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New YorkSteigende Kriminalität: Baby im Kinderwagen erschossen

Nach Schüssen in einem Park in New York ist ein einjähriges Kleinkind ums Leben gekommen.

Symbolbild © (c) Juergen Fuchs
 

Der kleine Bub sei in der Nacht auf Sonntag während einer Grillparty in einem Park im Stadtteil Brooklyn in seinem Kinderwagen gewesen, als zwei Männer aus bisher ungeklärter Ursache zu schießen anfingen, teilte die Polizei mit. Das Kleinkind wurde in den Bauch getroffen und starb kurz danach im Krankenhaus.

"Das ist so schmerzhaft", sagte Bürgermeister Bill de Blasio am Montag bei einer Pressekonferenz. "Es ist nichts, wo wir jemals wegschauen können."

Die Zahl der Schießereien in der Millionenmetropole ist in den vergangenen Wochen stark gestiegen. In den ersten rund sechs Monaten des Jahres gab es laut New Yorker Polizei 585 Vorfälle mit Schüssen, im vergangenen Jahr waren es 381 gewesen. Dabei starben 181 Menschen im Vergleich zu 147 im Vorjahr. Rund ein Drittel der Schießereien in diesem Jahr fiel allein auf den Juni. Unter anderem starben in den vergangenen Wochen ein 15 Jahre alter Teenager und ein Mann, der gerade mit seiner sechsjährigen Tochter die Straße überquerte.

Bürgermeister de Blasio versprach ein härteres Vorgehen und gab der Coronakrise und deren Auswirkungen auf die Menschen die Schuld. Andere Politiker sahen die Schuld bei den Reformen von Polizei und Justizsystem. So wurden aufgrund der Coronavirus-Pandemie unter anderem viele Gefängnisinsassen, die beispielsweise nur noch eine geringe Reststrafe vor sich hatten, frühzeitig entlassen. Andere Politiker bemängelten eine ungenügende Arbeit der New Yorker Polizei.

Dass die New Yorker Kriminalitätsrate im Sommer steigt, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Zudem sind die Zahlen noch weit von den Rekorden der frühen 90er-Jahre entfernt, als in der Metropole teils mehr als 2.000 Menschen pro Jahr erschossen wurden.

Kommentare (6)

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zweigerl
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Beschädigte Staatsgewalt

Ein Faktor wurde vergessen: Das Image der Polizei wurde mit Dreck beworfen, somit fühlen sich, bei Wegfall der staatlichen Ordnungsmacht, alle diese kriminellen Eckensteher und idiotischen Waffenbesitzer berufen, und zwar rechtens berufen, die öffentliche Gewaltausübung von sich aus zu exekutieren. Wie weit daran auch die selbstherrlichen Demonstrierer und Denkmalstürzer Mitschuld haben, mag ich gar nicht beurteilen.

redrooster
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Selbstherrliche Demonstrierer?

...nennen Sie Menschen, die zurecht wegen überbordender Polizeigewalt auf die Straße gehen, um friedvoll auf diese Missstände aufmerksam zu machen ?

zweigerl
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Natürlich nicht

Natürlich nicht. Aber der plötzliche Umschlag in der Wahrnehmung aller Polizisten, die wie auch in Wien-Favoriten und Stuttgart zum Abschuss freigegeben wurden, weil einige schwarze Schafe eine Arretierung mit Todesfolgen exekutiert haben, erzeugte eine aggressive Stimmung gegen die Polizei, auf die sofort Kriminelle aufgesprungen sind. Das will niemand! Unter allen Umständen muss das Gewaltmonopol bei der Exekutive verbleiben, um Recht und Ordnung aufrechtzuerhalten.

plolin
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Das ist Amerika

Schlimm. Ganz schlimm

freeman666
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In weiten Teilen der USA darf jeder Depp,

geladene Schusswaffen bei sich tragen.
Aber weder die Demokraten und schon gar nicht die Republikaner haben je was an dieser unseligen „Tradition“ geändert.
Genau diese scheinheiligen Politiker sind dann unglaublich bestürzt, wenn permanent eine Katastrophe „passiert“.

petera
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Solange jeder mit Schusswaffe

herumlaufen darf, wird es such auch nicht ändern. Mit der großeb Armut weiter Bevölkerungsteile wird es in den USA noch schlimmer werden.