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Maske und BeschränkungenItalien feiert 75. Jahrestag der Befreiung in der Coronavirus-Zeit

Ungewohnt ging in Italien der 75. Jahrestag der Befreiung über die Bühne. Große Zeremonien waren verboten. Trotzdem wurde auf den Straßen und Balkonen gefeiert.

Feierlichkeiten zum Tag der Befreiung
Feierlichkeiten zum Tag der Befreiung © (c) APA/AFP/TIZIANA FABI (TIZIANA FABI)
 

Italien hat den Tag der Befreiung zum Ende des Zweiten Weltkriegs am Samstag wegen der Corona-Pandemie komplett anders als sonst begangen. Politiker, etwa Staatschef Sergio Mattarella, nahmen am 75. Jahrestag das Thema Widerstand gegen Nazi-Besatzer und Wiederaufbau zum Anlass, um die Bürger zum Durchhalten im Kampf gegen die Viruskrankheit aufzurufen.

Weil größere Zeremonien wegen der Ansteckungsgefahr verboten sind, sangen vielerorts Menschen das Lied "Bella Ciao", wie Medien schrieben. Etwa an Fenstern, die mit italienischen Fahnen geschmückt waren. Im Netz kursierten Song-Versionen. Der Jazztrompeter Paolo Fresu spielte es auf einer leeren Piazza in Bologna und stellte das Video online. Das Partisanenstück geht auf ein älteres Volkslied zurück.

Staatschef Mattarella ging fast alleine zum riesigen "Altare della Patria", dem Altar des Vaterlands genannten Einheitsdenkmal an der Piazza Venezia in Rom, und ließ einen Kranz niederlegen. In einem Appell an die Bürger schrieb er, dass Italien aus der Geschichte Kraft schöpfen könne für die Viruskrise: "Unsere Besonderheit, dass wir wissen, wie man Widrigkeiten überwindet, kann uns auch heute begleiten, in der harten Prüfung durch eine  Krankheit, die so viele Leben zerstört hat."

Italien: Feierlichkeiten zur Befreiung in Zeiten von Corona

Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi nimmt an einer Zeremonie teil und legt einen Kranz zum 75. Jahrestag der Befreiung nieder.



(c) AP (Andrew Medichini)

Der 97- jährige Carlo Smuraglia, Präsident des Nationalen Verbandes der italienischen Partisanen (ANPI), singt am Samstag auf dem Balkon seiner Wohnung in Mailand „Bella Ciao“, die Hymne des kommunistischen Widerstands Italiens.

(c) AP (Luca Bruno)

Der italienische Präsident Sergio Mattarella legt einen Krank am Grab des unbekannten Soldaten in Rom ab.

 

(c) APA/AFP/Quirinale Press Office/HANDOUT (HANDOUT)

Ein maskierter Mann posiert neben einem Wandgemälde der verstorbenen Antifaschistin Tina Costa.
 

(c) APA/AFP/TIZIANA FABI (TIZIANA FABI)

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(c) AP (Alessandra Tarantino)
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Der Tag der Befreiung von der Besatzung durch Nazi-Deutschland bezieht sich in Italien nicht auf das offizielle Kriegsende, sondern auf die Aufstände der Widerstandsbewegung. In dem Mittelmeerland, das zunächst Feindstaat der Alliierten war und dann an ihrer Seite kämpfte, hatten die Deutschen am 2. Mai 1945 kapituliert. Zuvor, am 25. und 26. April, hatten italienische Partisanenbrigaden die Kontrolle über Großstädte übernommen.

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