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Hungerkrise in MosambikMenschen essen aus Verzweiflung Saatgut

"Wir sehen Kinder, die herumirren und nichts zu essen haben, Frauen, Männer, die aus Hunger und Verzweiflung das Saatgut essen, mit dem sie eigentlich ihre Felder bestellen sollen", berichtete Caritas-Helfer Andreas Wenzel.

Lebensmittelspenden sind derzeit für Mosambik das Wichtigste © APA/AFP/ZINYANGE AUNTONY
 

Nach den Sturmkatastrophen, welche die Zyklone "Idai" im März und "Kenneth" im April in Mosambik ausgelöst haben, warnt die Caritas vor einer Hungerkrise. "Wir sehen Kinder, die herumirren und nichts zu essen haben, Frauen, Männer, die aus Hunger und Verzweiflung das Saatgut essen, mit dem sie eigentlich ihre Felder bestellen sollen", berichtete Caritas-Helfer Andreas Wenzel am Dienstag.

"Das Ausmaß der Zerstörung durch die Wirbelstürme und die Wassermassen ist enorm. Trotz der Anstrengung von allen hier in Mosambik in der Nothilfe, folgt jetzt auf die Naturkatastrophe die Hungerkatastrophe. Wir müssen dringend Lebensmittel verteilen, der Wiederaufbau von zerstörten Gebäuden ist immer noch zweitrangig. Nothilfe ist das Gebot der Stunde, sie rettet Menschenleben", betonte der Experte.

Mosambik: Die verheerenden Folgen von Zyklon "Kenneth"

Mosambik kämpft mit den Folgen von Zyklon "Kenneth". Schwere Regenfälle haben nach Angaben von Helfern im Norden des Landes Überschwemmungen verursacht. Bisher seien infolge des Wirbelsturms acht Menschen in Mosambik und auf dem Inselstaat der Komoren gestorben. Tausende Häuser seien zerstört.

 

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"Es regnet jetzt stark in Pemba, (in der Provinz) Cabo Delgado, und einige Teile der Stadt sind bereits überflutet", sagte der Sprecher des UN-Nothilfebüros Saviano Abreu am Sonntag über eine der betroffenen Städte in Mosambik. In einigen Vierteln stehe das Wasser schon jetzt hüfthoch. "Wir erwarten leider verheerende Überschwemmungen hier in Pemba." Retter seien im Einsatz.

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"Kenneth" war zunächst über die Komoren hinweggezogen und in der Nacht auf Freitag dann mit Stärke vier von maximal fünf im Norden Mosambiks auf Land getroffen. Daraufhin schwächte sich der Zyklon ab.

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Die Hilfsorganisation Care sprach dennoch von einer "verheerenden Zerstörung". Helfer befürchteten angesichts der starker Regenfälle Überschwemmungen und Erdrutsche und warnten auch vor der Ausbreitung von Krankheiten.

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Mehr Bilder aus dem Katastrophengebiet.

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Der Hunger ist derzeit auch laut Berichten der Vereinten Nationen die größte Bedrohung für die so schwer getroffenen Menschen in Mosambik, einem der ärmsten Länder der Erde. Die Bevölkerung steht vor dem Nichts, Ernte und Saatgut für die nächste Aussaat wurden komplett zerstört: 715.000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche wurden vernichtet, so die Caritas. Über eine Million Menschen seien daher zwingend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Besonders betroffen sind Menschen in abgelegenen Gebieten, wo Hilfslieferungen nur schwer ankommen.

Kinder besonders gefährdet

"In entlegenen Gebieten Mosambiks, wie etwa rund um Estaquinha, haben die Menschen seit Wochen nichts zu essen", berichtete Wenzel."Für ein Land, in dem die Menschen zu 74 Prozent von kleinbäuerlicher Landwirtschaft leben und unmittelbar davon abhängig sind, ist die Zerstörung der Felder eine Katastrophe. Besonders für Kleinkinder ist die Situation extrem bedrohlich: Es ist zu befürchten, dass in den nächsten Monaten Tausende Kinder akut an Unterernährung leiden. Und das in Mosambik, wo jetzt schon 41 Prozent aller Kinder permanent Hunger haben."

Spendemöglichkeiten

Spendenkonto Caritas Österreich
BAWAG P.S.K.
IBAN: AT92 6000 0000 0770 0004
BIC: BAWAATWW
Kennwort: Nothilfe Mosambik

"NACHBAR IN NOT – Hilfe für Mosambik"
Spendenkonto: IBAN: AT21 2011 1400 4004 4003
BIC: GIBAATWWXXX

 

 

Dazu kommen zahlreiche Erkrankungen. Die Anzahl an Malaria- und Cholera-Fällen ist laut der Hilfsorganisation rapid gestiegen. Insgesamt sind bisher rund 7.000 Menschen an Cholera erkrankt. Und allein in der Provinz Sofala wurden mehr als 20.000 neue Malaria-Patienten registriert.

Apokalypse in Südostafrika: Zyklon "Idai" verwüstet Mosambik

Verwüstung, wohin man blickt: Im Katastrophengebiet im südöstlichen Afrika sind Hunderttausende Menschen auf Hilfe angewiesen.

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Die Nothelfer gehen von mindestens 1,8 Millionen Betroffenen in Mosambik, Malawi und Zimbabwe aus.

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Unzählige verzweifelte Menschen warten eine Woche nach dem Durchzug des Zyklons "Idai" immer noch auf Nahrung und Trinkwasser. Die meisten Straßen sind unpassierbar.

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Doch für den Einsatz im Katastrophengebiet stehen bisher nur elf Hubschrauber zur Verfügung.

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Die Hälfte der Betroffenen seien Minderjährige, schätzt das UN-Kinderhilfswerk UNICEF.

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Viele Menschen sammelten sich in informellen Lagern mit katastrophalen Zuständen, sagte ein Sprecher.

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Helfer in Mosambik warnen, ihnen laufe die Zeit davon. Es regne immer noch und die schwellenden Flüsse könnten weitere Orte unter Wasser setzen.

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In weiterer Folge drohe der Ausbruch von Krankheiten.

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Bisher seien fast 90.000 Menschen gerettet worden. In Simbabwe wurden inzwischen mehr als 145 Leichen in dem schwer betroffenen Bezirk Chimanimani geborgen, wie ein Sprecher der Streitkräfte, Exavier Chibasa, sagte.

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Allerdings wird in den betroffenen Ländern erwartet, dass die Opferzahl noch deutlich steigt.

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Das UN-Kinderhilfswerk allein hat um Gelder in Höhe von 30 Millionen Dollar (umgerechnet 26,35 Millionen Euro) für Mosambik, Simbabwe und Malawi gebeten.

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Nach einer derartigen Katastrophe ist das Risiko vor allem von Durchfallerkrankungen wie Cholera extrem hoch.

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Es gibt kaum sauberes Trinkwasser, kein funktionierendes Abwassersystem und Leichen zersetzen sich in den angestauten Gewässern

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Mehr als eine Woche nach dem Durchzug des Sturms gibt es noch immer Regionen, die noch kein einziger Helfer erreicht hat.

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Allein in der verwüsteten Stadt Beira sind 11.000 Häuser völlig zerstört worden, ebenso 2.600 Klassenzimmer und 39 Gesundheitszentren, erklärte UNICEF.

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Bisher hat die Caritas nach eigenen Angaben über Spenden mehr als 800.000 Euro für Soforthilfe und erste Rehabilitationsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Damit seien mehr als 45.000 Menschen zu unterstützen. Dennoch müsse man um mehr Spenden bitten.

 

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