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Camp soll polizeilich überwacht werdenMoria: Tausende Geflüchtete wollen nicht in neues Lager

Zeitung: Camp soll polizeilich überwacht werden.

Mehr als 12.000 Menschen, die vor allem aus Afghanistan, Syrien und Afrika stammen, waren in dem völlig überfüllten Camp Moria auf der Ägäis-Insel untergebracht © AP
 

Auf der griechischen Insel Lesbos weigern sich nach dem Brand des Flüchtlingslagers Moria Tausende obdachlos gewordene Migranten, neu errichtete Behelfsunterkünfte zu beziehen. Sie forderten am Dienstag erneut, die Insel verlassen zu dürfen.

"Wir haben sie informiert, dass sie in die Einrichtung gehen müssen, aber sie lehnen das ab", sagte ein Polizeivertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Sie wollen die Insel verlassen", meinte er. Wie die griechische Zeitung "Kathimerini" (Online) indes berichtete, soll die neue Einrichtung in Moria künftig polizeilich überwacht werden.

5000 Betten im neuen Lager

Mehr als 12.000 Menschen, die vor allem aus Afghanistan, Syrien und Afrika stammen, waren in dem völlig überfüllten Camp Moria auf der Ägäis-Insel untergebracht. Doch seit es am Mittwoch vergangener Woche niederbrannte, harren die meisten von ihnen ohne Obdach, Sanitäranlagen und Lebensmittelversorgung aus.

In ein neues vorläufiges Lager in der Region Kara Tepe, das bereits mit 5.000 Betten ausgestattet ist und erweitert wird, hätten bisher nur 1.000 Personen gehen wollen, teilte die Regierung mit. Tausende andere - Männer, Frauen und Kinder - verbrachten die Nacht außerhalb der Anlage am Straßenrand. Sie fürchten, dass in der neuen Einrichtung die Lebensbedingungen genauso schlecht sind wie in Moria oder gar Ausgangsbeschränkungen verhängt worden. Diese führten nach Ansicht von Hilfsorganisationen auch zur Eskalation und den Bränden in Moria.

"Niemand wird Lesbos verlassen, ohne vorher in dem Übergangslager gewesen zu sein", sagte Bürgerschutz-Minister Michalis Chrisohoidis im Hörfunksender Skai. Am Wochenende hatte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis erklärt, in jedem Fall werde auch ein dauerhaftes Auffanglager für Flüchtlinge auf Lesbos errichtet, das das zerstörte Lager Moria ersetzen solle. Dies war ursprünglich für rund 2.800 Menschen konzipiert worden. Lesbos liegt nahe an der türkischen Küste, weshalb dort viele Migranten strandeten.

Doch bisher durften nur wenige hundert Flüchtlinge Lesbos verlassen, meist unbegleitete Minderjährige. Die griechischen Behörden haben erklärt, dass es keine Massentransfers aufs Festland geben wird und alle Geflüchteten in die neue Unterkunft auf Lesbos gehen müssen.

Kommentare (2)

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Derbini
0
4
Lesenswert?

Wenn sie kein neues Lager akzeptieren

dann ab auf ein Schiff und zurück in die Herkunftsländer ohne Chance auf ein neues Asyverfahren

hfg
0
4
Lesenswert?

Ok. Wiedereinmal

Zeigt sich wie die Armen Flüchtlinge denken und was ihr Ziel ist. Die Medien sollten endlich aufhören immer nur die Bilder von den Kindern zu zeigen. Es hilft in der Flüchtlingspolitik nicht, sie sollten eher Druck auf politische Gesamtlösungen der EU erzeugen. Die emotionale Berichterstattung spaltet und verhärtet bzw. verklärt nur die Bevölkerung. Das Problem muss endlich mit Sachverstand gelöst werden. Die Problematik wird nicht durch die Aufnahme von Kindern gelöst. Das Problem wird immer größer und wird nie von selbst enden.