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Amazonas-BrändeStreit um Hilfe: Bolsonaro forderte Entschuldigung

Die brasilianische Regierung will selbst über die Verwendung der von den G7-Staaten zugesagten Hilfsgelder für den Kampf gegen die verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet entscheiden.

In Brasilien brennt der Regenwald © APA/AFP/CARL DE SOUZA
 

Im Streit um die von den G7-Staaten angebotene Hilfe für die Bekämpfung der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet hat Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro Bedingungen gestellt. "Zunächst sollte Macron die Beleidigungen gegen mich zurücknehmen", sagte der Staatschef am Dienstag.

"Er hat mich einen Lügner genannt. Und dann hat er nach meinen Informationen die Souveränität des Amazonasgebiets infrage gestellt", meinte Bolsonaro.

Die G7-Staaten hatten Brasilien bei ihrem Gipfel in Biarritz eine Soforthilfe von 20 Millionen US-Dollar (rund 17,9 Millionen Euro) zugesagt, um die Löscharbeiten in der Waldbrandregion zu unterstützen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Amazonasregion wegen deren Bedeutung für den globalen Klimaschutz zudem als "Gemeingut". Außerdem warf er Bolsonaro vor, ihn beim Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) in Osaka im Hinblick auf Zusagen zum Umweltschutz angeschwindelt zu haben.

Äußerungen zurücknehmen

"Um mit Frankreich, das die besten Absichten hat, zu sprechen oder irgendwas anzunehmen, muss er diese Äußerungen zurücknehmen", forderte Bolsonaro. Zuvor hatte sein Präsidialamtschef Onyx Lorenzoni nach der Interpretation eines Blogs im Nachrichtenportal G1 nahegelegt, dass Brasilien die Hilfe nicht annehmen wolle. Das Geld sei möglicherweise besser in Europa angelegt, sagte Lorenzoni demnach.

Bolsonaro bestätigte dies zunächst nicht. "Habe ich das gesagt?", fragte er die Journalisten vor seiner Residenz auf Nachfrage. "Habe ich gesprochen? Hat Jair Bolsonaro gesprochen?" Der brasilianische Umweltminister Ricardo Salles hatte die Hilfszusage der G7 zuvor begrüßt. Er machte allerdings deutlich, dass die Regierung in Brasilia selbst über die Verwendung der Mittel entscheiden werde.

Macron bedauerte die zögerliche Haltung der Brasilianer. Das Hilfsangebot sei ein Zeichen der Freundschaft, nicht der Aggressivität, sagte er. Zudem solle die Unterstützung nicht nur Brasilien zugutekommen, sondern der gesamten Amazonasregion. Wegen seines Überseedepartments Französisch-Guyana in Südamerika begreife sich Frankreich selbst als ein Amazonas-Land.

Brände im Amazonasgebiet: Kampf gegen das Flammenmeer

So sieht Regenwald aus, nachdem eine Feuerwalze durch ihn zog.

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Die Bevölkerung sowie Zehntausende Soldaten versuchen, die verheerenden Waldbrände im Amazonasbecken einzudämmen.

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Es bleibt beim Versuch: In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren.

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Die Auswirkungen sind weitreichend - nicht nur für die örtliche Bevölkerung, sondern für den ganzen Planeten.

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Seit Jänner stieg die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE um 78 Prozent auf mehr als 80.000 Brände.

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Betroffen waren meist Flächen in Privatbesitz, aber auch in Naturschutzgebieten und Ländereien der indigenen Bevölkerung brechen immer wieder Feuer aus.

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Neben der großflächig zerstörten Flora sind natürlich auch unzählige Tierspezies betroffen.

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Umweltschützer und indigene Gruppen werfen Brasiliens rechtem Präsidenten Jair Bolsonaro vor, ein Klima geschaffen zu haben, in dem sich Bauern, Holzfäller und Goldgräber zu immer weiteren Rodungen ermutigt fühlen.

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So sollen Medienberichten zufolge Bauern im Bundesstaat Para sich zu einem "Tag des Feuers" verabredet und große Waldflächen in Brand gesteckt haben.

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"Es besteht der Verdacht auf eine orchestrierte Aktion. Es gibt den Verdacht, dass das von langer Hand geplant wurde", sagte Generalstaatsanwältin Raquel Dodge.

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Die Feuer zu löschen ist geradezu unmöglich, zu entlegen, zu zahlreich, zu weit verstreut sind die Brandnester.

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"Wenn es so etwas gegeben hat, war es ein Einzelfall. Wir wissen nichts von einer orchestrierten Aktion", behauptet der Präsident des Verbands in Novo Progresso, Agamenon da Silva Menezes, der Nachrichtenagentur Agencia Brasil.

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Umweltschutzverbände begrüßten die Soforthilfen zwar, gaben aber zu bedenken, dass die G7-Staaten wegen ihrer Handelspolitik mitverantwortlich für die Brände seien. Die weltweite Nachfrage nach Rindfleisch und Soja aus Brasilien befeuert nach Einschätzung von Greenpeace die jüngsten Brandrodungen.

Nicht außer Kontrolle

Unterdessen intensivierten die Einsatzkräfte die Löscharbeiten in den Waldbrandgebieten. Rund 2.500 Soldaten, 15 Flugzeuge und Hubschrauber sowie zehn Schiffe seien an dem Einsatz beteiligt, teilte das Verteidigungsministerium mit. In einigen Gebieten seien die Brände teilweise bereits zurückgedrängt worden. "Ist es schwer? Ja, aber es ist nicht außer Kontrolle geraten", sagte Verteidigungsminister Fernando Azevedo.

In Brasilien wüten die schwersten Waldbrände seit Jahren. Seit Jänner stieg die Zahl der Feuer und Brandrodungen im größten Land Südamerikas im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach den jüngsten Angaben der brasilianischen Weltraumagentur INPE um 80 Prozent auf mehr als 82.000 Brände. Viele Feuer wurden offenbar von Farmern auf abgeholzten Flächen gelegt, um neue Weideflächen und Ackerland für den Soja-Anbau zu schaffen. Weil es derzeit sehr trocken ist, greifen die Brände auch auf noch intakte Waldgebiete über.

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crawler
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Wie borniert muss man denn sein,

Hilfe für sein brennendes Land nur wegen einer Entschuldigung abzulehnen? Andererseits, wenn ein Volk sein Land selbst niederbrennt (aus welchen Gründen auch immer) und dabei auch noch vom Präsidenten unterstützt wird, was soll man da helfen?

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mrbeem02
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HILFE IST NOTWENDIG

Aber wir, die EU dürfen kein Geld schicken, sondern nur Sachleistungen wie Löschflugzeuge mit Piloten etc. etc. Wenn wir den Brasilianern Geld zur Verfügung stellen, kommt es bei den brennenden Wäldern nicht an, sondern wird auf korrupte Hände aufgeteilt.
Da müssen die Geber hart bleiben, auch wenn die Lunge der Welt in Gefahr ist. Geld löscht nicht, nur Wasser!

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47er
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Genau so, auch unser östlicher Nachbar hat ein Großteil der EU-Beiträge

auf seine Gefolgsleute aufgeteilt und dabei auch auf sich selbst nicht vergessen.

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