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Zwei Italiener gestorbenCoronavirus: Italien verhängt für rund 50.000 Menschen eine Ausgangssperre

Mann und Frau in Italien am Coronavirus gestorben. Friaul erklärt Notstand. Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Viruserkrankung ordneten die Behörden in zahlreichen norditalienischen Städten die sofortige Schließung von Schulen, Behörden und sonstigen öffentlichen Gebäuden an.

In Italien spitzt sich die Coronavirus-Krise zu
In Italien spitzt sich die Coronavirus-Krise zu © APA/AFP/MIGUEL MEDINA
 

In Italien sind die ersten zwei Europäer am neuartigen Coronavirus gestorben. Bei dem ersten Opfer handle es sich um einen 78-jährigen Italiener, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza am Freitag. Der verstorbene Italiener sei zuvor positiv auf das Virus getestet worden, sagte Gesundheitsminister Speranza. Der Mann war dem Minister zufolge wegen einer anderen Krankheit vor etwa zehn Tagen in einem Krankenhaus in der Region Venetien im Norden Italiens behandelt worden.

Obwohl bisher kein Verdachtsfall bestätigt worden ist, hat Kärntens italienische Nachbarregion Friaul-Julisch Venetien bis zum 31. Juli den Notstand wegen des Coronavirus ausgerufen. Damit kann die Region Maßnahmen zur Abwendung der Epidemie ergreifen, berichtete der Präsident Friauls, Massimiliano Fedriga, nach einem Treffen mit dem Zivilschutz am Samstag in Triest.

Bei dem zweiten Todesfall handelt es sich um eine italienische Frau, die mit einem infizierten 38-jährigen Mann in der Lombardei in Kontakt gekommen sein könnte, teilten die Gesundheitsbehörden am Samstag mit. Der Mann, der in kritischem Zustand im Krankenhaus liegt, soll seine schwangere Frau angesteckt haben. Mehr Informationen zum Todesopfer gab es vorerst nicht.

Dutzende Fälle gemeldet

In der Lombardei und in Venetien wurden bisher 29 Fälle gemeldet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) äußerte sich unterdessen besorgt über die Infektionsfälle, bei denen es keine klare epidemiologische Verbindung gibt. Viele Menschen hätten sich mit der Lungenkrankheit Covid-19 angesteckt, ohne dass sie nach China gereist seien oder Kontakt mit einer Person gehabt hätten, bei der das Coronavirus nachgewiesen worden sei, schrieb WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus auf Twitter. Mehr als 80 Prozent der Patienten hätten eine leichte Form der Krankheit und würden genesen. In 20 Prozent handle es sich um eine schwere Form, die teilweise zum Tode führe.

Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung der Viruserkrankung ordneten die Behörden am Freitag in mindestens zehn norditalienischen Städten die sofortige Schließung von Schulen, Behörden und sonstigen öffentlichen Gebäuden an. Auch Lebensmittelgeschäfte, Bars, Diskotheken sowie Sportzentren sollten in den betroffenen Orten mindestens für eine Woche geschlossen bleiben, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Betroffen seien rund 50.000 Menschen.

Die Epidemie ist eine Hiobsbotschaft für die Lombardei, den "wirtschaftlichen Motor" Italiens. Aus Sorge vor einer weiteren Ausbreitung des neuartigen Coronavirus haben mindestens zehn Städte im Raum der lombardischen Provinz Lodi die sofortige Schließung von Schulen, Behörden und sonstigen öffentlichen Gebäuden angeordnet - 50.000 Menschen sind betroffen. In der 72.000 Einwohner-Stadt Cremona wurden die Schulen geschlossen.

Auch Lebensmittelgeschäfte, Bars, Diskotheken sowie Sportzentren sollten in den zehn Kommunen mindestens für eine Woche geschlossen bleiben, teilte Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza nach einer Krisensitzung mit. Die lombardische Bahngesellschaft Trenord beschloss, nicht mehr in der Kleinstadt Codogno zu halten. "In Codogno ist keine Seele mehr auf der Straße. Alle Geschäfte sind geschlossen. Es ist, als wären wir in Wuhan", kommentierte ein Bewohner der Kleinstadt. Nachdem auch der Bahnhof geschlossen wurde, sei die Ortschaft wie ausgestorben.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus warnte am Freitag, das "Zeitfenster" zur Eindämmung der Epidemie schließe sich. Zuvor waren neue Infektionsherde sowohl aus China als auch aus mehreren anderen Ländern gemeldet worden. So starben im Iran bereits vier Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. "Wir sind immer noch in einer Phase, wo die Eindämmung möglich ist", sagte Ghebreyesus. "Aber das Zeitfenster schließt sich immer mehr." Wenn die Welt jetzt nicht "hart" gegen das Virus vorgehe, werde sie vor einem "schwerwiegenden Problem" stehen.

Besonders besorgniserregend ist die Lage in Südkorea, wo die Zahl der Neuinfizierten am Samstag sprunghaft anstieg: Die Behörden des Landes meldeten 142 neue Erkrankungsfälle, die Gesamtzahl stieg damit auf 346 - die zweithöchste außerhalb Chinas. Ausgangspunkt ist die Shincheonji Church of Jesus. Die Verbreitung des Virus in der christlichen Sekte ging nach Behördenangaben von einer 61-jährigen Anhängerin aus, die Virustests zunächst verweigert hatte und weiter zu Gottesdiensten in der Stadt Daegu ging.

Auch von dem vor der japanischen Küste liegenden Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" könnte sich das Virus weiter ausbreiten. Nachdem am Mittwoch rund 500 Passagiere das Schiff nach zweiwöchiger Quarantäne verlassen durften, erwiesen sich mehrere der ursprünglich negativ getesteten Ex-Passagiere als infiziert. Sechs deutsche Passagiere wurden am Freitag an Bord einer italienischen Maschine aus Japan ausgeflogen, wie das Auswärtige Amt im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte.

Lage "düster und kompliziert"

Aus China, dem Epizentrum des Virusausbruchs, meldeten die Behörden am Samstag hingegen erneut sinkende Ansteckungszahlen und Todesfälle: 109 Menschen starben demnach seit Freitag an dem Virus, was die Zahl der Todesopfer auf über 2300 steigen lässt. Insgesamt sollen den Behörden zufolge nun rund 76.000 Menschen mit dem Virus infiziert sein. Chinas Staatschef Xi Jinping sagte bei einer Politbüro-Sitzung, der Höhepunkt der Epidemie sei "noch nicht gekommen", vor allem die Lage in der Provinz Hubei sei weiterhin "düster und kompliziert".

In Hubei war im Dezember der Erreger der Atemwegserkrankung Covid-19 erstmals bei Menschen festgestellt worden. In etwa 25 weiteren Ländern wurden insgesamt rund 1100 Infektionen nachgewiesen. 14 Infizierte starben bisher.

Kommentare (22)

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mapem
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Na ja – wer 1+1 zusammenzählen kann …

ein paarhundert Kilometer entfernt gibt´s die ersten Toten … der Notstand ist ausgerufen … Schulen und Behörden schließen die Pforten … Ortschaften sind bereits abgeriegelt …
Karneval in Venedig … in Villach war der Faschingsumzug, wo auch immer viele Italiener kommen …

Tja – wer weiß, wie´s in ein paar Tagen – ein paar Wochen – ein paar Monaten … ausschaut …?

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wollanig
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Am Karneval in Venedig

sind zig tausende chinesische Touristen und österreichische Besucher. Da lässt sich nichts mehr aufhalten.

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helmutmayr
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Das Ende des Klimanotstandes

ist absehbar, Corana ist die neue Krise. Ich rufe den Geratrienotstand aus. Viele sterben an der Gereatrie in absehbarer Zeit. Es wird furchtbar werden.

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umo10
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Das Fenster ist zu

So schnell kann es gehen. Jetzt können wir nur hoffen, dass es meine Familie verschont, wenigstens in der ersten Welle

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Sam125
2
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Umo10, ja das Fenster ist zu,aber meine nächsten Fragen in Bezug auf das Corona

Virus wären: sie unterscheidet man das Corona Virus von einem an sich harmlosen Schnupfenvirus mit Husten und Schnupfen begleitet mit Kopfschmerzen, aber ohne Fieber? Und kann man sich immer wieder mit dem Virus anstecken, nachdem man eine Ansteckung gut überstanden hat! Und welche Symptome zeigen Tiere? Oder sind Tiere nur Überträger,ohne krank zu werden! Bitte klärt's die Menschen gut auf und verteilt Masken,auch wenn diese nicht viel helfen, aber sie erinnern die Menschen daran aufzupassen! Ich hoffe noch immer,das es zu keiner Pandemie kommt, aber wie gesagt..... , Norditalien liegt eigentlich auch im Herzen Europas...!?🤔😔⚘

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pregwerner
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Jetzt gibts in Italien...

.. neben der Camorra auch noch das Corona!

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bayernberni
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bösartiger Virus

Angst sollte man nicht bekommen,aber haben wir wirklich genügend Vorkehrungen getroffen.ich bezweifle ob jeder Arzt oder sanitäter so informiert oder ausgebidet ist,um eine Situation entsprechend zu berurteilen,sich selbst und die Umgebung richtig zu schützen.
Wir wissen zuwenig,vorallem sind die Symptome nicht immer gleich,wirklich wirksame Medika gibt es zur Zeit noch nicht,wir wissen nicht einmal wie lange ein Patient ansteckend ist.
Es wäre ratsam ohne Hysterie Verhaltensregeln für Herrn und Frau Österreicher zu geben.........auch wir Ärzte wissen zur Zeit nicht viel außer Hände waschen,desinfizieren und das mehrmals täglich!
Man könnte auch auf Massenveranstaltungen momentan verzichten!

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gesss777
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Es gibt immer was zu tun

Hysterisch

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koko03
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gess77

Blöder gehts wohl nicht 🤦‍♂️🤦‍♂️🤦‍♂️

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wollanig
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Da auch Infizierte

die noch keine Symptome haben den Virus übertragen können, nützen die Fieberchecks bei den Direktflügen aus China nicht viel. Und alle die sonst wie einreisen werden gar nicht geprüft. Übel und kaum in den Griff zu bekommen.

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sugarless
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Bald

Jetzt ist es bald bei uns, nur logisch rein statistisch. Hysterie aber eine Chance für den Umweltschutz. Die Umsatzzahlen des Tourismus rasseln runter

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Weltreisender
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Das

Ende der Globalisierung ist da.

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Bobby_01
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und was

macht unsere Regierung?
alle Chinesen dürfen rein und das in ganz Europa verteilen.
Hoffentlich rächst sich das mal nicht!

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erstdenkendannsprechen
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das hat ja längst nicht mehr nur was mit china zu tun

wer in norditalien war - mit dem auto - könnte genauso betroffen sein, wer aus dem iran kommt (da dürfte es sich länger unentdeckt ausgebreitet haben), wer aus pakistan kommt (angeblich kam es in den iran durch pakistanische pilger) - und da die inkubationszeit so lange sein kann, können die reiser noch 14 tage oder so unterwegs sein, fortgehen, veranstaltungen besuchen, ohne dass sie selber wissen, dass sie schon längst wieder andere angesteckt haben. und wie viele von den angesteckten haben nur leichte symptome (schnupfen, bisschen fieber) - da geht man doch nicht zum arzt. aber man kann weiterverbreiten... da hilft fiebermessen am flughafen nicht wirkich irgendwas.

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lombok
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Sie haben leider recht!

Ich kam gestern aus Dubai nach Hause. Dort wird man am Flughafen auf Fieber überprüft. In Wien angekommen - keine Spur einer Überprüfung, dafür jedoch etwa 1/3 Chinesen in der Emirates-Maschine. Wie soll man das verstehen?

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Bobby_01
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Leider

ist das meiner Meinung nach grob fahrlässig. Russland scheint da vernünftiger zu sein und hat alles dicht gemacht.

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Anasindahamas
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Naja,

die Grippe forderte in dieser Saison in Deutschland bereits 130 Todesopfer (Stand 20.03.), in Österreich verstarben 2018/2019 1400! Personen an den Folgen der Grippe (3x so viele Todesopfer wie im Straßenverkehr), darunter auch zahlreiche Kinder.
Trotzdem ist die Impfrate nur bei 8%! Man könnte sich gut davor schützen, aber 92% wollen es scheinbar nicht.
An Covid-19 starben angeblich bisher außerhalb von China 14 Menschen, und man geifert nach einer baldigen Impfung.
Es fällt mir sehr schwer die Aufregung nachzuvollziehen.

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brosinor
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es geht einzig und alleine darum:

zu verhindern dass der Corona Virus sich weltweit festsetzt wie der Grippevirus, den wir für alle und ewigen Zeiten nicht mehr los werden.
Alle Vorsichtsmaßnahmen und scheinen sie noch so übertrieben sind daher gerechtfertigt.
Den österreichischen Verantwortungsträgern und der Mehrheit der österreichischen Gewohnheitslöllis scheint das wurscht zu sein.

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erstdenkendannsprechen
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naja - die grippewelle ist heuer mit voller wucht über europa gerollt.

mit dem coronavirus haben sich erst eine handvoll europäer infiziert - erst. sie sehen den unterschied?
hätte es nur ein paar grippeinfizierte in europa gegeben, so wären wohl keine grippetoten zu beklagen.
die sache ist halt die: kann man - und die chance ist nur mehr sehr niedrig - dieses virus noch eindämmen, dann wird es die menschheit in zukunft - nicht so wie die grippe - nicht begleiten.
kann man es nicht, so hat man eine saisonale wiederkehr einer krankheit, die eine höhere sterblichkeit als die grippe hat. und dann - also wenn man sie nicht eindämmen kann - hilft gar nichts, außer eben einer impfung. die ansteckungsfreude dieses virus´dürfte ebenfalls höher sein als bei grippe, soviel man bisher weiß.
also etwas zu vergleichen, das noch nicht vorkam, mit etwas, das grad voll wütete, finde ich ein wenig sehr naiv.

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Amadeus005
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Eben

Und wenn in jeder Stadt mit einem Grippetoten Ausgangssperre wäre, dann wären wir in einstelligen Bereich bei Grippetoten.

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Bademeister
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endlich jamand der's auch für gemächlich Denkende schön formuliert.

LG

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Anasindahamas
21
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Erratum

Stand 20.02.20

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