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''Ihr Recht, zu wissen''Australiens Zeitungen protestieren mit schwarzen Titelseiten

Auf Blättern wie dem "Sydney Morning Herald" oder dem "Australian" verdeckten schwarze Balken Text und Fotos. Die Aktion stand unter dem Motto "Your Right to Know" ("Ihr Recht, zu wissen").

© APA (AFP)
 

Aus Protest gegen eine zunehmende Einschränkung der Pressefreiheit sind Australiens große Tageszeitungen am Montag mit geschwärzten Titelseiten erschienen. Auf Blättern wie dem "Sydney Morning Herald" oder dem "Australian" verdeckten schwarze Balken Text und Fotos. Die Aktion stand unter dem Motto "Your Right to Know" ("Ihr Recht, zu wissen").

Damit protestierten sie gegen eine Reihe von Gesetzesverschärfungen, die Journalisten die Arbeit erschweren, und gegen die Durchsuchung von Redaktionsräumen durch die Polizei.

Mehr Rechte für Whistleblower

Insgesamt 19 Zeitungen und Journalistenverbände beteiligten sich an der Aktion. Sie appellierten an die rechtskonservative Regierung von Premierminister Scott Morrison, die Pressefreiheit besser zu schützen. Zu ihren Forderungen gehören mehr Rechte für Whistleblower, die Journalisten mit Informationen versorgen.

Nach Angaben des Bündnisses verabschiedete das australische Parlament in den vergangenen Jahren mehr als 60 Gesetze, die das Aufdecken von Skandalen und Missständen erschweren. Unterstützung bekamen die Zeitungen auch von Fernseh- und Radiosendern. Der Chef des Rundfunksenders ABC, David Anderson, sagte: "Australien läuft Gefahr, die geheimnisvollste Demokratie der Welt zu werden."

Der australische Kommunikationsminister Paul Fletcher stand am Montag nicht sofort für eine Stellungnahme zur Verfügung. Die Regierung hatte zuvor die Pressefreiheit als "Grundprinzip" bezeichnet.

Geldstrafen und Gefängnisstrafen

Weltweite Aufmerksamkeit erregte in diesem Jahr, als ein Gerichtsbeschluss die Medien daran hinderte, zu berichten, dass der ehemalige Schatzmeister des Vatikans, Kardinal George Pell, wegen Kindesmissbrauchs für schuldig befunden worden war. Pell berief gegen das Urteil.

Einige australische Medien berichteten, dass eine nicht identifizierte Person verurteilt worden war, aber ausländische Medienunternehmen identifizierten Pell. Die Staatsanwaltschaft beantragte gegen drei Dutzend australische Journalisten und Verleger Geldstrafen und Gefängnisstrafen wegen ihrer Berichterstattung über den Prozess.

Die Medienfreiheit war im Juni erneut Thema, als die Polizei in der Zentrale des ABC in Sydney und dem Haus einer Redakteurin der News Corp wegen des Verdachts, nationale Geheimnisse erhalten zu haben, eine Razzia durchführte.

Die Razzien, bei denen rund 9.000 Computerdateien von ABC sowie die Unterwäscheschublade der Journalistin durchsucht wurden, wurden international verurteilt. Die British Broadcasting Corporation nannte die Razzien "zutiefst beunruhigend".

Australiens Premierminister Morrison hatte dementiert, dass seine Regierung die Durchsuchungen veranlasst habe. "Niemand steht über dem Gesetz", sagte Morrison.

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crawler
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Unter dem Titel

"Ihr Recht zu wissen", würde aber auch gehören zu wissen wer die Medien mit welchen Informationen versorgt. Nur auf namenlose Whistlebower hinzuweisen wenn die Presse Fake-Nachrichten übernimmt genügt eben nicht. Da könnte jeder alles über jeden schreiben ohne mit Konsequenzen rechnen zu müssen.

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Irgendeiner
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Nein,crawlerchen, die Bonität der Quelle müssen

sie natürlich prüfen,aber benennen müssen sie sie nicht,weil nämlich whistleblower wenn sie keine wären ein freche Lüge, einen unverschämten Rechtsbruch,eine perfide Verleumdung offen benennen würden wenn sie es könnten,aber das sind in der Regel abhängige oder wehrlose.Und Blätter die Fake News berichten kratzen am eigenen Ruf.Und in Australien sinds munter geworden,die wollen keine freche message control,bei uns ist man da eher lahm,aber wenn Zeitungen gelegentlich Schmarrn schreiben ists immer noch weniger schlimm als wenn Amtsträger frech und unwidersprochen lügen,nicht. Und weil ich hier jüngst eine nette Hommage auf Herrn Csoklich las,ich glaub nicht, daß der die freche penetrante Interventionen in Redaktionen so locker übergangen hätte wie die heutigen.

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