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In den USAMöglicherweise krebserregender Stoff in E-Zigaretten entdeckt

Der Stoff namens Pulegon sei in Produkten mit Minz- und Mentholgeschmack enthalten, berichteten Wissenschafter. Ob und falls ja in welchem Ausmaß diese Substanzen auch in Produkten auf dem europäischen Markt enthalten sind, ist vorerst unklar.

Sujetbild © APA/HELMUT FOHRINGER
 

In E-Zigaretten und Kautabak in den USA haben Wissenschafter einen möglicherweise krebserregenden Geschmacksstoff "in besorgniserregend hoher Konzentration" entdeckt. Der Stoff namens Pulegon sei in Produkten mit Minz- und Mentholgeschmack enthalten, berichteten Forscher um Sven-Eric Jordt von der Duke Universität (US-Staat North Carolina) im Fachjournal "Jama Internal Medicine".

Als Geschmackszusatzstoff in Lebensmitteln habe die zuständige US-Behörde Pulegon bereits im vergangenen Jahr verboten, für E-Zigaretten und Kautabak sei die Chemikalie jedoch nicht reguliert. Gemeinsam mit Kollegen untersuchte Jordt mehrere Marken von Menthol-Zigaretten, drei E-Zigaretten-Marken und eine Kautabak-Marke, die alle Pulegon enthalten. Sowohl bei den E-Zigaretten als auch beim Kautabak war die Konzentration "besorgniserregend", bei den Menthol-Zigaretten lag sie unter dem Schwellenwert.

Es sei allerdings nicht ganz klar, wie sich die Aufnahme von Pulegon unterscheide, wenn es nicht geraucht, sondern per E-Zigarette aufgenommen werde, hieß es von den Wissenschaftern. Sie forderten die US-Regulierungsbehörde FDA auf, Maßnahmen zu ergreifen, um das Risiko der Pulegon-Aussetzung zu mindern.

Auch am europäischen Markt?

Ob und wenn ja in welchem Ausmaß diese Substanzen auch in Produkten auf dem europäischen Markt enthalten sind, sei nicht klar, sagte Michal Dobrajc vom deutschen Verband des eZigarettenhandels. "Als Branchenverband ist es uns nicht möglich, einen detaillierten Einblick in Zusammensetzung der vielfältigen Liquids zu bekommen, da die einzelnen Rezepturen der Hersteller dem Geschäftsgeheimnis unterliegen." Die Verbandsmitglieder würden nun aber dahin gehend befragt. Aufgrund der bestehenden Regulierungen etwa für den deutschen Markt, wo unter anderem alle Inhaltsstoffe gemeldet werden müssten, gehe er davon aus, dass alle Marktteilnehmer und die zuständigen Behörden ihren Pflichten nachkämen.

Nach mehreren Todes- und vielen Krankheitsfällen - es geht um ungeklärte Lungenerkrankungen - in Zusammenhang mit E-Zigaretten war in den USA zuletzt eine Diskussion entbrannt. Ausgefallene Geschmacksrichtungen für E-Zigaretten sollen nach dem Willen der US-Regierung in den Vereinigten Staaten nun verboten werden. US-Präsident Donald Trump hatte in der vergangenen Woche "sehr strenge" Vorschriften für Hersteller angekündigt und die Nutzung von E-Zigaretten als "großes Problem" bezeichnet.

In Europa ist bisher kein ähnlicher Anstieg solcher spezieller Krankheitsfälle bekannt. Die Beschwerden scheinen sich auf Benutzer von E-Zigaretten in den Vereinigten Staaten zu beschränken.

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