEN sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bayonette und die GLÄUBIGEN unsere SOLDATEN!danke Herr Kurz für ihre Standhaftigkeit!