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Pawel Ustinow Nach Protesten kommt Moskauer Schauspieler auf freien Fuß

Ustinow war am 3. August am Rande einer nicht genehmigten Kundgebung mit Polizeigewalt festgenommen worden. Die Bilder lösten breites Entsetzen aus.

© APA (AFP)
 

Nach massivem Protest gegen Justizwillkür in Russland hat ein Gericht in Moskau den zu dreieinhalb Jahren Straflager verurteilten Schauspieler Pawel Ustinow aus der Haft entlassen. Der 23-Jährige kommt am Freitag sieben Wochen nach seiner Festnahme unter Auflagen frei, wie die Agentur Interfax aus dem Gerichtssaal meldete.

Er dürfe aber die Stadt nicht verlassen. Ustinow war per Video aus der Untersuchungshaftanstalt zugeschaltet. Sein Anwalt Anatoli Kutscherena und Menschenrechtler sprachen von einer "gerechten Entscheidung" des Gerichts.

Bilder von Ustinow gab es zunächst nicht. Das Moskauer Stadtgericht erklärte, dass die Unterlagen an das Gefängnis gingen, erst dann könne er die Haftanstalt verlassen.

Kritik an der Schärfe des Urteils

Zuvor hatte es selbst aus kremltreuen Kreisen Kritik an der Schärfe des Urteils gegen Ustinow und an einem Missbrauch der Justiz in Russland für politische Zwecke gegeben. Die Generalstaatsanwaltschaft forderte das Gericht daraufhin auf, das Urteil wegen Teilnahme an ungenehmigten Oppositionsprotesten und wegen Verletzung eines Polizeibeamten abzumildern. Um den Schuldspruch selbst soll es erst am 26. September in einem Berufungsverfahren in Moskau gehen.

Ustinow war am 3. August am Rande einer nicht genehmigten Kundgebung mit Polizeigewalt festgenommen worden. Die Bilder lösten breites Entsetzen aus. Der Schauspieler hatte betont, zufällig an dem Ort gewesen zu sein. Dagegen hatte ein Polizist vor Gericht ausgesagt, Ustinow habe ihm die Schulter ausgekugelt. Der Uniformierte erhielt eine Beförderung, Ustinow am Montag dreieinhalb Jahre Straflager.

Polizei und Justiz stehen seit Wochen in der Kritik, mit überzogener Härte gegen Teilnehmer der Demonstrationen vorzugehen. Bei den Protesten gegen den Ausschluss Dutzender prominenter Oppositioneller bei der Stadtratswahl am 8. September hatte es Tausende Festnahmen gegeben. Mehrere Teilnehmer wurden zu Haft im Straflager verurteilt.

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